Pläne der Deutschen Telekom

Kommt ein 20 Meter hoher Mobilfunkmast nach Ruderatshofen?

Hergatz Mobilfunkmast

Etwa 20 Meter hoch soll der Mobilfunkmast werden, der in Ruderatshofen geplant ist.

Bild: Olaf Winkler (Symbolbild)

Etwa 20 Meter hoch soll der Mobilfunkmast werden, der in Ruderatshofen geplant ist.

Bild: Olaf Winkler (Symbolbild)

Im Ostallgäuer Ruderatshofen soll ein 20 Meter hoher Funkturm errichtet werden. Im Gemeinderat wird das Vorhaben durchaus kritisch gesehen.
23.09.2021 | Stand: 14:30 Uhr

Die Deutsche Telekom plant über ihre Teilfirma Funkturm GmbH, im Ruderatshofener Gewerbepark Am Fürgen einen „20 Meter hohen Betonmast inklusive Technik“ zu errichten. Nach ausführlicher Diskussion entschied der Gemeinderat, zunächst von einem neutralen Fachmann nähere Details einzuholen. Erst dann wolle das Gremium eine Stellungnahme abgeben. Auch in Unterthingau sorgt ein geplanter Mobilfunkmast für Diskussion. Dort wurde eine Unterschriftenaktion gestartet (wir berichteten).

Was unter der „Technik“ zu verstehen ist, sei laut Ruderatshofens Bürgermeister Johann Stich im Bauantrag nicht näher beschrieben. Das betreffende Grundstück liegt nahe der B 12, nördlich der Bundesstraße. Nachbarunterschriften lägen nicht vor. Allerdings seien auch keine Äußerungen aus der Bevölkerung zu ihm durchgedrungen, informierte der Gemeindechef den Gemeinderat. Laut Verwaltung spreche nichts gegen das Projekt.

Hier hakten etliche Ratsmitglieder nach. Alfred Maier fragte, ob da etwas aufgerissen werden müsse. Stich bejahte das, weil eine Stromzufuhr gemacht werden müsse. Auch welche Technik drauf komme, ob 4G oder 5G, sei nicht im Antrag enthalten. Sebastian Freidel fragte nach der Höhe der Strahlung, und wollte wissen, ob die Feuerwehr für einen möglichen Unfall gerüstet wäre. Franz Popp bezweifelte, ob ein Strahlengutachten möglich oder sinnvoll wäre. Und Wolfgang Halbritter stellte in Frage, ob oder was man mit einer Auskunft zur Art der Nutzung überhaupt etwas anfangen könnte.

Gemeinderat Ruderatshofen schiebt Entscheidung auf

Wilfried Aßmann erwähnte schließlich, dass der Abstand zum nächst gelegenen Gebäude rund einen Kilometer betrage. Trotzdem möchte er einen kompetenten Gesprächspartner herholen. Denn es bestehe schon ein Mast auf der Bergmang-Alpe, „warum brauchen wir dann den noch?“ Somit vertagte das Ratsgremium eine entsprechende Stellungnahme.

Auch in Unterthingau ist ein Mobilfunkmast geplant. Wie berichtet, möchte die Deutsche Telekom auf der Trinkwasserversorgung des Unterthingauer Ortsteils Reinhardsried einen 40 Meter hohen Mobilfunkmasten errichten. Betroffen wäre der Hochbehälter Lippenhalde, der nur wenige hundert Meter von den Weilern Kipfenberg und Lippenhalde und nur zwei Kilometer vom Unterthingauer Ortsteil Reinhardsried und der Gemeinde Kraftisried entfernt liegt.

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Auch das Thema Hochwasserschutz stand auf der Agenda des Ruderatshofener Gemeinderats. Übergeordnete Behörden arbeiten an einem Plan zur Festlegung des Überschwemmungsgebietes im Bereich der Wertach. Dies betrifft im Bereich Wertach-Mitte das Areal des Flussverlaufs zwischen Marktoberdorf, Ruderatshofen und Biessenhofen. Die Festsetzung des Überschwemmungsgebietes soll zur Abwehr der Hochwassergefahr dienen. Betroffen ist laut Bürgermeister Stich vor allem der südlichste Gemeindeteil, die Ortschaft Geisenhofen. Grundtenor dieser Gebietsdarstellung sei wohl auch, dass in diesen Arealen möglichst keine Bebauung entstehe, meinte der Gemeindechef.

Kosten sind höher als erwartert

In Ruderatshofen soll ein neuer Bauhof entstehen. Die ursprünglich kalkulierten Kosten erwiesen sich als zu gering geschätzt, gestand der Ruderatshofener Bürgermeister Johann Stich in der Ratssitzung ein. Daher legte er dazu eine Auflistung der überplanmäßigen Ausgaben im Ratsgremium vor. Bisher sind insgesamt 436.000 Euro Kosten angefallen. Für dieses Haushaltsjahr waren 100.000 Euro angesetzt worden. Allerdings seien durch Netzanschluss sowie Mehraufwendungen bei Heizung, Elektro, Dachdämmung und Lohnkosten bereits jetzt Rechnungen über 31.000 Euro vorgelegen. Weitere 29.000 Euro müsse man aber zusätzlich einrechnen, die kostenmäßig hinzukämen. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, diese überplanmäßigen Ausgaben von derzeit 31 000 Euro zu genehmigen und das dafür notwendige Geld aus den Rücklagen zu entnehmen. Außerdem wurde beschlossen, die 70 Quadratmeter Betriebsräume im Bauhof für 3260 Euro brutto mit Estrich ausstatten zu lassen.

Zwei Bauanträge, die in der Tagesordnung nicht vorgesehen waren, passierten das Ruderatshofener Ratsgremium mit einhelliger Zustimmung. Im südlichsten Ortsteil Geisenhofen möchte ein Vollerwerbslandwirt seinen Milchvieh-Laufstall Richtung Osten erweitern. Das landwirtschaftlich privilegierte Bauvorhaben erhielt einstimmig das gemeindliche Einvernehmen. Ebenfalls einhellig genehmigt wurde der Bauwunsch eines Vollerwerbslandwirts im Ortsteil Leichertshofen. Er möchte im östlichen Bereich eine Halle errichten. Das Gebäude soll 45 mal 15 Meter groß werden.

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