Ostallgäu

Prophylaxe gegen den Notarztmangel

Notarzt Ausbildung

Notarzt Ausbildung

Bild: Klinikum Ostallgäu Kaufbeuren

Notarzt Ausbildung

Bild: Klinikum Ostallgäu Kaufbeuren

Ausbildung Bereits zum vierten Mal absolvieren Mediziner umfangreichen Kurs
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Von az
27.10.2019 | Stand: 17:20 Uhr

Um die Notarztversorgung der Bürger in der Region zu verbessern, veranstalteten die Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren erstmals 2014 eine eigene notärztliche Weiterbildung. Eine solche Weiterbildung, die auch die Landesärztekammer anerkennt, fand nun bereits zum vierten Mal statt unter Leitung der Chefärzte der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Palliativmedizin der Klinken Ostallgäu-Kaufbeuren, Dr. Bernd Hartmann und Dr. Joachim Klasen.

Ziel ist es, der deutschlandweit kritische Personalsituation bei Notärzten durch regionale Ausbildungsangebote entgegenzuwirken. Dies ist in den bisher vier Kursen auch gelungen. Insgesamt mehr als 40 Notärzte aus der Region qualifiziert sich seit 2014. Durch die bessere Personalsituation kann besonders die notärztliche Versorgung rund um Marktoberdorf ohne die vorher häufigen Ausfälle gestaltet werden. Zudem konnten weitere etwa 100 Notärzte bayern- und deutschlandweit für den Notarztdienst ausgebildet werden.

Bei dem Angebot in Kaufbeuren setzt Klasen auf eine überschaubare Größe der Gruppe mit gutem Lerneffekt und persönlicher Atmosphäre setzt. Aktuell nahmen 35 Teilnehmer an der Fortbildung teil - zwölf kamen aus dem kommunalen Klinikunternehmen Ostallgäu-Kaufbeuren, zehn aus der weiteren Region, der Rest aus anderen Teilen Deutschlands. Voraussetzung für die Zusatzqualifikation sind zwei Jahre Erfahrung in klinischer Medizin – davon sechs Monate im Notfallbereich. Der Kurs selbst umfasst 80 Stunden. Ehe die Prüfung von der Landesärztekammer abgenommen wird, müssen zudem 50 notärztliche Einsätze unter Aufsicht eines erfahrenen Notarztes absolviert werden.

Da es sich um eine Maßnahme zur Sicherung der regionalen notärztlichen Situation handelt, haben sowohl der Landkreis Ostallgäu als auch die Stadt Kaufbeuren die Kurse in ideeller, aber auch finanzieller Hinsicht unterstützt.

Der diesjährige Kurs fand zum ersten Mal im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten („Grünes Zentrum“) in Kaufbeuren statt. Amtsleiter Dr. Paul Dosch war sofort bereit, die Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen. Kursorganisator, Dr. Heiko Hübner, Oberarzt der Anästhesieabteilung und Ärztlicher Leiter Rettungsdienst im Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Allgäu, zeigte sich mit den Räumen hochzufrieden: „Wir finden hier für unseren Kurs optimale Bedingungen, insbesondere für die zahlreichen praktischen Übungseinheiten sowie eine sehr freundliche Aufnahme vor.“

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Als Referenten für den Kurs konnten neben zahlreichen Ärzten der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren weitere regional und deutschlandweit renommierte Referenten gewonnen werden.

Weitere wichtige Kooperationspartner waren das Bayerische Rote Kreuz, Kreisverband Ostallgäu, die Krankenpflegeschule der Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren, der Fliegerhorst Kaufbeuren sowie die Freiwilligen Feuerwehren aus Kaufbeuren. Auf dem Fliegerhorst in Kaufbeuren wurde zum Abschluss die von der Landesärztekammer zwingend vorgeschriebene Großübung zur Sichtung von verletzten Unfallopfern durchgeführt.

Da von Landkreis und Stadt bereits die Zusage der weiteren Förderung ergangen ist, wird der nächste Notarzt-Kurs im Frühherbst 2020 in Kaufbeuren stattfinden.