Meinung

Wahlkampf im Ostallgäu: Können Soziale Medien Wahlkampfauftritte ersetzen?

Zum Wahlkampf in den Sozialen Medien gibt es geteilte Meinungen - auch in unserer Redaktion.

Zum Wahlkampf in den Sozialen Medien gibt es geteilte Meinungen - auch in unserer Redaktion.

Bild: dpa (Symbolfoto)

Zum Wahlkampf in den Sozialen Medien gibt es geteilte Meinungen - auch in unserer Redaktion.

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Können Soziale Medien zu Corona-Zeiten Wahlkampfauftritte ersetzen? Das Pro und Contra aus unserer Redaktion.
22.09.2021 | Stand: 17:45 Uhr

Unsere Autorin Stefanie Gronostay findet:

Im Wahlkampf versuchen Politikerinnen und Politiker möglichst viele Menschen zu erreichen. Welches Medium eignet sich dafür besser als die Sozialen Netzwerke? Immerhin sind 76 Prozent der Deutschen ab 16 Jahren in den Sozialen Medien unterwegs. Dies zeigt der „Social Media Atlas 2021“. 66 Millionen Menschen nutzen hierzulande Facebook, Instagram, Twitter und Co. Durch Corona hat sich die Anzahl der Nutzer nochmals erhöht.

Die Plattformen bieten unzählige Möglichkeiten. Statt beispielsweise eine Wahlveranstaltung im engsten Kreis durchzuführen, können Kandidaten auf Instagram oder Facebook einen Live-Stream starten. Über die Chatfunktion können Nutzer Fragen stellen, kommentieren und reagieren. Der Kontakt ist unmittelbar. Vor allem lernt man die Kandidaten von einer anderen Seite kennen. Ein Blick auf die Facebook-Seite verrät oftmals mehr über einen Menschen als eine gut einstudierte Wahlkampf-Rede. Neben politischen Inhalten wird auch mal ein privater Schnappschuss geteilt. Es sind solche Momente, die es im Wahlkampf viel öfter braucht. Sie machen Politiker nahbar.

Unser Autor Andreas Filke sieht das anders:

Kässpatzen ohne Zwiebeln, Bier ohne Schaum, Pommes ohne Majo und Ketchup: So ist der Wahlkampf, wenn er nicht vor Ort an der Basis stattfindet – so wie coronabedingt in diesem Jahr. In diesen Wochen ist zu spüren, was fehlt. Bestenfalls an Infoständen auf Wochenmärkten oder im begrenzten Kreis macht sich so etwas wie Stimmung breit. Stimmung, die im Internet und in den sozialen Kanälen fehlt.

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Besonders die Generation 60 plus, die ohne Internet aufgewachsen ist, wird das vermissen. Wenn sie im Internet unterwegs sind, brauchen besonders die Älteren benutzerfreundliche Seiten, sollen sie nicht aussteigen. Daran hapert es jedoch oft selbst bei den großen Parteien, die so das Potenzial einer starken Wählergruppe verspielen.

Bei Wahlkampfveranstaltungen Auge in Auge lässt sich erfahren, wie wichtig den Kandidatinnen und Kandidaten die Region ist. Gesichtsausdruck und Sprache spielen dabei eine wichtige Rolle, um die Worte einordnen zu können. Das fehlt beim Wahlkampf im Internet. Internet ja, aber bitte nicht zulasten eines Haustürwahlkampfs. Politiker gehören nun einmal ins reale Leben.