Natur

So retten Jäger in Marktoberdorf Kitze aus der Luft vor dem Mähtod

Rehkitz

Um sich vor Fressfeinden zu schützen, ducken sich Rehkitze ins hohe Gras. Dort allerdings können auch Bauern, die eine Wiese mähen, sie nicht sehen. Um die Tiere vor dem Tod zu bewahren, suchen Jäger deshalb mit Drohnen nach ihnen.

Bild: Volker Herforth

Um sich vor Fressfeinden zu schützen, ducken sich Rehkitze ins hohe Gras. Dort allerdings können auch Bauern, die eine Wiese mähen, sie nicht sehen. Um die Tiere vor dem Tod zu bewahren, suchen Jäger deshalb mit Drohnen nach ihnen.

Bild: Volker Herforth

In diesen Tagen schwärmen Jäger mit Helfern aus, um Jungtiere zu suchen. Auch Drohnen setzen sie ein. Was sie beachten müssen und wie sie die Geräte finanzieren.
14.05.2021 | Stand: 14:08 Uhr

Jedes Jahr zur Mähzeit werden tausende Rehkitze und andere junge Wildtiere unabsichtlich und teils unbemerkt von Mähwerken verstümmelt oder getötet. Um möglichst viele Tierbabys vor der Mahd zu finden und zu retten, setzen Jäger im Großraum Marktoberdorf nicht nur Helfer ein, die vor dem Mähen die Wiesen durchstreifen, sondern auch Drohen mit Wärmebildkameras. Über ein Crowdfunding-Projekt mit der VR Bank Augsburg-Ostallgäu wollen Jäger die Kreisgruppe Füssen des Bayerischen Jagdverbandes (BJV) nun Geld für eine weitere Drohne sammeln.

Hohe Nachfrage nach Drohnen

Ziel ist es laut der BJV-Kreisgruppe diese Maßnahme zur Wildtierrettung eines Tages flächendeckend in ihrem Zuständigkeitsgebiet anbieten zu können. Schon jetzt übersteige die Nachfrage der Landwirt die Kapazitäten der Jäger. Denn mit der Tierrettung kommt die Kreisgruppe nicht nur ihrer eigenen Verpflichtung zur Hege der Wildtiere und des Artenschutzes nach, sondern auch der der Landwirte, denen per Gesetz vorgeschrieben ist, Maßnahmen zur Rettung von Rehkitzen zu ergreifen. Die Bauern handeln dabei außerdem im Interesse ihres Betriebs, da es durch verwesende Tierkadaver im Futter zu Krankheiten bei Nutztieren kommen kann.

Bank aus Marktoberdorf hilft

Mit den Drohnen – die ersten wurden ebenfalls über ein Crowdfunding mit der VR Bank angeschafft – können die Jäger innerhalb relativ kurzer Zeit große Flächen abfliegen. Da jedoch bei schönem Wetter die meisten Bauern gleichzeitig mähen, ist es eine große Aufgabe für die Jäger, die nicht nur einer höheren Zahl an Drohnen bedarf, sondern auch etlicher ehrenamtlicher Helfer. Diese müssen laut der Kreisgruppe auf eigene Kosten eine Prüfung ablegen, um die Drohne überhaupt steuern zu dürfen. Sollte mehr Geld zusammenkommen, als für die Anschaffung einer Drohne nötig ist, soll dieses deshalb in die Finanzierung dieser Fluglizenzen fließen.