Weihnachtliches aus Marktoberdorf

Sagenumwobene Kindle-Kapelle im Kleinformat

Krippenbaumeister Bernhard Peltri arbeitet derzeit an seiner besonderen Kindle-Krippe nach dem Vorbild der sagenumwobenen Kindle-Kapelle am Ettwieser Weiher.

Krippenbaumeister Bernhard Peltri arbeitet derzeit an seiner besonderen Kindle-Krippe nach dem Vorbild der sagenumwobenen Kindle-Kapelle am Ettwieser Weiher.

Bild: Heinz Budjarek

Krippenbaumeister Bernhard Peltri arbeitet derzeit an seiner besonderen Kindle-Krippe nach dem Vorbild der sagenumwobenen Kindle-Kapelle am Ettwieser Weiher.

Bild: Heinz Budjarek

Bernhard Peltri baut eine Krippe nach dem Vorbild der Marktoberdorfer Kindle-Kapelle. Warum das Kirchlein so besonders ist und warum er dieses Motiv wählte.
02.12.2020 | Stand: 09:41 Uhr

Das Projekt hatte Krippenbaumeister Bernhard Peltri aus Marktoberdorf schon lange im Kopf: eine Krippe nach dem Vorbild der Kindle-Kapelle am Ettwieser Weiher im Ettwieser Wald. „Ich wollte etwas, das zu Marktoberdorf passt.“ Die heimatliche Kindle-Kapelle sei etwas sehr Besonderes, daher habe er sich für dieses Motiv entschieden.

Um die Entstehung der Kapelle ranken sich Legenden

Zu der Entstehung der Wallfahrtskapelle gibt es viele Geschichten. Eine Legende besagt, dass ein verirrtes Kind dort unter einer großen Tanne einschlief und nach drei Tagen gefunden wurde. Eine andere Legende handelt davon, dass dem verzweifelten Kind an dieser Stelle im Wald das Jesuskind erschien und ihm den Weg nach Hause zeigte. Die große Tanne, wurde bald das Ziel vieler Mütter aus Marktoberdorf, die um Hilfe für ihre Kinder flehten. Im Jahr 1881 entstand dort das erste Kirchlein aus Holz. Die jetzige Kapelle wurde 1971 errichtet.

Ein Zufluchtsort in Marktoberdorf

Noch heute kommen viele Mütter und Väter mit ihren Sorgen zur Kindle-Kapelle und beten für ihre Kinder. „Da die Kapelle ein Zufluchtsort und ein Ort der Hoffnung ist, passt die Kindle-Krippe auch sehr gut in die aktuelle Zeit“, sagt Peltri.

So sieht das Vorbild am Ettwieser Weiher aus.
So sieht das Vorbild am Ettwieser Weiher aus.
Bild: Heinz Budjarek

Im ersten Lockdown im Frühjahr begann der Rentner mit dem Bau der Krippe. Dabei kommen verschiedenste Materialien zum Einsatz: Zum Beispiel Holzplatten und Styrodur. Auch die Figuren schnitzt er selbst aus Zirbenholz. „Ich mache wirklich alles“, sagt Peltri. Es sei sehr selten, dass ein Krippenbauer alles selbst macht, von der Krippe selbst bis zum Hintergrund und den Figuren, betont er.

Für Peltri ist das Krippenbauen ein Hobby

Der Krippenbau sei ein unterschätztes Handwerk. Dahinter stecke sehr viel Wissen und Können. Seit 2012 fertigt Peltri selbst Krippen, Figuren schnitzt er bereits seit mehr als 40 Jahren. „Das ist mein Hobby.“ Von 2014 bis 2017 machte er seinen Meistertitel im Krippenbauen an der Krippenbauschule in Garmisch. Trotzdem blieb das Handwerk eine Freizeitbeschäftigung. „Ich mache das hauptsächlich für mich.“ Seine besonderen Werke stellt er meist in seinem Krippenzimmer aus. Dort wird auch die fertige Kindle-Krippe ihren Platz neben den fünfzehn anderen Einzelstücken finden.

"Eine Krippe ist eigentlich nie fertig"

Bei seinem aktuellen Projekt fehlen noch der Hintergrund, die Beleuchtung und die Figuren. „Immer, wenn das Wetter schlecht ist, werkle ich wieder ein bisschen.“ Zwar arbeite er nicht ständig daran, doch in Gedanken sei er ständig bei der Krippe. „Eine Krippe ist eigentlich nie fertig“, sagt er. „Man findet immer wieder etwas, woran man arbeiten kann.“