Naturschutz

Ostallgäuer Umweltschützer kritisieren: "Streusalz schadet der Natur"

Streulsalz gelangt mit dem Schmelzwasser in den Boden und schädigt die Natur, sagt der Bund Naturschtz.

Streulsalz gelangt mit dem Schmelzwasser in den Boden und schädigt die Natur, sagt der Bund Naturschtz.

Bild: Lino Mirgeler,dpa (Symbolfoto)

Streulsalz gelangt mit dem Schmelzwasser in den Boden und schädigt die Natur, sagt der Bund Naturschtz.

Bild: Lino Mirgeler,dpa (Symbolfoto)

Zu viel Streusalz macht Bäume und Böden kaputt, sagen die Ostallgäuer Kritiker. Welche beiden umweltfreundliche Alternativen es gibt.
19.01.2021 | Stand: 11:34 Uhr

Was rutschige Gehsteige und Straßen rasch eisfrei mache, schade der Natur und den Autos, erklärt der Bund Naturschutz (BN). Rund 1,5 Millionen Tonnen Streusalz würden demnach jedes Jahr auf Straßen und Wegen in Deutschland ausgebracht. Das Salz bleibe aber nicht auf der Straße, wo es für die Verkehrssicherheit sorgt, sondern gelange durch den Verkehr und das Schmelzwasser in die benachbarte Natur. Dabei gibt es umweltfreundliche Alternativen, wie der Bund Naturschutz erläutert.

„Das Salz schädigt nicht nur Autos und Brücken, sondern auch Bäume und Böden. Viel besser sind salzfreie Streumittel aus Sand und Splitt. Sie mindern ebenfalls die Rutschgefahr und schonen unsere Umwelt“, erklärt der Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Ostallgäu-Kaufbeuren, Josef Kreuzer. Im Handel seien diese Produkte durch das Umweltzeichen „Blauer Engel“ erkennbar. Vor angeblich umweltfreundlichen ökologischen Tausalzen, die Harnstoff enthalten, warnen die Naturschützer dagegen.

Schlammige Salzlösung auf den Straßen

Durch das Bestreuen der eisglatten Straßen mit Salz, entstehe eine Salz-Wasser-Lösung, die den Schmelzpunkt des Eises herabsetze. Fahren viele Autos auf einer gestreuten Straße, werde die schlammige Salzlösung in beachtlichen Mengen nach außen Richtung Bankett und Böschung geschleudert. „Die Straßen sind schnell eisfrei und trocken, dafür bekommt unsere Natur das ganze Salz ab“, sagt Kreuzer.

Das Streusalz werde im Boden angereichert und auch in regenreichen Jahren kaum ausgewaschen. Es behindere die Wasseraufnahme der Bäume und verändere deren Nährstoffhaushalt. „Ein flächendeckender Streusalzeinsatz führt zu einer generellen Chloridbelastung in den Bäumen, zu einer Natriumanreicherung in den Straßenrandböden und zu einem hohen Chloridgehalt im Sickerwasser. Unnötiger Salzeinsatz muss deshalb zwingend reduziert werden“, resümiert Kreuzer.