Geburtstag

Maria Lutz aus Lengenwang ist 100 Jahre alt: Das ist ihr am wichtigsten

Auf 100 Lebensjahre darf Maria Lutz (geborene Hartmann) zurückblicken. Zu den Gratulanten zählte auch Lengenwangs Bürgermeister Albert Schreyer jun.

Auf 100 Lebensjahre darf Maria Lutz (geborene Hartmann) zurückblicken. Zu den Gratulanten zählte auch Lengenwangs Bürgermeister Albert Schreyer jun.

Bild: Annerose Schmalholz

Auf 100 Lebensjahre darf Maria Lutz (geborene Hartmann) zurückblicken. Zu den Gratulanten zählte auch Lengenwangs Bürgermeister Albert Schreyer jun.

Bild: Annerose Schmalholz

Maria Lutz aus Lengenwang feierte ihren 100. Geburtstag und blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Sie und ihr Mann waren in vielen Vereinen der Gemeinde aktiv.
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Von Gwendolin Sieber
18.09.2021 | Stand: 18:15 Uhr

Auf ein Jahrhundert mit viel Glück und Gesundheit und einem erfüllten Familien- und Vereinsleben darf Maria Lutz aus Lengenwang zurückblicken. Vielen ist sie bekannt als „Muttl“. Zu ihrem 100. Geburtstag kamen an diesem besonderen Tag neben ihrer Familie auch zahlreiche Gratulanten zu ihrem Haus nach Bethlehem.

Maria Lutz, geborene Hartmann, erblickte am achten September 1921 das Licht der Welt. Mit fünf Geschwistern wuchs sie als jüngstes Kind in einer Landwirtschaft in Rettenbach am Auerberg auf. Ab Ostern 1928 ging sie für sieben Jahre zur Schule und wurde mit einem guten Zeugnis bei der Gastwirtschaft Fischer in Ob als Kindermädchen eingestellt. Nach eineinhalb Jahren erhielt sie den Posten der ersten Magd und verdiente achtzehn Mark pro Monat. Das war damals der geringe Lohn für die viele und teilweise sehr harte Arbeit. 1938 starb Marias Vater, deshalb kehrte sie wieder nach Hause zurück, um dort bei der Arbeit zu helfen.

Seit 1950 wohnt Maria Lutz in Lengenwang

Bald danach lernte sie den Lengenwanger Ludwig Lutz kennen, der in die Bäckerei Salzmann nach Rettenbach dienstverpflichtet wurde. Geheiratet haben die beiden dann am 30. September 1946. Ein Jahr später kam ihre Tochter Gerti zur Welt. Bis 1950 lebten und arbeiteten sie in Marktoberdorf in der Bäckerei Stadler. Seit 1950 wohnen sie im eigenen Haus in Bethlehem/Lengenwang.

Die Jubilarin kannte kein Rasten und kein Ruhen und so war sie überall, wo Not am Mann war. Sie arbeitete beispielsweise in der Bäckerei Höbel in der Backstube und im Laden, bediente in Gastwirtschaften, pflegte Wöchnerinnen oder arbeitete bei der Autolackiererei Menhofer. Außerdem war sie ehrenamtlich 20 Jahre Mitglied des Pfarrgemeinderates und verbrachte viele sportliche und gesellige Stunden mit den Gymnastikdamen des TSV Lengenwang (ebenfalls rund 20 Jahre).

Fast 50 Jahre Mitglied im Kegelclub Lengenwang

Gemeinsam mit ihrem Mann war sie viele Jahre aktives Mitglied des Schützenvereins und kegelte als Gründungsmitglied fast 50 Jahre beim Kegelclub „Gut Holz“ in Lengenwang. Darüber hinaus unterstützte sie ihren Mann Ludwig viele Jahrzehnte bei seinen zahlreichen Ehrenämtern unter anderem beim TSV Lengenwang, dem Musikverein Lengenwang und dem Reservisten- und Veteranenverein. „Do wo mir it drbei waret, do war´s nix, hand se allad gset“, sagte sie vor zwei Jahren schmunzelnd anlässlich einer TSV-Ehrung für 65-Mitgliedsjahre.

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Im August dieses Jahres musste sie nun von ihrem zwei Jahre jüngeren Mann Abschied nehmen. Ende September hätte sie mit ihm das seltene Ehejubiläum, die Kronjuwelenhochzeit, gefeiert.

„Deand ja it streite und im Friede leabe, des war für mi allad s’Wichtigste“, betonte Maria Lutz schon oft. Diese Harmonie erlebt sie mit ihrer Tochter Gerti und deren Ehemann Gustav Fritsch, die sie liebevoll im eigenen Heim pflegen. Besonders freut sie sich auch, wenn sie ihre zwei Enkel und vier Urenkel besuchen.