Brückensanierung

Sanierung dringend notwendig - Weicht die Heubrücke in Biessenhofen einem Neubau?

Die Hebrücke über den Bachtelsee bei Biessenhofen muss saniert werden.

Die Hebrücke über den Bachtelsee bei Biessenhofen muss saniert werden.

Bild: Andreas Filke (Archivbild)

Die Hebrücke über den Bachtelsee bei Biessenhofen muss saniert werden.

Bild: Andreas Filke (Archivbild)

Seit vielen Jahren ist die Überquerung über den Bachtelsee Thema bei der Gemeinde Biessenhofen – denn sie ist sanierungsbedürftig. Welche Möglichkeiten es gibt.
14.05.2022 | Stand: 04:00 Uhr

Seit 2009 hat sich der Gemeinderat Biessenhofen (Ostallgäu) immer wieder mit der sanierungsbedürftigen Heubrücke am Bachtelsee beschäftigt. Nun erläuterte Dipl.-Ing. Alfred Vogel vom Büro IGS den derzeitigen Zustand der Brücke im Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde. Gleichzeitig stellte er die Sanierungsmöglichkeiten vor. Thema der Sitzung war auch die Ausweisung von Flächen für Freiflächen-Photovoltaikanlagen. (Lesen Sie dazu auch: Was nach dem Abriss der Neue Post in Biessenhofen entsteht)

Die Heubrücke weist ein sehr geringes Verkehrsaufkommen auf, zeigte Bürgermeister Wolfgang Eurisch eingangs auf. Sie wird überwiegend von zwei Landwirten genutzt. Auch die Fortwirtschaft befährt die Brücke immer wieder. Darüber hinaus wird sie nur noch von Radfahrern und Fußgängern genutzt. Per Verkehrszeichen ist die Brücke auf fünf Tonnen begrenzt. Sie hat eine Spannweite von circa 45 Metern.

Teile austauschen oder komplett neu bauen?

Dann stellte Dipl.-Ing. Vogel den Zustand der Brücke anhand von aussagekräftigen Fotos dar. Der Stahlbau stammt aus dem Jahr 1934. Die vorhandenen Verbindungen wurden alle genietet. Nieten gebe es aber nicht mehr, sagte er. Geschweisst werden könne das vorhandene Material aber auch nicht. Er verwies auf die Möglichkeit eines kompletten Neubaus der Brücke über eine Länge von 48 Metern. Notfalls könnte durch Carbonlamellen die Traglast noch verstärkt werden.

Die vorhandenen Endauflager aus Stahlbeton könnten jedoch wohl auch weiter verwendet werden, sodass auch nur der Mittelteil mit einer Länge von 34 Metern ausgetauscht werden müsste, erklärte der Diplomingenieur. Dabei verwies er darauf, dass sich der Stahlpreis inzwischen verdreifacht habe und die Firmen nur noch Tagespreise mitteilten, aber keine Angebote mehr abgäben.

Zu überlegen sei auch, ob die Brücke künftig nur noch als Rad- und Fußgängerbrücke genutzt werden, oder auch weiterhin der Landwirtschaft zur Verfügung stehen soll. In der folgenden Diskussion sprachen sich die Ausschussmitglieder für eine weitere Nutzung durch die Landwirtschaft aus.

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Daraufhin schlug der Sachverständige Vogler vor, die vorhandenen Endauflager zu belassen und nur den Mittelteil auszutauschen. Das Vorhaben sollte nochmals ganz durchgeplant werden und dann Ende 2023 oder sogar erst 2024 durchgeführt werden. Er wurde gebeten, die entstehenden Kosten zusammenzutragen, die dann nochmals im Gemeinderat besprochen werden sollen.

Auch Photovoltaik-Anlagen sind Thema

Wie Bürgermeister Eurisch dann mitteilte, liegen der Gemeinde inzwischen Anträge und Interessensbekundungen zur Ausweisung von knapp 140 Hektar Freiflächen-Photovoltaikanlagen vor. Anhand eines Gemeindeplans erläuterte er die Lage der von den Antragstellern angedachten Flächen.

In der Gemeinde gebe es laut Geoinformationssystem (GIS) etwa 1453 Hektar Grünland und Ackerflächen. Bei dieser Thematik befinde man sich im Spannungsfeld zwischen landwirtschaftlicher Lebensmittelproduktion und regenerativer Energieerzeugung, sagte er.

Regenerativer Strom in der Gemeinde Biessenhofen

Bisher werde in der Gemeinde regenerativer Strom in den Kraftwerken am Bachtelsee und an der Kirnach produziert – 5,75 Megawattstunden (MWH) laut Energieatlas Bayern. Aus Photovoltaikanlagen stammen 10,03 MWH und aus Biomasse 6,49 MWH Strom. Außerdem sei bereits für die Lechelektrizitätswerke eine Freiflächen-PV-Anlage mit 2,7 Hektar Fläche genehmigt worden. Eurisch informierte die Ausschussmitglieder dann noch über die gesetzlichen Vorgaben für solche Anlagen. Dann schlug er folgenden Weg vor: Im Gemeinderat soll zunächst entschieden werden, ob dafür überhaupt Flächen ausgewiesen werden sollen und wenn ja, wie diese zu begrenzen sind. In der folgenden Diskussion wurde der Bürgermeister beauftragt, sich noch ausgiebig über die Sonderform Agri-Photovoltaik zu informieren.

Bauvorhaben genehmigt

Dem Aufstellen einer Leichtbauhalle/Zelthalle in Ebenhofen und dem Ausbau eines bestehenden Dachgeschosses zu fünf Wohnungen, ebenfalls in Ebenhofen, wurde jeweils das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

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