Theater-Premiere

"Ophelias Schattentheater" in Marktoberdorf zieht alle Register

Das Mobilé und seine beeindruckenden Darsteller: Ophelia (Sonja Lange, Zweite von links) bei der Aufführung in der Marktoberdorfer Filmburg inmitten ihrer Schatten.

Das Mobilé und seine beeindruckenden Darsteller: Ophelia (Sonja Lange, Zweite von links) bei der Aufführung in der Marktoberdorfer Filmburg inmitten ihrer Schatten.

Bild: Alfred Michel

Das Mobilé und seine beeindruckenden Darsteller: Ophelia (Sonja Lange, Zweite von links) bei der Aufführung in der Marktoberdorfer Filmburg inmitten ihrer Schatten.

Bild: Alfred Michel

Eine Hommage ans Theater: In „Ophelias Schattentheater“ ziehen Regieduo und Darsteller vom Mobilé alle Register. Wie sich im Stück Traum und Realität mischen.
Das Mobilé und seine beeindruckenden Darsteller: Ophelia (Sonja Lange, Zweite von links) bei der Aufführung in der Marktoberdorfer Filmburg inmitten ihrer Schatten.
Von Gabriele Schroth
04.10.2020 | Stand: 12:27 Uhr

Furios ist die Marktoberdorfer Theaterschule Mobilé in die neue Herbstspielzeit gestartet. Als zweite Premiere hat sie nun in einer Bühnenadaption von Monika Schubert „Ophelias Schattentheater“ auf die Filmburgbühne gebracht. Mit der tiefsinnigen Geschichte des Jugendbuchautors Michael Ende von 1988 zog das Regieduo Lucia Golda und Patrick Lutz alle Theaterregister.

In einer überwältigenden Lichtregie mit Projektionen von Lena Golda zeigten Patrick Lutz und Stefan Freimüller den Übergang vom dunklen Schattentreiben zur erhabenen, weiß gleißenden Jenseitsvision. Mit ihrem wunderbaren 16-köpfigen Ensemble aus großen und kleinen Schauspieljüngern geriet diese Mobilé-Lesart zur betörenden Hommage an das unsterbliche Theater.

Traum und Wirklichkeit vermischen sich in Michael Endes anrührender Theaterfigur der alten Souffleuse Ophelia (Sonja Lange), die ganz in ihren Texten und Helden aufgeht. Sie ist bald umschwirrt von einer bezaubernd munteren und choreographisch präzisen Schattentruppe mit Leonie Pflüger, Taira Petz, Hannah Schweinberger, Lea Sirch, Lucia Golda und Nele Wirth.

Theatermutter mit entzückenden Aspiranten: Danja Wolf mit Julian Wolf (links) und Maximilian Horstmann bei der
Theatermutter mit entzückenden Aspiranten: Danja Wolf mit Julian Wolf (links) und Maximilian Horstmann bei der "Ophelia"-Aufführung in der Filmburg.
Bild: Alfred Michel

Entzückende Theateraspiranten

Wirklich geerdet wird die Geschichte erst durch die beiden Nachbarinnen Helin Deniz und Marianne Riedel im köstlichen Oberdorfer Allgäuer Dialekt. Mit Lilly Krauts Hausverwalterin als leibhaftiger Witwe Bolte bildeten sie ein wunderbar klatschsüchtiges Bühnentrio. Dazu gesellten sich noch die Theaterdirektorin (Amelie Schnitzer) und die drei entzückenden kleinen Theateraspiranten Annika Pflüger, Maximilian Horstmann und Julian Wolf samt ihren Theatermüttern Valeska Schnitzer und Danja Wolf.

Zwischen die fantastischen Schwarzschattierungen (Kostüm und Maske: Monika Schubert und Annette Glas) und einen von den jungen Protagonisten selbst gebastelten Schattentheater-Film mischt sich zuletzt jäh ein dunkler Schatten: ein Auftritt, den Regisseur Patrick Lutz mutig selbst übernahm.

Dazu zauberte das Mobilé-Theater ein spektakuläres Abschlussbild, wenn die Souffleuse Ophelia ihre vertraute Schattenentourage als strahlend weiß gekleidete und blumenbekränzte Lichtgestalten wiederfindet.

Ophelia von der Theaterschule Mobilé in der Filmburg.
Ophelia von der Theaterschule Mobilé in der Filmburg.
Bild: Alfred Michel