Obergünzburg

So läuft Kaderplanung in Zeiten von Corona

Der TSV Oberguenzburg in rot, der FC Langweid in schwarz.

0513   8 Stefanie Schweikart, dahinter 5 Sarah Heger

0661   14 Simona Warnke, dahinter 8 Stefanie Schweikart, rechts in blau
Julia Schoedl

0770   Mitte 5 Sarah Heger, 4 Franziska Reiter

1188   links 4 Franziska Reiter, 8 Stefanie Schweikart, Julia Nisseler,
5 Sarah Heger, 14 Simona Warnke, in blau Julia Schoedl

1807   Mannschaftsjubelfoto

Fotograf: Peter Roth

Die erfolgreichen Obergünzburger Volleyballerinnen stehen vor der neuen Kaderplanung.

Bild: Peter Roth

Die erfolgreichen Obergünzburger Volleyballerinnen stehen vor der neuen Kaderplanung.

Bild: Peter Roth

Zwei Volleyball-Teams des TSV Obergünzburg dürften aufsteigen. Der Verein muss sich jetzt sofort entscheiden.

Von Allgäuer Zeitung
02.06.2020 | Stand: 18:26 Uhr

Für die Abteilungsleitung der Obergünzburger Volleyballerinnen um Julia Nisseler steht die Kaderplanung für die nächste Saison auf dem Stundenplan. Keine leichte Aufgabe dieser Tage. „Die aktuelle Situation bringt alles durcheinander“ sagt Trainer Peter Maiershofer. Da der VV Gotteszell als etatmäßiger Aufsteiger auf seinen Startplatz in der dritten Liga verzichtet, hat der Deutsche Volleyballverband beim TSV Obergünzburg angefragt. Es geht darum, ob die Günztalerinnen statt Gotteszell von der Regional- in die dritte Liga aufsteigen wollen.

Für Obergünzburgs zweite Mannschaft steht wiederum die Option Aufstieg aus der Bezirks- in die Landesliga offen. Sofort muss sich die Abteilungsleitung jetzt verbindlich entscheiden, in welcher Liga sie ihre Teams meldet. Indes gestaltet sich die Kaderplanung aktuell besonders schwierig.

Ohne Probetraining schwierig

Sowohl für die erste als auch die zweite Mannschaft stehen aus beruflichen, privaten sowie gesundheitlichen Gründen nicht mehr alle Spielerinnen zur Verfügung. Aber auch die Suche nach neuen Spielerinnen ist äußerst schwierig, da Probetrainings derzeit nicht möglich sind. Deshalb ist die sportliche Ausrichtung in Obergünzburg noch unklar. Immerhin steht fest, dass Trainer Peter Maiershofer weitermacht, sofern der TSV in der dritten Liga oder der Regionalliga antritt, gleichwohl er noch Zweifel hat, dass die Saison im September überhaupt rechtzeitig starten wird.

Miriam Amann, ein Eigengewächs Obergünzburgs, läuft seit über zehn Jahren im Erwachsenenbereich für den TSV auf. Bereits seit einigen Jahren plagt sie sich mit Rückenproblemen durch Trainings und Spieltage. In der vergangenen Saison kamen noch Knieschmerzen hinzu. „Auch wenn ich gerne weiterspielen würde, muss ich längerfristig pausieren. Eine Rückkehr ins Team ist leider erst mal sehr unwahrscheinlich“, so die 27-Jährige.

Abschied von der Sportkarriere

Katja Schneider verabschiedet sich von ihrer Volleyballkarriere. Sie spielte 16 Jahre im Erwachsenenbereich, vier davon lief sie für den TSV auf. Bei ihr spielten sowohl berufliche wie private Gründe in die Entscheidung rein, aber auch zunehmende Probleme mit der Schulter. Sie selbst merke, dass sie leistungstechnisch nicht mehr hinterherkomme. Die vier Spielzeiten in Obergünzburg beschreibt Schneider als schönste Zeit ihrer aktiven Karriere. „Wir waren einfach ein großartiges Team mit starkem Zusammenhalt. Besonders beeindruckten mich der Ehrgeiz und die Selbstdisziplin aller Spielerinnen“, sagt Schneider, die aber auch stolz auf ihre eigene Leistungssteigerung in den letzten Jahren ist.

Neben Amann und Schneider, zwei Leistungsträgerinnen der vergangenen Jahre, werden auch Julia Fischer und Minja Dogan in der kommenden Saison nicht mehr für den TSV zur Verfügung stehen. Aufgrund des Saisonabbruchs konnten sie sich leider nicht sportlich von den Fans und Zuschauern verabschieden. „So haben wir uns das Ende nicht vorgestellt“, stellt Schneider enttäuscht fest.

Nach den Rückzügen des SV Mauerstetten aus der dritten Liga in die Regionalliga sowie der Sonthofenerinnen aus der zweiten in die dritte Liga ist es jetzt spannend, wie der TSV als dritte Volleyballhochburg im Allgäu sich entscheidet.