Filme, Workshops und Ausstellung

Trickfilmfestival in Marktoberdorf: bunte Bilder, ernste Themen: Das waren die Highlights auf der Kinoleinwand

Ulrich Wegenast, Filmprofessor in Babelsberg, hat am Wochenende hat Trickfilmfestival in Marktoberdorf eingeläutet.

Ulrich Wegenast, Filmprofessor in Babelsberg, hat am Wochenende hat Trickfilmfestival in Marktoberdorf eingeläutet.

Bild: Bernd Weissbrod, dpa

Ulrich Wegenast, Filmprofessor in Babelsberg, hat am Wochenende hat Trickfilmfestival in Marktoberdorf eingeläutet.

Bild: Bernd Weissbrod, dpa

Das Trickfilmfestival stößt in Marktoberdorf auf Anklang. Viele Neugierige zieht es in die Filmburg. Dort sind lustige, verrückte und ernste Filme zu sehen.
22.05.2022 | Stand: 19:21 Uhr

Es waren bunte, teils skurrile Trickfiguren, die an diesem Wochenende über die große Leinwand der Filmburg Marktoberdorf flimmerten: Ein Infusionsständer, der bis zum letzten Tropfen um das Leben seines an Krebs erkrankten Patienten kämpft. Kleine sprechende Pilze, die sich in Monster verwandeln und Umwelt-Rüpel jagen. Und ein Schwein, das mit seiner steckdosenförmigen Schnauze eine ganze Stadt mit Energie versorgt. „Jeder Animationsfilm ist eine Welt für sich. Eine kleine Erfindung “, sagte Ulrich Wegenast. Der Filmprofessor läutete am Wochenende in Marktoberdorf das erste Trickfilmfestival ein, das auf großen Anklang stieß.

"Es geht Schlag auf Schlag": Buntes Programm beim Trickfilmfestival in Marktoberdorf

Wer denkt, dass Trickfilme nur etwas für Kinder sind, wurde beim Trickfilmfestival eines Besseren belehrt. Wegenast ist als Künstlerischer Leiter beim Internationalen Trickfilmfestival (ITFS) in Stuttgart tätig – eine der weltweit bedeutendsten Veranstaltungen im Bereich des Animationsfilms. Die Highlights und vieles mehr präsentierte das Team nun in Marktoberdorf – und stieß dabei auf viele Neugierige. Bereits beim Auftakt am Freitag zog es viele Zuschauer in die Filmburg. „Es geht Schlag auf Schlag“, sagte die Betreiberin Monika Schubert und lachte. „Am Anfang hieß es, dass Ulrich Wegenast nur einen Workshop anbieten möchte. Das Programm ist dann nach und nach zu einem ganzen Festival gewachsen.“

Oscar-nomminierter Kurzfilm wird gezeigt: Es geht um Folter und Diktatur

Ob Vorträge, Filmvorführungen, Workshops oder eine Ausstellung: Es war für jeden etwas dabei. Bei der „Best of ITFS 2022“ Vorführung konnten die Zuschauer in die Welt des Trickfilms eintauchen. Zwölf animierte Kurzfilme wurden gezeigt – darunter die Preisträger des diesjährigen Wettbewerbs wie der Film „Bestia“ aus Chile. Er gewann den Grand Prix und ist für einen Oscar nominiert. Der Kurzfilm von Hugo Covarrubias taucht in die Psyche einer Geiheimdienstagentin während der chilenischen Diktatur ein. Das Werk zeigt eindringlich, was die Arbeit im Foltergefängnis mit der Täterin macht. „Ein wahrhaft zerstörendes Meisterwerk“, lautete die Begründung der ITFS-Jury. Es sind viele ernste aber auch lustige Themen, die in den Animationsfilmen zur Sprache kommen. Wegenast bezeichnete es als „Höllenritt durch die heutige Zeit“. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Filme aus Spanien, Japan, Chile oder Dänemark kommen – man versteht sie überall. Auch die Ukraine war mit mehreren Filmen vertreten. Am Samstagabend zeigte die Filmburg animierte Kurzfilme aus den Jahren vor dem Krieg.

Nach den Vorführungen tauschten sich die Besucher mit Wegenast aus und diskutierten die Filme. Das Miteinander stand für Wegenast auch von Anfang an im Mittelpunkt. Dieses Vorhaben ist gelungen – auch bei den Workshops im Mobilé und bei einer Ausstellung in der Atelier Werkstatt. Dort kamen Jung und Junggebliebene zusammen.

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