Futsal-Talent aus dem Allgäu

Marktoberdorfer in Sportler in der Futsal-Nationalmannschaft

Mathias Franke ist für die Qualifikationsspiele für die Futsal-Europameisterschaft im Kader der deutschen Futsal-Nationalmannschaft.

Mathias Franke ist für die Qualifikationsspiele für die Futsal-Europameisterschaft im Kader der deutschen Futsal-Nationalmannschaft.

Bild: Luke Wolfgarten

Mathias Franke ist für die Qualifikationsspiele für die Futsal-Europameisterschaft im Kader der deutschen Futsal-Nationalmannschaft.

Bild: Luke Wolfgarten

Mathias Franke aus Marktoberdorf ist im Kader der deutschen Futsal-Nationalmannschaft. Was ihn an diesem Sport begeistert und welche wichtigen Spiele bevorstehen.
07.11.2020 | Stand: 12:00 Uhr

„Die Nervosität ist natürlich da“, sagt Mathias Franke aus Marktoberdorf. Wenngleich sie im streng geregelten Tagesablauf vor den beiden wichtigen Spielen etwas untergeht. Frühstück, Training, Mittagspause, ein zweites Training: So sieht die Vorbereitung des Kaders der deutschen Futsal-Nationalmannschaft auf die Qualifikationsspiele für die Europameisterschaft 2022 aus. „Natürlich ist das Training hart, aber ich nehme auch einiges daraus mit“, sagt Franke, seit diesem Jahr Teil des Kaders.

Begonnen hat Mathias Franke mit dem klassischen Fußball im Verein. Von 2011 bis 2014 spielte er bei der SpVgg Kaufbeuren und wechselte dann zum BSK Olympia Neugablonz. „Wir spielten im Sommer normalen, hobbymäßigen Fußball draußen und im Winter Hallenfußball“, sagt er. Vor neun Jahren begannen er und seine Mannschaftskollegen in der Winterpause, nach Futsal-Regeln zu trainieren. „Jedes Jahr veranstalteten wir auch mehrere Hobby-Turniere mit Freunden und anderen Vereinen.“ Dabei habe er den Sport für sich entdeckt.

"Ich bin begeistert vom Futsal"

„Futsal und Fußball sind zwei Welten“, sagt Franke. Vom Weltfußballverband FIFA ist Futsal als Variante des Hallenfußballs anerkannt. Einige Regeln und die Technik unterscheiden sich laut Franke sehr: Der größte Unterschied sei, dass ohne die Banden-Begrenzung gespielt wird. Beim Futsal spiele man auf Handballtore und der Ball sei etwas schwerer als ein Fußball. „Futsal ist schnell, actionreich und technisch sehr anspruchsvoll“, sagt er. „Das begeistert mich so an diesem Sport.“

Franke gründete den ersten Futsal-Verein im Allgäu

Bis vor ein paar Jahren sei Futsal jedoch noch eine sehr unbekannte Sportart in Bayern gewesen. „Im Allgäu gab es noch gar keinen Verein.“ Deswegen habe er im Jahr 2017 mit einigen seiner Mannschaftskollegen Futsal Allgäu unter dem Dach der SpVgg Kaufbeuren gegründet. „Das Interesse war von Anfang an groß“, sagt der 29-Jährige. Seit zwei Jahren sei der Verein auch Teil der Bayernliga. „Und ich freue mich, dass der Sport immer bekannter und beliebter wird.“

Guten Eindruck beim Bundestrainer hinterlassen

Franke wurde heuer erstmals für die Futsal-Nationalmannschaft nominiert. Auf Sichtungstagen und beim Landesauswahlturnier in Duisburg hatte er bei Marcel Loosveld, dem Trainer der Futsal-Nationalmannschaft, einen guten Eindruck hinterlassen. Beim ersten EM-Qualifikationsspiel gegen Georgien in Tiflis, war der Allgäuer Dribbelkünstler bereits dabei. Zwei seiner Allgäuer Mannschaftskollegen aus dem Futsal Allgäu, Alexander Weber und Alexander Günter, sind mit ihm im Kader der deutschen Nationalmannschaft.

Um sich einem Regionalliga-Verein anzuschließen, wechselte Franke im Sommer dieses Jahres zum SSV Jahn Regensburg. Hintergrund ist vor allem das Ziel, weiterhin in der deutschen Futsal-Nationalmannschaft zu spielen. Ein weiterer Grund für den Wechsel ist, dass im kommenden Jahr laut Franke eine Futsal-Bundesliga gegründet werden soll. „Natürlich möchte ich weiterkommen.“ Doch im Moment sei der Sport noch Hobby. „Wenn ich nicht gerade Futsal spiele, dann arbeite ich bei Fendt“, sagt er.

Zwei entscheidende Spiele

Am Freitag fand ein weiteres Qualifikationsspiel für die Futsal-EM statt. In Untersiggenthal spielte die Mannschaft gegen die Schweiz. Am 9. November ist das Rückspiel in Ludwigsburg. „An den Spielen hängt einiges dran“, sagt der 29-Jährige. Die Nationalmannschaft muss sowohl das Hin- als auch das Rückspiel gewinnen, um sich für die Futsal-EM zu qualifizieren.