Ein Leben für Lengenwang

"Lutze Vatl" ist tot - Wie der Lengenwanger das Dorfgeschehen bereicherte

Ludwig Lutz aus Lengenwang war durch seine Ehrenämter und sein Engagement ein bekanntes Gesicht. Auf diesem Bild zeigt der älteste Veteran der Gemeinde seine Verdienstabzeichen und ein Bild von sich als Marineoffizier.

Ludwig Lutz aus Lengenwang war durch seine Ehrenämter und sein Engagement ein bekanntes Gesicht. Auf diesem Bild zeigt der älteste Veteran der Gemeinde seine Verdienstabzeichen und ein Bild von sich als Marineoffizier.

Bild: Stefanie Gronostay (Archiv)

Ludwig Lutz aus Lengenwang war durch seine Ehrenämter und sein Engagement ein bekanntes Gesicht. Auf diesem Bild zeigt der älteste Veteran der Gemeinde seine Verdienstabzeichen und ein Bild von sich als Marineoffizier.

Bild: Stefanie Gronostay (Archiv)

Ludwig Lutz ist kurz vor seinem 98. Geburtstag gestorben. Durch seine vielen Ehrenämter war er in Lengenwang bekannt. Ein Rückblick auf sein bewegtes Leben.
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Von Gwendolin Sieber
19.08.2021 | Stand: 14:13 Uhr

Am 12. August – auf den Tag genau drei Monate vor seinem 98. Geburtstag – ist im Alter von 97 Jahren der gebürtige Lengenwanger Ludwig Lutz gestorben. Allen bekannt als „Lutze Vatl“ bereicherte er viele Jahrzehnte unnachahmlich das dörfliche Vereinsgeschehen und lebte für seine zahlreichen Ehrenämter.

Ludwig Lutz wurde am 12. November 1923 als zweites von fünf Kindern in Lengenwang geboren und ging dort zur Volksschule. Mit 14 Jahren erlernte er in der Bäckerei Gnedel in Stötten das Bäckerhandwerk. Gleich nach der Gesellenprüfung wurde er in die Bäckerei Salzmann nach Rettenbach dienstverpflichtet. Dort lernte er seine Maria, eine gebürtige Rettenbacherin, kennen. Ab 1941 war er bei der Kriegsmarine und wurde dort zum Koch ausgebildet. Am 30. September 1946 heiratete Ludwig Lutz seine Maria. Mit ihr hätte er nun im September die Kronjuwelenhochzeit gefeiert.

Ob TSV, Musik- oder Schützenverein: Ludwig Lutz war überall dabei

Mit ihrer kleinen Tochter Gerti wohnte das Paar bis 1950 in Marktoberdorf in der Bäckerei Stadler und bezog später sein eigenes Haus in Bethlehem bei Lengenwang. Bis 1955 war Ludwig Lutz Bäcker und Koch in Marktoberdorf, Kaufbeuren und Umgebung, danach bis 1968 bis zu seiner Rente Bundeswehrsoldat, Kochausbilder und Küchenchef in der Kaserne in Füssen.

Sein erstes Vereinsamt übernahm Lutz 1955 als Kassier des TSV Lengenwang, zu dessen Ehrenmitglied er später ernannt wurde, und übte dieses 25 Jahre lang aus. 87 Jahre war er Mitglied des TSV. Den Musikverein Lengenwang führte er 30 Jahre lang (1962 bis 1992) als Vorsitzender an und wurde dafür als Ehrenvorsitzer ausgezeichnet. Das dritte Amt – parallel zum TSV und dem Musikverein – begleitete ihn insgesamt 38 Jahre lang, denn 1967 wurde er zum Vorsitzenden des Veteranen- und Soldatenvereins Lengenwang gewählt. Anschließend blieb das Ehrenmitglied dem Verein noch 14 Jahre (bis 2019) als Beisitzer treu.

Mehr als sieben Jahrzehnte war er Mitglied beim Schützenverein Lengenwang (davon 40 Jahre aktiv), knapp vier Jahrzehnte beim Radlerverein (seit 1982) und mehr als fünf Jahrzehnte bei der Freiwilligen Feuerwehr (jeweils passives Mitglied), außerdem zwei Jahre Gemeinderatsmitglied und 16 Jahre im Aufsichtsrat der Raiffeisenbank. Im November 2013 erhielt er von Bürgermeister Josef Keller die Bürgermedaille der Gemeinde.

Seine Frau unterstütze Lutz bei seinen zahlreichen Ehrenämtern

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Für die verstorbenen Veteranen hielt er als Kameradschaftsdienst über Jahrzehnte die Grabreden und vertrat die Lengenwanger Vereine als Vereinesprecher. Seine Zeit bei der Bundeswehr kam ihm zugute, wenn er bei Hochzeiten und weiteren Anlässen dem Zug lautstark die Kommandos gab. Seine Frau Maria unterstützte ihren Mann bei den zahlreichen Ehrenämtern tatkräftig, beispielsweise beim Schriftwesen.

Gemeinsam kegelten die beiden als Gründungsmitglieder 50 Jahre beim Lengenwanger Kegelclub „Gut Holz“. Ihre große Leidenschaft war es, jeden Tag miteinander Karten zu spielen: das 66er Kartenspiel.

Ludwig Lutz hinterlässt seine Frau Maria, die – so Gott will – im September stolze 100 Jahre wird, seine Tochter Gerti Fritsch, seinen Schwiegersohn Gustav, zwei Enkel und vier Urenkel. Gerti und Gustav Fritsch kümmern sich liebevoll seit Jahren um die im gleichen Haus in Bethlehem wohnenden Eltern.

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