"Ersatz" für Bezirksmusikfest

Von wegen "mini": Hunderte Zuschauer bei Festzug der Musikkapelle Bertoldshofen

Festzug Bertoldshofen

Dirigentin Franziska Mooser führte die Musikkapelle Bertoldshofen beim Mini-Festzug an (Foto oben).

Bild: Fotos: Anton Reichart

Dirigentin Franziska Mooser führte die Musikkapelle Bertoldshofen beim Mini-Festzug an (Foto oben).

Bild: Fotos: Anton Reichart

Statt mit einem großen Bezirksmusikfest hat die Musikkapelle Bertoldshofen ihren 250. Geburtstag nun mit einem Gang durchs Dorf gefeiert. Wie die Aktion ankam.
05.07.2021 | Stand: 16:44 Uhr

Die Bertoldshofener Blasmusiker nannten es einen Mini-Festumzug. Aber Mini war nur das Programm, das statt des großen Bezirksmusikfestes zum 250-Jahr-Jubiläum der örtlichen Musikkapelle ordentlich eingedampft werden musste. Neben der Musik-Rallye und einem Video (wir berichteten) war dieser musikalische Umzug Teil des Ersatzprogramms, das die Corona-Pandemie gerade noch zuließ.

Ein knappes hundert Musiker aktiviert Tracht und Instrumente

Ein knappes hundert Musiker hatte nicht nur seine Tracht, sondern auch die Instrumente aktiviert. Die Kapelle stellte sich beim Königswirt auf und zogen zwei Stunden lang kreuz und quer durch die Straßen des Marktoberdorfer Ortsteils. Dabei überzeugte die musikalische Qualität trotz der langen Spielpause. Daran erfreuten sich neben einigen hundert Zuschauern auch der Leiter des Bezirks 4/Marktoberdorf im Allgäu-Schwäbischen Musikbund (ASM), Bruno Gantner, und seine Frau Johanna sowie weitere Mitglieder des ASM-Bezirksvorstands.

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Viel los bei "Mini"-Festzug in Bertoldshofen

Nach dem ersten Anstieg entlang der Friedhofsmauer konnten sich die Musiker bei einer kurzen Pause durch Heinrich Hartinger und Anni und Max Linder mit flüssiger Nahrung stärken lassen. Am improvisierten Stand vor ihren Häusern waren zunächst nur Mineralwasser und Säfte gefragt. „Wer will an echte Enzian“, musste Hartinger erst energisch nachfragen, bevor vereinzelt zum Klaren gegriffen wurde. Solche Stände, die Bürger am Gehsteig vor ihrem Haus aufgebaut hatten, gab es mehrere. So machte die Festkapelle vor dem Haus des ehemaligen Marktoberdorfer Stadtrates und jetzigen Lechbrucker Bürgermeisters Werner Moll halt. Daher dauerte der Umzug dann doch etwas länger als geplant.

Eine riesige Videoleinwand am Sportheim in Bertoldshofen

Denn auf halber Strecke leitete Dirigentin Franziska Mooser ihre in Fünferreihen marschierende Kapelle auf den Sportplatz ein. Hier hatten Musiker um die beiden Vorstände Johannes Stadler und Hubert Gebler an der Wand des Sportheims eine riesige Videoleinwand aufgebaut und zeigten zur Überraschung aller ihr Video erstmals öffentlich. Im Video „Hubbi & Stadler“ machten sich die beiden Musiker auf die gespielte Suche nach dem Bertoldshofener Festzelt des Bezirksmusikfestes. Dieses Video ist auf Youtube zu sehen.

Eine verkleinerte Besetzung der Reinhardsrieder Musikkapelle hatte sich von einem Traktor bis nach Bertoldshofen chauffieren lassen und folgte dem Umzug. Die Reinhardsrieder waren unter Dach, während die Festkapelle gegen Ende doch noch mit ein paar Regentropfen zu kämpfen hatte. Das tat aber der aufgeräumten, ja schon euphorischen Stimmung der Musiker keinen Abbruch. Und die in Gruppen am Straßenrand stehenden Zuschauer und Zuhörer sparten nicht mit Beifall.

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So endete der Mini-Festumzug aus Anlass des Bezirksmusikfestes und zu Ehren des 250-Jahr-Jubiläums der Bertoldshofner Blasmusik dort, wo er angefangen hatte: Beim Königswirt, da allerdings in den Innenräumen und mit vielfältigen, nicht nur musikalischen Nachbesprechungen.