Abschied in der Kirche

Obergünzburger Kaplan geht zurück nach Indien: Der tiefe Dank seiner Günztaler Gemeinde begleitet ihn

Gü OG Kaplan geht

Kaplan Josef Paryathara kehrt nach acht Jahren priesterlichem Wirken in der Pfarreiengemeinschaft Obergünzburg/Untrasried in seine Heimat nach Indien zurück

Bild: Georg Kößler

Kaplan Josef Paryathara kehrt nach acht Jahren priesterlichem Wirken in der Pfarreiengemeinschaft Obergünzburg/Untrasried in seine Heimat nach Indien zurück

Bild: Georg Kößler

Kaplan Josef kehrt in seine indische Heimat zurück. Beim Abschied wird deutlich, was die Gemeindemitglieder in und um Obergünzburg an ihm besonders schätzen.
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Von Hermann Knauer
16.06.2021 | Stand: 11:00 Uhr

Die Koffer waren bereits gepackt, als Kaplan Josef seinen letzten Gottesdienst in der Pfarrei St. Martin Obergünzburg feierte. Zuvor hatte er sich vom Altar aus in Hopferbach, Untrasried und Günzach verabschiedet. Der indische Geistliche kehrt aus dem Allgäu in seine Heimat zurück. Er wird aber voraussichtlich einen neuen Auftrag in Deutschland oder der Schweiz erhalten.

Die herzliche Art des Kaplans kam in und um Obergünzburg gut an

Dürfen die feierlichen Orgelklänge beim Einzug der Geistlichkeit in die Pfarrkirche St. Martin als Gradmesser seiner Beliebtheit gelten, dann kann Kaplan Josef, wie ihn die Bevölkerung in den Pfarreien und Gemeinden zwar nur mit Vornamen, aber mit großer Wertschätzung ansprach, noch viel Sympathie und Hochachtung aus dem Allgäu in seine Koffer packen.

Neben der fast vollständigen Ministrantenschar waren viele Gläubige – unter Beachtung aller Hygienevorschriften – in die Pfarrkirche geströmt, um sich von ihrem Kaplan zu verabschieden. Darunter waren auch viele Kinder und Jugendliche, zu denen Kaplan Josef in den acht Jahren seines Wirkens in der Pfarreiengemeinschaft durch seine herzliche Art eine besondere Beziehung aufgebaut hatte. Sie zeigten mit vorgetragenen Gedichten, Gesängen und Bastelarbeiten als Geschenk ihre Zuneigung zu ihm.

Kaplan Josef hat Spuren in den Herzen der Menschen hinterlassen

Ja, die Kinder, sagte Pfarrer Walter Böhmer in seiner Abschiedsansprache, hätten sein Herz und sein Gemüt in Schwung gebracht. Sie hätten ihn somit befähigt, auch als ein geschätzter Beichtvater sein immerwährendes Ziel zu verwirklichen: die Menschen in die Freundschaft mit Christus hinzuführen.

Nicht nur Bürgermeister Alfred Wölfle aus Untrasried, auch die Vorsitzenden der Pfarrgemeinderäte und Kirchenverwaltungen aus der Pfarreiengemeinschaft und den Vereinen würdigten in ihren Ansprachen die Herzlichkeit, mit der Kaplan Josef in ihren Gemeinden auf die Menschen zugegangen sei. Der Priester habe mit seinem noblen Wesen und seiner freundlichen Art Spuren in den Herzen der Menschen hinterlassen und somit ein wertvolles und angenehmes Miteinander geschaffen und gepflegt.

Der Applaus der Gottesdiensbesucher will nicht enden

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„Sie haben“, so die Würdigung in den verschiedenen Ansprachen, „mit Ihrem Engagement in der Seelsorge, mit Ihrer Herzlichkeit bei jeder Begegnung und mit Ihrer ausgeprägten Freundlichkeit vielen Menschen Freude, Zuversicht und Hoffnung geschenkt. Dafür gebührt Ihnen unser aller Dank.“ Ein nicht enden wollender Applaus der Gottesdienstbesucher rührte nicht nur den scheidenden Kaplan Josef.

Passend zu diesem feierlichen Rahmen war erstmals seit langer Zeit wieder Volksgesang in den Gottesdiensten erlaubt. Während ein Doppelquartett des Kirchenchores den festlichen Gottesdienst gestaltete, begleitete ein vom Volk euphorisch gesungenes „Großer Gott, wir loben dich“ den scheidenden Geistlichen in seine Heimat nach Indien.