Obergünzburg wächst

Mehr Wohnungen: 24 Plätze im Baugebiet Ebersbach-West

Neue Bauplätze entstehen derzeit in Ebersbach.

Neue Bauplätze entstehen derzeit in Ebersbach.

Bild: Silvio Wyszengrad

Neue Bauplätze entstehen derzeit in Ebersbach.

Bild: Silvio Wyszengrad

Marktrat Obergünzburg beschäftigt sich mit Bauleitplanung. Warum die Gemeine ein Ökokonto einrichten will.
05.02.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Platz ist da, Nachfrage auch – aber es wird trotzdem noch ein bisschen dauern, bis das neue Ebersbacher Baugebiet Gestalt annimmt. Einen Entwurf stellte Architekt und Stadtplaner Thomas Haag vom Architekturbüro Abtplan dem Obergünzburger Marktrat schon einmal vor.

In einem L-förmigen Bereich gegenüber der Käserei am westlichen Ortseingang sind 24 Bauplätze vorgesehen, die über die Straßen Am Bergblick, Kreuzbergweg und Gässele erreicht werden können. Diese sollen verlängert und idealerweise miteinander verbunden werden, damit die Durchfahrt durch das Gebiet für die Anwohner und für den Schneepflug möglich ist. Außerdem soll möglichst wenig Platz durch Straßen eingenommen werden, damit mehr für die Grundstücke übrig bleibt und nicht unnötig Fläche versiegelt wird.

Herausfordernd ist dabei vor allem die Topographie, denn das Gelände ist – nicht gerade untypisch für Ebersbach – ziemlich steil. Zehn Meter Höhenversatz liegen zwischen dem höchsten und dem tiefsten Punkt, das Gefälle der Straßen bzw. ihrer Verlängerungen beträgt bis zu 20 Prozent.

Ortsbild im Blick

Auch auf das Ortsbild soll die Planung Rücksicht nehmen, weswegen beispielsweise die weiter oben liegenden Häuser nicht höher als zwei Geschosse plus Dach werden sollen. Im Süden wären mehrgeschossige Mehrfamilienhäuser möglich. Aufgrund dieser Besonderheiten müsse man sich jeden Bauplatz genau ansehen und festlegen, wo und wie darauf gebaut werden könne, erklärte der Architekt. Der Bauausschuss bekam den Auftrag, sich ab sofort eingehend mit der weiteren Planung zu befassen, damit im Sommer ein Entwurf an die zuständigen Behörden gehen kann.

Flächen auf Vorrat ausweisen

Da das Bebauungsgebiet Ebersbach-West teilweise im Außenbereich liegt, sind ökologische Ausgleichsmaßnahmen erforderlich. Diese werden auch bei anderen Bauvorhaben gefordert, bei denen Flächen neu versiegelt werden oder die Natur anderweitig beeinträchtigt wird. Daher ist es für Gemeinden sinnvoll, „auf Vorrat“ Flächen auszuweisen, die für solche Ausgleichsmaßnahmen zur Verfügung stehen, weil das die Planung vereinfacht und beschleunigt. Zu diesem Zweck kann eine Gemeinde ein sogenanntes Ökokonto beim Bayerischen Landesamt für Umwelt eröffnen, das sich sogar verzinst.

Wie das funktioniert, erläuterte die Landschaftsarchitektin Heidemarie Frank-Krieger dem Gremium. Ziel des Ökokontos ist es, einen Überblick über die einzelnen Flächen zu bekommen und ein Gesamtkonzept zu entwickeln, das ökologische Verbesserungen ermöglicht, sagte Frank-Krieger.

Marktrat Johannes Schindele sah das Prinzip der Ausgleichsflächen kritisch, weil diese der Landwirtschaft als Nutzungsfläche fehlten. Allerdings ist nicht die Größe einer Fläche entscheidend, sondern das Aufwertungspotenzial, das sie hat, erklärte die Expertin. Besonders viele Ökopunkte gebe es oft schon für kleinflächige Maßnahmen wie das Pflanzen einer Hecke am Waldrand oder die Renaturierung eines zuvor verrohrten Grabens. Der Marktrat beschloss einstimmig, ein solches Ökokonto einzurichten und stellte für die Flächenbegehung, Auswertung und Dokumentation 7000 Euro an Haushaltsmitteln bereit. Der Haushalt 2021 wird allerdings erst in der März-Sitzung beschlossen.

Im März soll auch die Bürgerversammlung in Obergünzburg und den VG-Gemeinden stattfinden, und zwar als virtuelles Format, bei dem die Bürger ihre Fragen vorab per E-Mail einreichen können. Sobald die technischen Details feststehen, werden die Bürger darüber informiert.