Bürgerversammlung Biessenhofen

Viele Raser: Biessenhofener fordern, Geschwindigkeitsmelder aufzustellen

In Biessenhofen hätte ein solcher "Smiley" offenbar keinen Grund zur Freude: Viele Raser sind unterwegs. Deshalb denkt die Gemeinde über das Anbringen solcher Geschwindigkeitsmessanlagen nach.

In Biessenhofen hätte ein solcher "Smiley" offenbar keinen Grund zur Freude: Viele Raser sind unterwegs. Deshalb denkt die Gemeinde über das Anbringen solcher Geschwindigkeitsmessanlagen nach.

Bild: Anton Reichart

In Biessenhofen hätte ein solcher "Smiley" offenbar keinen Grund zur Freude: Viele Raser sind unterwegs. Deshalb denkt die Gemeinde über das Anbringen solcher Geschwindigkeitsmessanlagen nach.

Bild: Anton Reichart

In Biessenhofen wird über Geschwindigkeitsmessgeräte etwa im Ortsteil Altdorf debattiert. Wie auch Biberschäden und Rathaus-Wartezeiten die Bürger beschäftigen.
29.07.2021 | Stand: 04:30 Uhr

Bei der gut besuchten Bürgerversammlung in Biessenhofen haben sich viele engagierte Bürger zu Wort gemeldet. Dabei ging es nicht zuletzt um Baulücken im Innenbereich, um Biberschäden – sowie vor allem um Raser, etwa in den Ortsteilen Altdorf und Ebenhofen.

Wenn die Autos vom Altdorfer Kreisel in die Dorfmitte rasen

Unter anderem Wolfgang Obermayer aus dem Ortsteil Altdorf beklagte die schnellen Autos, die durch Dorf rasten, besonders vom Altdorfer Kreisel in Richtung Dorfmitte. Hier gebe es viele Gefahrenquellen. „Wir tun uns relativ schwer, dagegen etwas zu tun“, bedauerte Bürgermeister Eurisch. Denn bei der Straße vom Altdorfer Kreisel nach Altdorf und Ebenhofen handle es sich um eine Kreisstraße. Eventuell könne man aber eine Anzeigetafel aufstellen.

Birgit Höbel aus Ebenhofen hakte hier nach. Könnte man nicht Geschwindigkeitsmelder fest installieren? Eurisch gab zu bedenken, dass dies auch eine Frage der Kosten sei. Denn solche Anlagen wären dann an allen Ortseingängen notwendig.

Tempolimitis in Ebenhofen auf die Tageszeit beschränken?

In Ebenhofen sollte man die Geschwindigkeitsbegrenzung doch auf die Tageszeit beschränken, schlug Ingrid Wittmann aus Ebenhofen vor. Der Bürgermeister erinnerte an durchaus kontroverse Diskussionen in der Vergangenheit zu dieser Frage. „Aber der Beschluss des Gemeinderates war leider so“, bedauerte Eurisch.

Ingrid Wittmann sprach auch das Thema Friedhofspflege an und regte dabei an, auch Urnengräber statt Familiengräbern aufzustellen. Denn häufig sei die Grabpflege wegen der verstreut lebenden Angehörigen im Todesfall mittlerweile ein Problem. Eurisch will das Thema Urnengräber demnächst im Gemeinderat aufgreifen.

Was die Biber alles veranstalten...

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Was die Biber veranstalten, das sei schon ein trauriger Anblick, griff Wittmann noch ein ganz anderes Thema auf. Alle Bäume zu schützen ist laut Bürgermeister schwierig. Gemeindebürger Dieter Frisch aus Hörmanshofen, der auch Naturschutzspezialist am Ostallgäuer Landratsamt ist, empfahl, mit Drahtgittern wenigstens die großen alten Bäume zu schützen und damit zu erhalten.

Er beziehungsweise seine Frau habe heuer allein für den Antrag auf einen Pass zwei Wochen warten müssen, beklagte sich Rüdiger Eberle. Wie viele Personen in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Biessenhofen beschäftigt seien, wollte er in dem Zusammenhang wissen. Laut Kämmerer Florian Budschied sind das 25 bis 35 Vollzeit- beziehungsweise Teilzeitkräfte. Eberle sprach sich dafür aus, mehr Personal einzustellen. Und gleich auch noch einen Zuschuss-Manager, wie er auf ein Beispiel aus der Oberallgäuer Stadt Immenstadt hinwies. Eurisch räumte mit Blick auf die Corona-Situation ein, man habe in der VG tatsächlich zeitweise zeitliche Probleme gehabt.

Verwaltung: Über 100 Anrufe im Pass-Amt an einem Vormittag

Genauer erläuterte dann noch Eurischs Sekretärin Hildegard Haggenmüller die Situation: Im besagten Zeitraum hätten beispielsweise allein an einem Vormittag über 100 Mitbürger bei ihr angerufen. All das habe abgearbeitet werden müssen. Offensichtlich habe es zu der Zeit einen förmlichen Run auf Reisedokumente gegeben. Für einen Zuschuss-Manager wie in Immenstadt sieht der Bürgermeister keinen erhöhten Bedarf. Biessenhofen hat übrigens 4193 Einwohner, Immenstadt 14312.

Eine hohe Auszeichnung erhielt Thomas Bartenschlager (links) aus der Hand von Biessenhofens Bürgermeister Wolfgang Eurisch. Für 18 Jahre öffentlicher Tätigkeit wurde Bartenschlager bei der Bürgerversammlung die Kommunale Dankurkunde überreicht.
Eine hohe Auszeichnung erhielt Thomas Bartenschlager (links) aus der Hand von Biessenhofens Bürgermeister Wolfgang Eurisch. Für 18 Jahre öffentlicher Tätigkeit wurde Bartenschlager bei der Bürgerversammlung die Kommunale Dankurkunde überreicht.
Bild: Anton Reichart

Dieter Frisch sprach noch die Lage bei der Entwicklung von Baugelände auf. Baugebietsausweisungen in dem Tempo wie bisher „hören sich künftig auf“, meinte Frisch. Er fragte, ob Nachverdichtung im Innenbereich mehr verfolgt werde. Gemeindechef Eurisch bekräftigte, dass gerade ein Baulücken-Kataster erstellt werde. Auch eine Überplanung der Siedlungsgebiete werde gemacht. Aber oft seien die Eigentümer von Baulücken nicht bereit, tätig zu werden.

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