Bahn und Corona

So pünktlich wie die Eisenbahn?  Regionalzüge waren im Ostallgäu 2020 pünktlicher

Weniger Verspätungen als sonst gibt es derzeit bei den Regionalzügen im Netz Ostallgäu-Lechfeld.

Weniger Verspätungen als sonst gibt es derzeit bei den Regionalzügen im Netz Ostallgäu-Lechfeld.

Bild: Andreas Filke

Weniger Verspätungen als sonst gibt es derzeit bei den Regionalzügen im Netz Ostallgäu-Lechfeld.

Bild: Andreas Filke

Regionalzüge waren 2020 pünktlicher als sonst. Die Regiobahn im Netz Ostallgäu-Lechfeld erreichte sogar einen Spitzenwert. Das lag jedoch auch an der Pandemie.
08.06.2021 | Stand: 12:24 Uhr

Nach Auskunft der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) waren die Regionalzüge 2020 im Durchschnitt pünktlicher. Einen Spitzenwert bei der Zuverlässigkeit erreichte die Bayerische Regiobahn im Netz Ostallgäu-Lechfeld.

Nach der aktuellen Jahresauswertung der Eisenbahngesellschaft waren die Züge auf dem Lechfeld kaum von Ausfällen betroffen. Die Quote lag bei zwei Prozent, was bayernweit der beste Wert ist. Der Fugger-Express lag bei 4,3 Prozent. Bei der Pünktlichkeit wiederum liege das Netz Ostallgäu-Lechfeld mit einem Wert von 97,2 Prozent im Freistaat auf dem sechsten Rang.

Ergebnisse wegen Corona kaum vergleichbar

Bei der aktuellen Auswertung gibt es allerdings eine Einschränkung: „Die Zahlen sind wegen Corona nur sehr eingeschränkt mit den Ergebnissen aus den Vorjahren vergleichbar“, erklärt Bärbel Fuchs, Geschäftsführerin der BEG, die im Auftrag des Freistaats den Nahverkehr auf Schienen in Bayern plant, finanziert und kontrolliert. „Die Züge waren auch deshalb pünktlicher, weil wegen Corona zeitweise auch weniger Züge unterwegs waren.“

Knapp die Hälfte aller Zugausfälle 2020 gingen auf das von Ende März bis Mitte Mai reduzierte Verkehrsangebot zurück. „Ohne diesen Corona-Sondereffekt lag die Ausfallquote 2020 ungefähr auf dem Niveau des Vorjahrs“, sagt Fuchs. Wegen des reduzierten Grundangebots im Frühjahr gab es unter dem Strich sogar mehr Ausfälle als sonst.

Nach der aktuellen Aufstellung erreichten bayerische Regionalzüge und S-Bahnen eine Pünktlichkeitsquote von 94,1 Prozent. Das sind fast zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Als pünktlich gewertet werden bei der BEG alle Züge, die weniger als sechs Minuten Verspätung haben. Demnach war der Fugger-Express zu 93 Prozent pünktlich, die Züge auf dem Lechfeld zu 97 Prozent. Der bayernweite Schnitt lag bei 94 Prozent. Bei den Verspätungsursachen gab es keine größeren Verschiebungen.

Gründe für verspätete Züge

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Knapp ein Drittel aller Verspätungsminuten geht auf die Infrastruktur zurück: Störungen (22 Prozent) oder Bauarbeiten (9 Prozent). Neu aufgenommen in die Auswertung hat die BEG das Warten auf verspätete Züge, damit Fahrgäste ihre Anschlusszüge erreichen. Fast zehn Prozent aller Verspätungsminuten in Bayern entfallen auf den Grund „Anschlusswarten“.

Der Anteil „externer Einflüsse“ und „gefährlicher Ereignisse“ vervierfachte sich nach Mitteilung der BEG nahezu. Er stieg auf rund 40 Prozent. In dieser Kategorie wurden 2020 auch corona-bedingte Einflüsse erfasst. Damit lösten die externen Einflüsse und gefährlichen Ereignisse die Bauarbeiten als häufigste Ursache für Ausfälle ab.

Nur personalbedingte Ausfälle, die teils auch auf die Pandemie zurückzuführen sind, blieben auf ähnlichem Niveau wie 2019. „In der Zugausfallquote spielen auch Einflüsse eine Rolle, die nicht den Verkehrsunternehmen angelastet werden können, wie Notfalleinsätze oder extreme Wetterereignisse, doch trotz alledem ist unser Wert hervorragend, denn bayernweit liegt er bei sechs Prozent“, sagt Fabian Amini, Geschäftsführer der Bayerischen Regiobahn.

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