Amateurfußball im Allgäu

Lockdown verlängert: So geht's für den Allgäuer Fußball weiter

Werden Tore in dieser Saison noch gebraucht? Nach der jüngsten Lockdown-Verlängerung erwägt der Bayerische Fußball-Verband einen Abbruch der noch laufenden Spielzeit 2019/2021.

Werden Tore in dieser Saison noch gebraucht? Nach der jüngsten Lockdown-Verlängerung erwägt der Bayerische Fußball-Verband einen Abbruch der noch laufenden Spielzeit 2019/2021.

Bild: Jochen Aumann (Symbolbild)

Werden Tore in dieser Saison noch gebraucht? Nach der jüngsten Lockdown-Verlängerung erwägt der Bayerische Fußball-Verband einen Abbruch der noch laufenden Spielzeit 2019/2021.

Bild: Jochen Aumann (Symbolbild)

Kreisspielleiter Elmar Rimmel spricht über die Folgen der Lockdown-Verlängerung für die heimischen Kicker. Wie es noch einen fairen Saisonabschluss geben kann.
17.04.2021 | Stand: 17:00 Uhr

Die bayerische Landesregierung hat die Lockdown-Maßnahmen ein weiteres Mal verlängert. Für die heimischen Kicker heißt das: kein Fußball bis mindestens 9. Mai. Damit würde aber auch die nächste Phase des vom BFV (Bayerischer Fußball-Verband) beschlossenen Vier-Punkte-Plans beginnen. Denn sollte bis zum 3. Mai kein uneingeschränkter Trainingsbetrieb möglich sein, wolle der Verband über den Abbruch der Spielzeit 2019/2021 entscheiden. (Lesen Sie auch: Fußball: FC Kempten setzt auch in Zukunft auf Trainer Matthias Jörg)

Im Nachbarland hat der Württembergische Fußballverband die Reißleine bereits gezogen und die Saison mit sofortiger Wirkung annulliert (wir berichteten). Nun stehen auch die Zeichen in Bayern auf Abbruch. Das glaubt auch Elmar Rimmel. Der Kreisspielleiter im Allgäu gibt einen Überblick, wie es weitergehen könnte und beantwortet die wichtigsten Fragen.

Herr Rimmel, die Sachlage ist eindeutig: Der Lockdown wurde verlängert, ein uneingeschränkter Trainingsbetrieb ist bis zum Stichtag 3. Mai nicht möglich. Was wird nun passieren?

Elmar Rimmel: Der Verband hat angekündigt, ein Meinungsbild aller Vereine einzuholen und wird anhand dessen entscheiden. Wenn der Vier-Punkte-Plan gilt, wovon ich ausgehe, dann wird Paragraph 93 eintreten. Die Saison wird dann abgebrochen, Auf- und Abstieg werden durch die Quotientenregelung bestimmt. Die Relegation wird dann entfallen.

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Gibt es Alternativen zu einem Abbruch? Könnte der BFV die Saison ein weiteres Mal verlängern?

Rimmel: Eventuell könnten die Spiele aufgefüllt werden, das heißt, jeder Verein soll dieselbe Anzahl an Spielen haben, damit die Quotientenregelung fair ist. Dieses Szenario ist aber noch nicht bestätigt.

Wie lange könnte man bei diesem Szenario die Spielzeit 2019/2021 maximal verlängern?

Rimmel: Maximal bis zum 31. Juli. Dann gebe es allerdings keine Sommerpause und die Altsaison würde sozusagen als Vorbereitung auf die neue dienen.

Wäre dies möglich oder ist ein direkter Übergang in eine neue Saison von den Vereinen zu viel verlangt?

Rimmel: Da gibt es folgendes Problem: Die Sommerpause dient lediglich dazu, dass die Sportplätze gepflegt und gewartet werden. Das müssen wir den Vereinen und Gemeinden gewährleisten. Wenn die Vereine allerdings darauf verzichten würden, hätte ich auch kein Problem damit, die Sommerpause ausfallen zu lassen.

Einige bayerische Amateurvereine haben sich mit einem offenen Brief zu Wort gemeldet und den Verband aufgefordert, auf Absteiger nach Anwendung der Quotientenregel zu verzichten. Könnte es zu einer Klagewelle kommen?

Rimmel: Wir wissen noch nicht, ob Vereine überhaupt klagen können. Paragraph 93 wurde beschlossen und regelt den Auf- und Abstieg. Daran halten wir uns. Und ich verstehe nicht, warum Vereine jetzt klagen. Die stehen ja nicht auf einem Abstiegsplatz, weil sie so gut gespielt haben. Wichtig ist, dass wir die Saison endlich zu Ende bringen. Und da gibt es am Ende – so wie immer – Gewinner und eben auch Verlierer.

Noch keine Klagen im Allgäu

Haben sich schon Allgäuer Vereine bei Ihnen gemeldet?

Rimmel: Auf mich kam noch niemand mit einer Klage zu. Doch es gibt Vorschläge, die Saison einfach zu annullieren. Die kommen ausschließlich von Absteigern. Aber wie willst du einer Mannschaft wie beispielsweise Niedersonthofen erklären, die einen Wahnsinnsvorsprung hat und in die Kreisliga aufsteigen würde, dass alle Mühen umsonst waren? Nur damit andere, die zu Recht unten in der Tabelle stehen, nicht absteigen müssen ... Das wäre nicht fair. Und klarzustellen ist, dass wir vom Kreisspielausschuss nicht entscheiden, wer auf- und absteigt. Sondern das bestimmt allein die Tabelle.

Wenn Sie entscheiden dürften, was sollte nun geschehen?

Rimmel: Mir wäre es wichtig, dass bayernweit alle an einem Strang ziehen und wir unter diese Saison endlich einen Schlussstrich ziehen. Wir hängen selber alle in der Luft und müssten – sollte nicht abgebrochen werden – schauen, wie wir die Spiele zeitlich unterbringen können. Außerdem geht es darum, eine vernünftige, neue Saison zu planen. Wenn jetzt abgebrochen wird, hätten wir die Daten und könnten die neue Spielzeit vorbereiten. Natürlich mit einem offenen Anfang, weil wir ja noch immer nicht wissen, ob wir schon im August beginnen können.

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