Ronsberg

Mit Stolz und Freude

Jubiläum SC Ronsberg feiert an diesem Wochenende sein Hundertjähriges in großem Stil. Inzwischen treiben fast 1000 Mitglieder in neun Sparten Sport. Was die Geschichte des Vereins so wechselvoll macht
17.09.2019 | Stand: 16:26 Uhr

Was Vorsitzender Jürgen Enderle in seinem Grußwort schreibt, drückt den ganzen Stolz des Vereins und zugleich tiefe Dankbarkeit aus: „Aus den bescheidenen Anfängen des im Jahre 1919 gegründeten TV Ronsberg ist nach dem Zusammenschluss mit dem damaligen BC Ronsberg im Laufe des vergangenen Jahrhunderts zum heutigen SC Ronsberg ein beachtlicher Verein mit annähernd 1000 Mitgliedern und zahlreichen sehr aktiven Abteilungen entstanden.“ Einige Veranstaltungen im Jubiläumsjahr wurden bereits gefeiert, doch der Höhepunkt folgt nun: das Festwochenende vom 20. bis 22. September.

Beim Festakt blickt der Verein auch auf die Gründung am 6. September 1919 zurück – mit immerhin 56 Teilnehmern. Damit bezeugten die Ronsberger, wie wichtig ihnen sportliche Aktivitäten in einer guten Gemeinschaft sind. Erster Vorsitzender war Johann Kastner.

Hitlers Machtergreifung ging auch am Turnverein Ronsberg nicht spurlos vorüber. Adolf Langhirt, erst im Jahr zuvor Vorsitzender geworden, legte im Zuge der sogenannten Gleichschaltung der Turnführer, wie sie fortan hießen, sein Amt nieder. Xaver Forster stand danach an der Spitze. Unter seiner Ägide wurde dank Hilfe vieler Mitglieder – allen voran Andreas Leitner – eine „stattliche Turnhalle“ gebaut, wie es nachzulesen ist. Bis 1941 lief der Sportbetrieb in für Kriegszeiten normalen Verhältnissen weiter. Wie es danach weiterging, ist in der Chronik nicht verzeichnet.

1946 wurde der Verein als Turn- und Sportverein von Andreas Leitner, nun Bürgermeister, wiederbelebt. An der Spitze stand Bernhard Wessendorf. Allmählich begann der Fußball-Betrieb – zunächst mit einem Freundschaftsspiel gegen den TSV Günzach. Seit 1950 beteiligt sie sich an regulären Punktrunden.

Bereits ein Jahr später trennten sich die Fußballer vom TSV und hoben mit dem Ballspielclub Ronsberg (BCR) einen eigenen Verein aus der Taufe. Doch 1972 schlossen sich TSV und BCR zusammen. Es war die Geburtsstunde des heutigen Sportclubs Ronsberg.

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Wie im richtigen Leben verzeichnet der SCR einige Tiefen, vor allem aber viele Höhen. Fußballplätze entstanden, Tennisplätze, ein Vereinsheim wurde in mehr als 5000 freiwilligen Arbeitsstunden errichtet, unter der Leitung von Anton Volk und Heiner Walser wurde eine neue Mehrzweckhalle gebaut, eine eigene Leichtathletikanlage entstand. Inzwischen bietet der Sportclub Ronsbergern jeden Alters ein vielfältiges Angebot, um fit zu werden oder zu bleiben, um Spaß an Bewegung und Gemeinschaft zu haben. Rund ein Viertel der Mitglieder sind Kinder und Jugendliche. Derzeit gliedert sich der Verein in die neun Sparten Turnen, Fußball, Tennis, Tischtennis, Leichtathletik, Volleyball, Badminton, Wintersport (mit eigenem Skilift) und Theater. Sogar Fechten gab es eine Zeit lang.

2012 wurde in der Vorstandsgeschichte des Vereins ein neues Kapitel aufgeschlagen: Nach 40 Jahren übergab Michael Keidler das Amt des Vorsitzenden an Andreas Baumeister. Die zweite große Veränderung an der Spitze erfolgte 2016, als Werner Bürgel den Posten des zweiten Vorsitzenden nach 25 Jahren an Daniela Wölfle übergab. Im gleichen Jahr übernahm Jürgen Enderle den Vorsitz von Baumeister. Und schließlich ging im vergangenen Jahr eine weitere Ära zu Ende, als Josef Menzl nach 38 Jahren Vorstandsarbeit verabschiedet wurde.

Am kommenden Wochenende wird nun gemeinsam mit Mitgliedern und Bevölkerung gefeiert(siehe Infokasten). Doch das Festjahr dauert auch danach noch an. Am 3. November steht der 35. Ronsberger Lauf und am 8. Dezember die Waldweihnacht im Terminkalender. Damit endet dann das Hundertjährige für den Verein, von dem Bürgermeister Gerhard Kraus sagt: „Natürlich würden keine 100 Jahre erreicht werden können, wenn nicht immer wieder Menschen aus unserer Mitte bereit gewesen wären, Verantwortung und Führungsaufgaben zu übernehmen.“ So soll es auch in Zukunft bleiben.(af)

www.100-jahre-scr.de