Hochwasserschutz im Günztal

Schutz vor Fluten: So läuft der Bau des neuen Damms im Günztal

MR Hochwasserschutz

Mit einem symbolischen Spatenstich hat der Bau des Rückhaltebeckens bei Engetried begonnen: (von links) Markt Rettenbachs Bürgermeister Martin Hatzelmann, German Fries vom Zweckverband s Hochwasserschutz Günztal, Michael Zeiser und Karl Schindele vom Wasserwirtschaftsamt. Die Kreuzkapelle im Bildhintergrund soll abgerissen und auf dem Damm neu errichtet werden.

Bild: Franz Kustermann

Mit einem symbolischen Spatenstich hat der Bau des Rückhaltebeckens bei Engetried begonnen: (von links) Markt Rettenbachs Bürgermeister Martin Hatzelmann, German Fries vom Zweckverband s Hochwasserschutz Günztal, Michael Zeiser und Karl Schindele vom Wasserwirtschaftsamt. Die Kreuzkapelle im Bildhintergrund soll abgerissen und auf dem Damm neu errichtet werden.

Bild: Franz Kustermann

Bei Engetried im Günztal entsteht ein neues Hochwasserrückhaltebecken. Für den Damm muss allerdings zunächst eine Umgehungsstraße nach Ronsberg gebaut werden.
20.09.2021 | Stand: 15:00 Uhr

Nach der Fertigstellung des Hochwasserrückhaltebeckens Eldern ist nun auch der Bau des zweiten von fünf Becken an der Westlichen und Östlichen Günz südlich von Engetried bereits in vollem Gange: Mit einem neun Meter hohen Damm könnten hier bei Hochwasser, wie berichtet, bis zu 1,5 Millionen Kubikmeter Wasser zurückgehalten werden, was wiederum wichtig für das Günztal ist. Das 14 Millionen Euro teure Projekt (inklusive Planung und etwa 25 Hektar Grunderwerb) soll im Oktober 2023 komplett fertiggestellt sein. Das betonten die Verantwortlichen bei einem symbolischen Spatenstich.

Neuer Damm im Günztal: Warum der Verkehr während der Bauzeit über Ronsberg fließt

Der Beton aus dem langen Triebwerkskanal ist bereits entfernt. Zerkleinert und auf Schadstoffe untersucht, soll er vor Ort in der künftig über den Damm führenden Staatsstraße als Unterbau eingebracht werden. Gleiches gilt für den 80 000 Kubikmeter Lehm, der südlich des Dammes 3,5 Meter tief ausgegraben wird.

Bereits begonnen hat der Bau der Umgehungsstraße, auf der der Verkehr während der Bauzeit nach Ronsberg fließen soll. Die Staatsstraße wird an der jetzigen Trasse neu aufgebaut und über den Damm geführt. Auch der Geh- und Radweg wird entlang der westlichen Dammkrone verlegt. In der Günz wird – abgeschirmt von Spundwänden – ein Durchlassbauwerk errichtet. Heuer soll hier noch die Bodenplatte betoniert werden.

Flächen für den Damm und den Einstaubereicht: Landwirte waren sehr kompromissbereit

Michael Zeiser vom Wasserwirtschaftsamt Kempten freut sich, dass durch „verschiedene Tauschgeschichten“ dank der „sehr kompromissbereiten Landwirte“ die für Damm und Einstaubereich benötigten Flächen vom Freistaat Bayern erworben werden konnten. Der für den Hochwasserschutz zuständige Fachmann betonte: „Verkaufen wollen nur ganz wenige. Es muss immer eine leichte Verbesserung geben.“ Grundlage der Preisverhandlungen seien die jeweiligen Verkehrswerte (vom Gutachterausschuss) gewesen.

Wie Bauoberleiter Johannes Vetter berichtete, sei es nach dem Kauf der Wasserkraftanlage (samt Triebrecht und Fischrecht) vom Landkreis gelungen, das Kraftwerk abzubauen und die stehende Francis-Turbine (100 kWh) für einen „mittleren fünfstelligen Betrag“ an einen namhaften Betreiber von Wasserkraftwerken im Landkreis zu verkaufen. Zeiser: „Das Kraftwerk zu kaufen und stillzulegen war billiger, als ein Kraftwerk mit einer Fallhöhe von acht Metern im neuen Damm zu integrieren.“ Der Rückbau sei aus „rein wirtschaftlichem Grund“ erfolgt. Für die Günz selbst sei dies aber ein enormer Gewinn für Flora und Fauna: „Jetzt ist das Wasser wieder dort, wo es hingehört“, freute er sich.

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