26.600 Euro für Flutopfer im Ahrtal

Werkzeug aus der Lehrwerkstatt versteigert: Wie Fendtler im Ahrtal helfen

Fendt

Bei der Spendenübergabe: (von links) Frank Valtwies, Eva Flügge, Karl Haindl und Markus Noack aus der Verbandsgemeinde Altenahr nahmen die Spende von Erhard Witt (AGCO/Fendt-Betriebsrat) und den Red Wood Cats, Dieter Luderschmid, Karl Xalter, Cornelia Beck und Claudia Müller, entgegen.

Bild: AGCO/Fendt

Bei der Spendenübergabe: (von links) Frank Valtwies, Eva Flügge, Karl Haindl und Markus Noack aus der Verbandsgemeinde Altenahr nahmen die Spende von Erhard Witt (AGCO/Fendt-Betriebsrat) und den Red Wood Cats, Dieter Luderschmid, Karl Xalter, Cornelia Beck und Claudia Müller, entgegen.

Bild: AGCO/Fendt

Azubis von AGCO/Fendt wollen Menschen im Flutgebiet im Ahrtal helfen. Dazu starten sie eine interne Versteigerung - mit Erfolg. Wie das Geld zum Einsatz kommt.
23.12.2021 | Stand: 10:04 Uhr

Bei einer Versteigerung von Werkstattzubehör aus der Lehrwerkstatt von AGCO/Fendt in Marktoberdorf ist eine fünfstellige Summe zusammengekommen. Ein Teil der Summe ging nach Angaben des Landtechnikherstellers an zehn Kindergärten und Kindertagesstätten im Flutgebiet, der andere Teil wurde für Sachspenden für die Flutopfer verwendet. Vor Kurzem wurde die Spende übergeben.

Die Lehrwerkstatt für die Auszubildenden bei Fendt in Marktoberdorf zog dieses Jahr in neue Räumlichkeiten auf dem Werksgelände um, berichtet das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Im Vorfeld gab es dabei eine große Inventur und Aufräumaktion. Während dieser Vorbereitung entstand die Idee für eine Spendenaktion.

AGCO/Fendt in Marktobedorf: Lehrwerkstatt startet Versteigerung

„Alle Maschinen und Gegenstände waren voll funktionstüchtig, aber zum Teil schon über 60 Jahre alt“, berichtet Simon Mößmer, Leiter der Lehrwerkstatt bei Fendt. Für die Neugestaltung der Lehrwerkstätte habe man daher neues Inventar und Werkzeug angeschafft.

„Unsere Auszubildenden schlugen vor, die guten, aber in die Jahre gekommenen Teile zu versteigern und das Geld für die Fluthilfe zu spenden“, erläutert Mößmer.

Versteigerung von Fendt-Azubis: 146 Gegenstände aussortiert und für eine Auktion vorbereitet

Das Interesse der Fendt-Mitarbeitenden, das Werkstattzubehör in Industriequalität zu ersteigern, war groß: Rund 300 Fendtler kamen in die zur Auktionshalle umfunktionierte, ehemalige Lehrwerkstatt. Insgesamt kamen 26.600 Euro zusammen – auch, weil einige Bieter den Betrag für den guten Zweck deutlich aufrundeten.

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Organisiert gemäß der Coronaregeln wurde die Aktion von den Auszubildenden und ihrem Ausbildungsleiter Mößmer. Um die Verpflegung der Gäste mit Getränken und Essen kümmerte sich die Jugendfeuerwehr Marktoberdorf. Der Erlös wurde laut AGCO/Fendt aufgeteilt.

Spende ins Ahrtal: Für Kitas, für Heizungen - und für Weihnachtsgeschenke für betroffene Kinder

Ein Betrag von jeweils 1.500 Euro kommt demnach zehn betroffenen Kindergärten und Kindertagesstätten im Ahrtal zugute. Der restliche Betrag sollte für den Kauf und die Spende von Heizungen und Haushaltsgeräten sowie Weihnachtsgeschenke für Kinder aus betroffenen Familien verwendet werden.

„Wir freuen uns sehr über diese Aktion unserer Auszubildenden und die große Spendenbereitschaft unserer Belegschaft“, sagt Ingrid Bußjäger-Martin, Geschäftsführerin Finanzen und IT bei AGCO/Fendt.

Fendt-Mitarbeiter Erhard Witt aus dem Kabinenwerk in Asbach-Bäumenheim übergab stellvertretend für alle Fendt Mitarbeitenden die Spende. Witt, der auch Mitglied im Fendt-Betriesbrat ist, hatte zusammen mit dem FC Bayern Fanklub Red Wood Cats bereits im Juli private Spenden und Hilfsmittel ins Flutgebiet gebracht und dort dabei lokale Kontakte geknüpft.

Menschen im Ahrtal sind überwältigt von der großen Hilfsbereitschaft "so weit in Süddeutschland"

Witt sagte anlässlich der Übergabe: „Für mich ist es eine große Freude, den Erlös aus der Auktion zu übergeben. Die Zerstörung vor Ort ist kaum vorstellbar, und so wollen wir möglichst vielen Menschen helfen.“ Markus Noack und Eva Flügge von der Verbandsgemeinde Altenahr freuten sich sehr über die große Spende. „Das Geld kommt zu 100 Prozent an den richtigen Stellen an“, sagte Noack. „Wir sind überwältigt von der großen Hilfsbereitschaft in den letzten Monaten und vor allem davon, dass Menschen so weit aus dem Süden an uns denken und helfen“, wie er gerührt ergänzte.

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