Parteitag des SPD-Unterbezirks Ostallgäu

SPD im Ostallgäu: Ilona Deckwerth wieder zur Vorsitzenden gewählt

Erneut wurde Ilona Deckwerth (vorne in der Mitte) zur Vorsitzenden des SPD-Unterbezirks Ostallgäu gewählt.

Erneut wurde Ilona Deckwerth (vorne in der Mitte) zur Vorsitzenden des SPD-Unterbezirks Ostallgäu gewählt.

Bild: SPD Ostallgäu

Erneut wurde Ilona Deckwerth (vorne in der Mitte) zur Vorsitzenden des SPD-Unterbezirks Ostallgäu gewählt.

Bild: SPD Ostallgäu

Die bisherige Vorsitzende der Ostallgäuer SPD, Ilona Deckwerth, ist wiedergewählt worden. Warum sich ihre 16-jährige Gegenkandidatin nicht durchgesetzt hat.
28.09.2020 | Stand: 12:14 Uhr

Mit einiger Spannung war am Samstag die Wahl zum Vorsitz des SPD-Unterbezirks Ostallgäu erwartet worden, hatte doch die 16-jährige Michelle Derbach die Amtsinhaberin Ilona Deckwerth herausgefordert. Dass das Wahlergebnis so deutlich sein würde, muss für Derbach eine herbe Klatsche gewesen sein. Mit fünf zu 28 Stimmen (bei sieben Enthaltungen) bestätigten die 40 Delegierten Ilona Deckwerth erneut im Amt der Vorsitzenden.

Deckwerth hatte zuvor erklärt, dass sie noch einmal kandidierten wolle, auch wenn schon Jüngere in den Startlöchern stünden. Diesen wolle sie „den Rücken noch mehr stärken“ und freute sich, dass es doch wieder mehr junge Menschen gebe, die bereit seien, politische Verantwortung zu übernehmen.

Derbach war nicht zum Parteitag angereist, weil sie in Tirol wohnt, das inzwischen Corona-Risikogebiet ist, um sicher niemanden in Gefahr zu bringen. Sie war digital zum Parteitag zugeschaltet. Da die Tonqualität nicht optimal war, war ihre Vorstellungsrede nur schwer bis gar nicht zu verstehen. Auch hielt sich die engagierte Rednerin nicht an die vorgegebenen sieben Minuten, in denen sie klar machte, dass sie in der Partei „etwas bewegen wolle“, denn ein „Weiter so“ könne es nicht geben. Sie musste mehrmals darauf hingewiesen werden, dass ihre Redezeit um sei. Gleichzeitig meldete Derbach an, dass sie, wenn sie nicht zur Vorsitzenden gewählt werden sollte, als eine der elf Beisitzer kandidieren wolle. Aber auch diese Wahl war nicht erfolgreich für die Jugendliche.

Ob ihre erfolglosen Kandidaturen daran lagen, dass vorab eine Delegierte ihr mangelndes Demokratieverständnis vorgeworfen hatte, oder ob die Frage war, wie sie denn mit ihrer fehlenden Volljährigkeit als Vorsitzende unterschreiben wolle, war nicht ersichtlich.

Aber auch Deckwerth musste sich Vorwürfe anhören. Eine Delegierte aus Kaufbeuren warf ihr vor, dass die dortige Geschäftsstelle auf ihren Vorschlag hin mit der Kemptener Geschäftsstelle zusammengelegt worden sei und die dortige SPD nun schauen muss, ob diese „wunderbaren Geschäftsräume, in denen Seminare und vieles mehr abgehalten werden könnten, trotzdem noch über das Jahr 2021 von der SPD Kaufbeuren gehalten werden könne“. Paul Wengert, der als Wahlleiter fungierte, erklärte daraufhin, dass die Entscheidung, welche Geschäftsstelle erhalten werde, nicht vom Unterbezirk entschieden werde: Vielmehr habe das die Bayern-SPD so entschieden.

Der gesamte Vorstand des Unterbezirks wurde beim Parteitag gewählt. Dazu gehören die Beisitzer, deren Anzahl von neun auf elf erhöht wurde. Es stellten sich auch zwei Kandidatinnen vor, die sich zur Bundestagswahl 2021 aufstellen lassen wollen: Regina Leenders aus Memmingen und Regina Renner aus Marktoberdorf.