Hilfsaktion

Milchbrei für unterernährte Kinder: Wie eine Marktoberdorferin in Namibia hilft

MO Namibia

Von ihren Eindrücken in Namibia und den oft unterernährten Kindern dort berichtet die Marktoberdorferin Margot Diea El-Din.

Bild: Margot Diea El-Din

Von ihren Eindrücken in Namibia und den oft unterernährten Kindern dort berichtet die Marktoberdorferin Margot Diea El-Din.

Bild: Margot Diea El-Din

Wie Frauen aus Marktoberdorf und der Region dringend benötigte Sach- und Geldspenden für Namibia sammeln.
30.01.2022 | Stand: 17:04 Uhr

Wie schlimm ein armes Land wie das im Süden Afrika liegende Namibia von der Coronapandemie gebeutelt wird, hat Margot Diea El-Din mit eigenen Augen gesehen. Denn mit Elisabeth May von der Stiftung Namibia aus Hohenpeißenberg reiste die Marktoberdorferin erst im November ins namibische Windhoek.

Corona bedeutete für die Menschen in Namibia den sozialen Absturz"

Denn Corona bedeutete für Menschen in Namibia „nicht nur zu erkranken“, wie Margot Diea El-Din es ausdrückt. Vielmehr fielen in den vergangenen zwei Jahren sehr viele Einnahmen durch den Tourismus weg – wodurch viele Menschen ihre Arbeitsplätze verloren. „Die Folgen: Sozialer Absturz, Kinder können nicht mehr zur Schule gehen, regelmäßige Mahlzeiten sind auch nicht mehr gewährleistet“, sagt die Marktoberdorferin. „In Namibia auf staatliche Unterstützung in solchen Fällen zu hoffen, bringe aber überhaupt gar nichts.

„Wir hatten uns für unsere Reise vorgenommen, nicht nur Geld zu verteilen, sondern zu hinterfragen, was wo benötigt wird und was im Land besorgt oder veranlasst werden kann“, sagt Margot Diea El-Din. Mit Rat und Tat standen ihr und May dabei die Missionsschwestern des Benediktinerordens Tutzing in Tsumeb, Namuntuntu und Bethanie vor Ort zur Seite: „Sie kennen die Menschen, ihre Kultur, ihre Schicksale.“

Marktoberdorferin verteilt "Millipapp" an 500 Kinder und Senioren

Wie El-Din erzählt, sind viele der heranwachsenden Kinder in der namibischen Region unterernährt, umso wichtiger seien besagte Einrichtungen der Missionsbenediktinerinnen: das St. Leoni’s Care Center in Tsumeb – in dem derzeit ungefähr 500 Kinder und alte Menschen mit einer warmen Mahlzeit täglich versorgt werden; oder die Kindergärten in Namuntuntu und Bethanie. „Schul - und Kleinkinder bekommen hier einmal täglich gekochten Milchbrei, genannt Millipapp“, weiß El-Din. Bis zum nächsten Tag sei das oft deren einzige Versorgung mit Nahrung.

Milch für unterernährte namibische Kinder in Windhoek: Wie Frauen aus Marktoberdorf und der Region in Namibia helfen.
Milch für unterernährte namibische Kinder in Windhoek: Wie Frauen aus Marktoberdorf und der Region in Namibia helfen.
Bild: Margot Diea El-Din

Gekocht wird dort von einheimischen Frauen, alt und jung helfen zusammen. „Die Mengen erschienen uns riesig“, bemerkt El-Din. „Jedoch in kürzester Zeit war auch der größte Topf leer.“ Hier hätten die vielen Spenden so gut getan. Die Vorratskeller wurden aufgefüllt. Mit Maismehl und Milchpulver, aber auch mit Fleisch und Kochwürsten („Burewürst“). Denn damit könne wenigstens ab und zu mal ein kräftiger Eintopf zubereitet werden.

Durchlöcherte Schule, keine Radiergummis und Bleistifte: Der Mangel ist überall sichtbar

Für den Schulbesuch wird vor Ort übrigens bestimmte Schuluniform gefordert. Die der Mädchen muss laut El-Din extra geschneidert werden, da es sie nicht von der Stange gebe. Mangelware seien auch heile Schuhe oder Schulmaterialien wie Kuli, Lineal, Papier, Radiergummi, Bleistift. „So sind wir losgezogen mit den Schwestern, alles konnte in den Geschäften des Landes besorgt werden, ein Schneider wurde ebenso beauftragt“, berichtet die Marktoberdorferin. „Genau das wollten wir, nicht alles von Deutschland anschleppen, sondern die heimische Wirtschaft unterstützen“, sagt sie heute. „Ich denke, dies ist uns gelungen.“

El-Din berichtet auch von zwei Projekten, die ihr und ihren Mitstreiterinnen von der Stiftung in Hohenpeißenberg sehr am Herzen liegen: der Bau eines Mädcheninternat in Namuntuntu (das ist zugleich eine Schule mit Berufsausbildung für Mädchen) sowie die Errichtung einer dringend benötigten Wasserpumpe in Bethanie.

Die Marktoberdorferin sagt: "Die ganze Welt können wir nicht retten, aber ein Lächeln in viele Kindergesichter zaubern"

„Wir werden weiterhin versuchen, diese Vorhaben zu unterstützen“, sagt sie. Jeder gespendete Euro helfe dabei. Die Marktoberdorerin betont, wie dankbar sie und Elibsabeth May auch den bisherigen Spendern schon seien. „Wir wissen, die ganze Welt kann nicht gerettet werden, aber jedes Tröpflein trägt dazu bei ein Lächeln in das Gesicht eines Kindes zu zaubern.“

Spendenkonto: Stiftung Namibia, Sparkasse Oberland, IBAN: DE05 7035 1030 0036 0106 27, BIC: BYLADEM1WHM

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