Marktoberdorf/Barcelona

Premiere und zugleich der Höhepunkt

Triathlon Laura Zimmermann versucht sich in Barcelona auf der Langdistanz und wird auf Anhieb Zweite
Von az
10.10.2019 | Stand: 14:13 Uhr

Ihren ersten Start bei einer Langdistanz hatte sich die in Marktoberdorf geborene Profitriathletin Laura Zimmermann als Höhepunkt der diesjährigen Saison zum Ziel gesetzt. Also startete sie beim Ironman in Barcelona, einer der größten Veranstaltungen dieser Art mit heuer 3400 Teilnehmern. Bei ihrem Ironman-Debüt setzte Zimmermann ein Statement: Platz zwei in einer Zeit von 8:49:12 Stunden.

Dieser Wettbewerb in Barcelona wurde zum elften Mal ausgetragen. Die Strecke über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen legte die Sportlerin in einer für sie grandiosen Zeit zurück und platzierte sich damit auf Rang zwei hinter der Schwedin Sara Svensk. Dritte wurde die Belgierin Katrien Verstuyft.

,,Die Vorbereitung lief gut. Deshalb hatte ich ein Resultat um die neun Stunden angepeilt. Dass es dann ein Ergebnis deutlich darunter wurde, freute mich umso mehr“, sagte die 29-Jährige. Auf der Langdistanz sei das Pacing, sprich die Einteilung der Kräfte über die Länge des Rennens, das A und O für ein positives Ergebnis. Gemeinsam mit ihrem langjährigen Trainer Utz Brenner plante die Triathletin die Renneinteilung auf Grundlage der bis dahin erzielten Trainingsleistungen. Um sich optimal auf das Rennen einzustellen, traf Laura Zimmermann bereits einige Tage vor dem Starttag mit ihrem Trainer und ihrem Lebensgefährten in der katalanischen Hauptstadt ein und machte sich so in Ruhe ein Bild vom Umfeld und der Strecke.

Während des Rennens herrschten ideale Wetterbedingungen, es war bewölkt und um die 20 Grad warm. Das Schwimmen im leicht welligen Meer verlief problemlos und Laura Zimmermann kam fast zeitgleich mit den auf den Plätzen acht und neun liegenden Frauen als Zehnte aus dem Wasser.

Die Radstrecke war anfangs noch etwas nass. Und als eine der Teilnehmerinnen in einer Kurve direkt vor Laura Zimmermann stürzte, war dies auch für sie schon ein Schreckmoment. Ihr liegen flache Radstrecken besonders gut – in Barcelona waren es 700 Höhenmeter. So gelang es ihr, einen Streckenrekord auf der Radstrecke mit einer fantastischen Zeit von 4:36:29 Stunden und einem Durchschnittstempo von 39 Stundenkilometern aufzustellen. Dabei machte sie auch noch einige Plätze gut und kam als Vierte auf die abschließende Laufstrecke.

Zu laufen waren drei relativ flache Runden entlang des Meeres und durch den Ort Calella. Laura Zimmermann versuchte, ein gleichmäßiges Tempo durchzuziehen, was ab Ende der zweiten Runde schwerer fiel, da die Oberschenkel zu schmerzen anfingen. Doch bereits in der ersten Runde gelang es ihr, die Dritt- und Zweitplatzierte zu überholen. Letztendlich lief sie mit einem Vorsprung von neun Minuten auf Platz drei überglücklich als Zweitplatzierte über die Ziellinie.

Zimmermann freut sich damit über einen äußerst gelungenen Abschluss einer ohnehin sehr erfolgreichen Saison. Unter anderem gewann sie im April im nordrhein-westfälischen Alsdorf die deutsche Meisterschaft im Duathlon Mitteldistanz sowie im August den Frankfurt City Triathlon und erreichte Platz zwei beim Eberl Chiemsee Triathlon im Juni.

Für die Saison 2020 hat die Triathletin noch keine festen Pläne. Der Wettbewerb in Barcelona wird jedoch sicherlich nicht ihre letzte Langdistanz gewesen sein. Perspektivisch hat sie auch die Weltmeisterschaft auf Hawaii im Blick. Qualifikationskriterium ist jedoch der Sieg bei einem Ironman-Rennen. „Das ist nichts, was ich jetzt konkret plane. Wenn ich mich dafür qualifiziere, würde ich definitiv nicht Nein sagen“, sagt Zimmermann mit einem Schmunzeln.