Aufbruchstimmung bei Museum Römerbad

Re-Start bei der Ausgrabungsstätte Römerbad in Marktoberdorf – und jeder kann mithelfen

Aktionstag am Römerbad Kohlhunden

Gabi Eigler, Albert Gosse und Klaus Strunz bei der Sichtung und Sortierung des Depots.

Bild: Rosemarie Klimm

Gabi Eigler, Albert Gosse und Klaus Strunz bei der Sichtung und Sortierung des Depots.

Bild: Rosemarie Klimm

Neues Leben im Römerbad: Nach zwei Jahren Pause soll das Programm wieder aufgenommen werden. Was der Förderverein alles für die kommenden Monate geplant hat.
20.07.2021 | Stand: 09:00 Uhr

Nach rund zwei Jahren Pause – bedingt durch Corona und den Tod des langjährigen Vorsitzenden Geoffrey Cheeseman – kommt der Förderverein Römerbad Marktoberdorf wieder zu neuem Leben. Mit Albert Gosse hat der Verein inzwischen auch einen neuen Vorsitzenden gewählt.

Von Aussichtsturm bis Klobunzeleweg

Die vergangenen Jahre waren geprägt vom Aufbau und der Gestaltung des Umfeldes vom Römerbadgelände im Marktoberdorfer Ortsteil Kohlhunden. Hier erinnerte Gosse unter anderem an die Bepflanzung des Geländes, den Bau des Aussichtsturms und des Nebengebäudes mit Toilettenanlage, an die beiden Terra Nostra Wege samt Klobunzeleweg, die Anlage der Streuobstwiese und der Baumwiese (Arboretum) beim Kuhstallweiher.

Viel wurde in ehrenamtlicher Arbeit der Vereinsmitglieder geschaffen, wobei der Verein sowohl vom Forstamt als auch vom städtischen Bauhof stets tatkräftig unterstützt wurde. Dafür sind die Verantwortlichen des Vereins sehr dankbar. Und wie anfangs Bürgermeister Werner Himmer steht jetzt auch Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell voll hinter dem Erhalt des Römerbads.

Für was ist der Förderverein zuständig, für was die Stadt Marktoberdorf?

So wurden inzwischen auch zwei Vereinbarungen zwischen der Stadt und dem Verein geschlossen, in denen genau geregelt wurde, für welche Bereiche des direkten Römerbadgeländes einerseits und beim Erhalt der Erlebniswege andererseits von der Stadt übernommen werden und für welche der Verein zuständig ist.

Ganz stillgestanden haben die Vereinstätigkeiten in den vergangenen Monaten aber doch nicht. So wurde der Treppenaufgang zum Aussichtsturm komplett erneuert und leichter begehbar gemacht. An den Gebäuden, insbesondere am Turm, wurden die ersten Verfallanzeichen ausgebessert.

Der römische Weinberg ist neu bepflanzt worden

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Sven Dürr von der Weinhandlung Hosp hat den römischen Weinberg neu bepflanzt, dabei Vereinsmitglieder wie Mitarbeiter des Bauhofs entsprechend angelernt und die Pflege der Reben erläutert.

Die gesamte Beschilderung der Erlebniswege wird erneuert. Dann soll das Modell zur Erläuterung der Moränenlandschaft ausgetauscht und auch die Sonnenuhr wieder sichtbar gemacht werden. An der Buddelecke ist die Umfassungsmauer fast fertig. Und nach Aufhebung des harten Lockdowns wurden auch bereits wieder vier halbe Grundschulklassen durch den Schutzbau geführt. Als Begleitprogramm zur Tagung des Kreisverbands Ostallgäu des Bayerischen Gemeindetags im Modeon im vergangenen Jahr konnten die Bürgermeisterfrauen in die Geschichte des einstigen Römerlebens eintauchen.

Wie die Ausstellung im Schutzbau gestaltet wird

Nach den Jahren des Aufbaus soll nun eine Konsolidierungsphase folgen, in dem ein Konzept für die Gestaltung der Ausstellung im Schutzbau erarbeitet wird. Deshalb wurde nun nicht nur der Staub der Ruhejahre von den Ausstellungsvitrinen entfernt, sondern auch das Depot gesichtet und aussortiert. Jetzt sucht der Verein neue Mitglieder. Denn egal ob 15 oder 75 Jahre alt. „Es gibt für jeden eine Möglichkeit mitzuhelfen, dass das Römergelände auch künftig weiterleben kann“, sagt der Vorsitzende. Ab dem 1. August soll der Schutzbau wieder sonntags von 10 bis 12 Uhr geöffnet und durch die Ausstellung geführt werden. Und auch das traditionelle Weinfest soll am ersten Oktoberwochenende wieder stattfinden – „um zu zeigen dass die Römer immer noch leben“, schmunzelt der Vorsitzende Albert Gosse.

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