Hofbauer:

„Mein Baby macht mein Leben noch schöner“

Mo Hofbauer

Mo Hofbauer

Bild: Jennifer Többen

Mo Hofbauer

Bild: Jennifer Többen

Ihren kleinen Sohn hat Ex-Bachelorette Anna Hofbauer aus Marktoberdorf zu ihrem Besuch bei derAllgäuer Zeitungmitgenommen. Zunächst schläft der dreieinhalb Monate alte Wonneproppen noch – doch dann kräht er immer wieder vernehmlich. Erst ist es Leo zu warm in seinem Strampler, dann hat er Hunger – und wird von seiner Mama Anna Hofbauer liebevoll gefüttert. Wie berichtet, ist die Schauspielerin und Musicaldarstellerin (31) zum ersten Mal Mama. Ein Interview über Familien- und Babyglück, ihr Abnabeln vom Füssener Festspielhaus, TV-Auftritte und die Karriere.

11.03.2020 | Stand: 16:43 Uhr

Frau Hofbauer, wie läuft der Alltag mit Baby?

Ich kann ganz normal mein Leben weiterführen – nur dass ich jetzt einen kleinen Wurm dabei habe, der es schöner macht. Ich kann ihn überallhin mitnehmen, gerade im Café schläft er oft tief und fest. Nur meine Nächte sind natürlich viel kürzer als früher. (lacht)

Jetzt schläft Leo ja nicht, sondern quengelt ein bisschen, aber zum Glück nicht sehr laut...

Das kann er aber schon! Man merkt schon, dass seine beiden Eltern gelernte Sänger sind...

Wie gelingt es Ihnen, Kind und Karriere miteinander zu vereinbaren?

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Das braucht viel Organisationstalent. Zum Glück sind mein Freund Marc (Schauspieler Marc Barthel, Anmerkung d. Red.) und ich darin super. Auch unsere Familien. Ich drehe viel fürs Fernsehen. Weil die Drehtage nur punktuell sind, ist das viel einfacher, als wenn ich wochenlang auf Proben oder mit einem Musical auf Tour wäre. Als ich etwa in Stuttgart „Die Päpstin“ gesungen hab’, war ich einige Wochen lang jeden Tag weg.

Wie macht sich Ihr Freund als Papa?

Er ist super als Papa. Leo und er machen schon viel Dummheiten zusammen. Leo singt ja schon ganz viel, plappert und schneidet gerne Grimassen. Und Marc macht da mit!(lacht) Leo macht uns beiden große Freude.

Sie standen ja vor Kurzem gemeinsam mit Marc vor der Kamera. Bei „Notruf Hafenkante“ (ZDF). Wie war das?

Vorher haben wir uns viele Gedanken gemacht, wie das klappt. Aber gerade weil wir uns so gut kennen, war das super. Ich weiß, wie ich Marc als Schauspielpartner nehmen muss, ihn „lesen muss“, wie man in der Branche sagt. Übrigens: Die Folge wird heute ausgestrahlt!

Sie haben ja auch bei einer Episode der ARD-Serie „Hubert ohne Staller“ mitgespielt. Was für Fernsehauftritte haben Sie heuer sonst noch?

2020 ist Einiges in Planung. Ich freu’ mich da auch sehr darauf und hoffe, dass alles klappt. Aber ich darf leider, wie in der Branche üblich, nicht darüber reden, bis die Verträge fix sind.

Ihre Karriere begann mit Ihrer Ausbildung zur Musicaldarstellerin an der Joop van den Ende Academy (bis 2010). Wie erinnern Sie sich an Ihre berufliche Anfangszeit?

Ich weiß noch, dass ich meine Matheklausur beim Abi in Marktoberdorf früher abgeben musste, um den Flieger nach Hamburg zur Aufnahmeprüfung an der Academy zu schaffen. Es war eine richtig spannende Zeit, die ich nicht missen möchte.

Würden Sie aktuell ein Musicalengagement annehmen? Zum Beispiel in Füssen, wo Sie als Sissi oder als Päpstin über 400-mal auf der Bühne standen?

Ein Engagement am Festspielhaus in Füssen, meiner Heimatbühne, wäre natürlich einfach, weil meine Eltern ja in Marktoberdorf wohnen und deshalb in der Nähe wären. Aber ich vergleiche das mal mit einem Buch: Da will man ja auch nicht immer die gleiche Seite lesen, sondern wissen, wie die Handlung weitergeht – und dafür ein neues Kapitel aufschlagen.

