Urteil am Kaufbeurer Amtsgericht

Streit eskaliert: Wütende Ostallgäuerin bewirft ihren Sohn mit Eisklotz

Eine aufgebrachte Frau hat ihren Sohn auf offener Straße mit einem Eisklotz beworfen. Das Kaufbeurer Landgericht hat nun ein Urteil gefällt.

Eine aufgebrachte Frau hat ihren Sohn auf offener Straße mit einem Eisklotz beworfen. Das Kaufbeurer Landgericht hat nun ein Urteil gefällt.

Bild: David-Wolfgang Ebener, dpa (Symbolbild)

Eine aufgebrachte Frau hat ihren Sohn auf offener Straße mit einem Eisklotz beworfen. Das Kaufbeurer Landgericht hat nun ein Urteil gefällt.

Bild: David-Wolfgang Ebener, dpa (Symbolbild)

Im Streit hat eine 45-jährige Mutter ihren 22-jährigen Sohn mit einem Eisklotz beworfen und versehentlich seine Freundin getroffen. Geldstrafe ist die Quittung.
18.08.2021 | Stand: 17:47 Uhr

Auf offener Straße kam es im Januar zwischen einer 45-jährigen Ostallgäuerin und ihrem 22-jährigen Sohn zum Streit. Dieser gipfelte darin, dass die aufgebrachte Frau einen Eisklotz von der Straße aufhob und in Richtung des jungen Mannes warf. Getroffen wurden dann allerdings nicht er, sondern seine Freundin.

Die 20-Jährige hatte danach kurzzeitig Schmerzen am Oberschenkel. Im Strafprozess vor dem Kaufbeurer Amtsgericht gingen jetzt sowohl der Richter als auch die Staatsanwältin von einer fahrlässigen Körperverletzung aus.

Angeklagte beschimpft die Freundin des Sohnes als "Schlampe"

Richter und Staatsanwältin hatten auch keine Zweifel, dass die Angeklagte die Freundin ihres Sohnes im Verlauf der Auseinandersetzung mit dem Ausdruck „Schlampe“ beleidigt hatte. Das Urteil lautete auf 60 Tagessätze zu je 15 Euro, insgesamt also auf eine Geldstrafe in Höhe von 900 Euro.

Die Angeklagte hatte vor Gericht zugegeben, dass sie damals wütend auf ihren Sohn war, der sie offenbar versetzt hatte, anstatt sie zu einem Termin zu begleiten. Als sie ihn dann mit seiner Freundin auf der Straße sah, sei es zum Streit gekommen. Schließlich habe sie „ein Stück Schnee“ aufgehoben, dieses in Richtung ihres Sohnes geworfen und versehentlich dessen Freundin getroffen. „Ich wollte dem Mädchen nicht wehtun“, betonte die 45-Jährige.

Kaufbeuren "Aufgeheizte Stimmung" entlastet die Angeklagte

Der Vorsitzende nahm ihr diese Erklärung zwar durchaus ab. Er verwies in seinem Urteil aber auch darauf, dass man bei einem Wurf mit einem Eisklotz mit einem Treffer und Verletzungen rechnen müsse – zumal sich in dem gefrorenen Schneestück laut Aussage der Geschädigten auch noch kleine Kieselsteine befunden hatten. Zugunsten der Angeklagten stellte der Richter die „aufgeheizte Stimmung“ und ein bis dato straffreies Vorleben in Rechnung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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