Welt-Down-Syndrom-Tag

Warum auf dem Marktplatz in Marktoberdorf eine Wäscheleine mit bunten Socken hängt

Am Marktplatz in Marktoberdorf hängt seit dem 21. März eine Wäscheleine mit bunten Socken. Sie soll die Menschen zum Denken anregen.

Am Marktplatz in Marktoberdorf hängt seit dem 21. März eine Wäscheleine mit bunten Socken. Sie soll die Menschen zum Denken anregen.

Bild: Luca Riedisser

Am Marktplatz in Marktoberdorf hängt seit dem 21. März eine Wäscheleine mit bunten Socken. Sie soll die Menschen zum Denken anregen.

Bild: Luca Riedisser

Ostallgäuer Einrichtungen beteiligen sich an einer Aktion für Menschen mit Down-Syndrom. Wie die Initiative Verständnis für Betroffene wecken will.
24.03.2022 | Stand: 14:14 Uhr

„Alle Menschen sind verschieden und das ist auch gut so.“ Unter diesem Motto haben die Kinder der St. Martin Grundschule in Marktoberdorf ihren Beitrag zum Welt-Down-Syndrom-Tag geleistet. Jeder Schüler und jede Schülerin bastelte einen bunten Socken und trug außerdem selbst zwei verschiedene, bunte Socken. Zum einen ist dies ein Symbol für die Vielfalt innerhalb der Gesellschaft, zum anderen haben Socken eine ähnliche Form wie Chromosomen unter dem Mikroskop. (Lesen Sie dazu auch: Diese beiden Frauen sind Urgesteine des Lebenshilfe-Wohnheims in Marktoberdorf)

Trisomie 21 stellt Betroffene vor große Herausforderungen

Auf die Chromosomen wird deshalb angespielt, weil bei Menschen mit dem Down-Syndrom das 21. Chromosom oder Teile davon dreifach vorhanden sind: Trisomie 21. Betroffene stehen vor großen Herausforderungen, was die körperliche und sprachliche Entwicklung angeht. Der Welt-Down-Syndrom-Tag wurde im Jahr 2006 eingeführt, um das Bewusstsein für die Probleme der Menschen mit Trisomie 21 innerhalb der Gesellschaft zu stärken und den Betroffenen durch konkrete Maßnahmen zu helfen.

Den Schulkindern wird Toleranz gegenüber unterschiedlichen Menschen vermittelt

„Wir wollen die positive Wahrnehmung der Kinder für die Verschiedenheit der Menschen stärken“, sagt die Sozialarbeiterin der Grundschule, Christiane Naegele. Sie hätten das Projekt etwas ausgeweitet und sich nicht ausschließlich auf das Thema Down-Syndrom konzentriert, sondern auf die Toleranz gegenüber unterschiedlichen Menschen allgemein.

Mehrere Einrichtungen im Ostallgäu beteiligen sich an der Aktion

Seit Beginn der Woche hat es laut Sozialpädagogin Daniela Stark auf der ganzen Welt Initiativen für Menschen mit Trisomie 21 gegeben. Die Aktion falle deshalb auf den 21. März, weil das charakteristische Merkmal des Down-Syndroms das dreifache Vorhandensein des 21. Chromosomes ist. „Wir wollen vor allem zeigen, dass Vielfalt etwas Natürliches und eine Bereicherung für die Gesellschaft ist. Jeder Mensch soll gleichermaßen einen Platz in der Gesellschaft haben“, sagt Stark. Aus diesem Grund hat die Arbeitsgemeinschaft Offene Behindertenarbeit, bestehend aus der Caritas, der Lebenshilfe und dem Bayerischen Roten Kreuz im Ostallgäu sowie der Katholisch-Evangelischen Sozialstation Kaufbeuren, verschiedene Einrichtungen dazu aufgerufen, sich an der Socken-Aktion zu beteiligen. Und nicht nur die Martinsschule kam dieser Aufforderung gerne nach, sondern auch Kindergärten aus Kaufbeuren und Buchloe, der Familienstützpunkt Marktoberdorf, die Technikerschule Kaufbeuren und verschiedene Einzelpersonen.

Eine Wäscheleine mit Socken wurde symbolisch am Marktoberdorfer Marktplatz angebracht

Die Arbeitsgemeinschaft Offene Behindertenarbeit (OBA) selbst brachte am Marktoberdorfer Marktplatz eine Wäscheleine mit Socken und einem Plakat an. Stark sagt dazu: „Die Menschen sollen neugierig werden und auf originelle Art zum Denken angeregt werden. Sie sollen für Inklusion sensibilisiert werden.“

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