Und das neue Karriere-Kapitel ist für Sie das Fernsehen?

Unter anderem. Ich merke gerade immer mehr, dass ich mich auch im Schauspiel, also in Sprechrollen, sehr zuhause fühle. Ich habe ja als Kind im Mobilé in Marktoberdorf damit angefangen. Neben dem Singen von Musicals ist das quasi mein zweites künstlerisches Baby.

2017 durften Sie am Brandenburger Tor vor 50 000 Besuchern Lieder aus ihrem Soloalbum singen. Haben Sie neue Pläne für eigene Soloprojekte?

Das spukt mir immer wieder im Kopf herum. Aber ich habe keine Zeit, tagelang ins Tonstudio zu gehen. Solo-Gesangsabende geben will ich auf jeden Fall wieder. Da singe ich, was ich möchte! Und nicht nur das, was mir jemand hinlegt, der dann sagt: „Sing das mal! Das gehört zum Stück!“

Sie haben offensichtlich alle möglichen Karrierepläne...

Ich liebe es sehr, Mama zu sein, aber ich liebe auch meinen Job sehr und will weder auf das Eine noch auf das Andere verzichten. Das Tolle ist, dass mein Job es zulässt, Beides miteinander zu vereinbaren.

Wie wichtig ist Ihnen Ihr Engagement für die Stiftung „Steps for children“?

Wenn wir Hunger haben, gehen wir zum Kühlschrank und essen. Wenn wir Durst haben, trinken wir. Das sehen wir als selbstverständlich an. In Namibia und Simbabwe ist es das aber leider nicht. Und weil ich mit meinem Beruf in der Öffentlichkeit stehe, sehe ich es als meine Pflicht an, Charity zu machen, um Dinge zu verbessern, statt wegzu-gucken. Reichweite verpflichtet! Und hinter der Stiftung stehe ich wirklich. Denn die machen langfristige Projekte, damit sich Kinder in Afrika ernähren können und Bildung bekommen. Die bauen Schulen und Brunnen, geben Hilfe zur Selbsthilfe.

Sie haben Ihre „Reichweite“ angesprochen. Wie lebt es sich als Promi?

In Berlin ist die Promi-Dichte unglaublich groß. Da ist es nichts Besonderes, wenn ein Promi an einem vorbeiläuft. Natürlich werde ich erkannt, aber das ist immer positiv und total lieb.

Und in Marktoberdorf...

Da wissen viele, dass ich im Fernsehen war und eine Tochter der Standesbeamtin bin. Aber in Marktoberdorf kennt eh jeder jeden.(lacht)Marc und ich können auch hier ganz normal ins Restaurant gehen oder einen Kaffee trinken. Wir sind ja auch ganz normale Leute und nicht George Clooney, Brad Pit oder Angelina Jolie. Mit denen möchte ich nicht tauschen!

Spielt Ihre Vergangenheit als „Bachelorette“ für Sie noch eine Rolle?

Nein. Ich wollte ja auch damals gleich zurück in den Beruf, den ich liebe, und kein It-Girl auf der Jagd nach Instagram-Ruhm werden oder Rosen in irgendwelchen Discos verteilen.

Warum haben Sie damals bei der Sendung mitgemacht, bei der Sie öffentlich einen Partner auswählen mussten?

Ich hatte Lust darauf. Bei mir hat es damals funktioniert, weil ich es ernst genommen und mich wirklich darauf eingelassen habe. Das wurde mir auch positiv angerechnet. Jetzt machen da die Leute nur noch mit um Blogger oder Influenzer zu werden und Aufmerksamkeit zu bekommen.

Ihre Eltern fahren ja öfter zu Ihnen nach Berlin – und Sie besuchen Ihre Eltern mehrmals im Jahr in Marktoberdorf. Pflegen Sie auch noch alte Freundschaften hier?

Ja, das Treffen mit meinen Freundinnen steht in Marktoberdorf auch immer ganz oben auf meiner Agenda! Ich finde es auch gut, dass die alle ganz normale Berufe haben. Von meinen engen Freunden hat keiner etwas mit dem Theaterleben oder dem Showbiz zu tun.

Was hat sich in Marktoberdorf in den letzten Jahren verändert?

Nicht viel, wenn Sie mich fragen. Ich bin unglaublich gern hier, fern von aller Hektik in Berlin. Ich kann hier durchschnaufen und Energie tanken. Und mein Freund, er ist ja Berliner, sagt, dass ich, sobald die Autotüre aufgeht, wieder im Dialekt spreche. (lacht).