Trinkwasserqualität

Blei im Trinkwasser in Kraftisried gibt Rätsel auf

Ein erhöhter Bleigehalt im Trinkwasser eines Kraftisrieder Haushalts gibt Rätsel auf. Die Werte der kommunalen  Wasserversorgung seien in Ordnung, sagt der Bürgermeister. Jetzt soll der Ursache der Abweichungen näher auf den Grund gegangen werden.

Ein erhöhter Bleigehalt im Trinkwasser eines Kraftisrieder Haushalts gibt Rätsel auf. Die Werte der kommunalen Wasserversorgung seien in Ordnung, sagt der Bürgermeister. Jetzt soll der Ursache der Abweichungen näher auf den Grund gegangen werden.

Bild: Kaya (Symbolbild)

Ein erhöhter Bleigehalt im Trinkwasser eines Kraftisrieder Haushalts gibt Rätsel auf. Die Werte der kommunalen Wasserversorgung seien in Ordnung, sagt der Bürgermeister. Jetzt soll der Ursache der Abweichungen näher auf den Grund gegangen werden.

Bild: Kaya (Symbolbild)

Wasserproben im Netz von Kraftisried sind einwandfrei – aber eine Familie klagt über den erhöhten Blei-Wert. Sind es die Hausleitungen - oder doch was anderes?
09.08.2021 | Stand: 07:48 Uhr

Lecks und Verlauf der Trinkwasserleitung Am Kreuzberg musste Kraftisrieds Bürgermeister Michael Abel so umfangreich suchen lassen, dass sich die Rechnung der beauftragten Baufirma nun auf 20.800 Euro summierte. Trotzdem musste eine Anliegerfamilie etwas viel Unangenehmeres feststellen: Ihr Trinkwasser ist nach wie vor mit giftigem Blei belastet.

Die Genehmigung dieser überplanmäßigen Ausgabe geriet dabei fast in den Hintergrund. Abel hatte von den Ergebnissen der regelmäßigen Wasserproben im kommunalen Trinkwassernetz berichtet, die allesamt eine einwandfreie Wasserqualität bestätigen. Die betroffene Familie stellte fest, dass nicht nur frühere, sondern auch ganz aktuelle Proben immer noch mit einem Bleigehaltswert von 0,028 Milligramm pro Liter Trinkwasser nahezu eine dreifache Überhöhung der zulässigen Belastungsgrenze ergeben hätten.

"Irgendwas muss man tun" gegen Bleigehalt im Trinkwasser

„Irgendetwas muss man tun, wir können das Wasser nicht zum Trinken oder Kochen verwenden“, zeigten sich die Betroffenen ratlos bis verzweifelt. Wo die Belastung herkommt, wissen sie nicht. Auch bei ihren Anrufen beim Gesundheitsamt und Wasserwirtschaftsamt habe man ihnen keine Auskunft geben können.

Die Anregung, direkt an dem Hydranten der Hauptleitung zu testen, will der Bürgermeister aufgreifen. Dies sei ohnehin für die nächste Zeit vorgesehen gewesen. Bliebe noch die Möglichkeit, dass die Wasserrohre ab dem Hydranten oder im Gebäude die Verursacher sind. Der Gemeindechef versprach: „Da bleiben wir jetzt dran.“

Neue Helme für die Feuerwehr

Die Freiwillige Feuerwehr von Kraftisried benötigt 20 neue Helme. Sie werden mit Nackenschutz ausgestattet sein. Aus finanztechnischen Gründen beschloss der Gemeinderat, zehn Stück zum Preis von gesamt 9990 Euro anzuschaffen. Das entspricht einem kommunalen Zuschuss von 50 Prozent, da die Kosten der restlichen zehn Stück vom Feuerwehrverein selbst bezahlt werden. Ein nächster Bedarf kündigt sich bereits an: Auch die ersten Feuerwehr-Schuhe brechen bereits.

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Unaufhörlich schreitet der Neubau des Dorfgemeinschaftshauses voran (wir berichteten). Abel informierte, dass die Submission der Fenster bereits geschehen sei. Ursprünglich habe er sechs Firmen angeschrieben. Er habe aber nur Absagen erhalten, unter anderem waren Lieferschwierigkeiten beim Material als Gründe genannt worden. Aber jetzt seien neue Angebote hereingekommen. Die Kostenberechnung sei von rund 154 000 Euro ausgegangen. Jetzt gebe es allerdings ein Angebot über 128 000 Euro brutto. Erleichtert erteilte das Ratsgremium die Auftragsvergabe einstimmig. „Wir sind nochmals mit einem blauen Auge davon gekommen“, atmete auch der Gemeindechef auf.

Dagegen war die Auswahl der Farbe für die Fenster eine leichtere Übung. Außerdem zur Wahl stand, wie die Zwischenräume zwischen den Fenstern gestaltet werden sollen. Möglich wäre, die Wand mit weißer Farbe anzustreichen. Der Gemeinderat entschied sich für die andere Möglichkeit, diese Flächen mit Lärchenholz zu verschalen.

Bauantrag mit Kanten

Nachverdichtung im Kraftisrieder Ortsteil Schweinlang: Das kann durchaus zwei Gesichter haben, wie Bürgermeister Michael Abel anhand eines Bauantrages auf ein Wohnhaus erläuterte. Mitten in Schweinlang will ein Antragsteller ein unterkellertes Einfamilienhaus erstellen, an das eine Garage angebaut werden soll. Bisher stand dieses Grundstück beispielsweise zur Schneeablage im Winter zur Verfügung. Da wird´s nun enger, wenn diese Fläche wegfällt. Zwar wird mit dieser Nachverdichtung Wohnraum in der Siedlung geschaffen, statt irgendwo außen durch Flächenfraß neue Baugebiete auf der grünen Wiese zu verbrauchen. Aber neben der zugebauten Fläche stellen auch die historisch gewachsenen Wegeverhältnisse in Schweinlang ein Problem dar.

Allerdings werden zwei Befreiungen vom Bebauungsplan benötigt. Für Abel nicht mehr nachvollziehbar fordere der Bebauungsplan drei Giebel, das müsse nicht sein. Zum anderen sind die festgelegten Baugrenzen so nicht einzuhalten. Eine gewisse Überschreitung muss laut Bauantrag erlaubt werden, um das Gebäude samt Garage überhaupt in das rund 600 Quadratmeter umfassende Grundstück bauen zu können. Der Gemeinderat erteilte das gemeindliche Einvernehmen, der Antrag geht zur endgültigen Beurteilung an das Landratsamt weiter.

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