Ehrenamt mit Hindernissen

Warum Marktoberdorfer Fischer etliche Gewässer nicht nutzen können

Der Besatz der Gewässer und das Angeln wird den Mitgliedern des Fischereivereins Marktoberdorf erschwert. Wegen Sanierungsarbeiten an den Dämmen sind manche Weiher abgelassen.

Der Besatz der Gewässer und das Angeln wird den Mitgliedern des Fischereivereins Marktoberdorf erschwert. Wegen Sanierungsarbeiten an den Dämmen sind manche Weiher abgelassen.

Bild: Thorsten Jordan (Symbolfoto)

Der Besatz der Gewässer und das Angeln wird den Mitgliedern des Fischereivereins Marktoberdorf erschwert. Wegen Sanierungsarbeiten an den Dämmen sind manche Weiher abgelassen.

Bild: Thorsten Jordan (Symbolfoto)

Die Ausfälle durch Sanierungsarbeiten sorgen für Schwierigkeiten bei Besatz und Aufzucht. Wie sich der Verein behilft.
12.10.2020 | Stand: 06:00 Uhr

Der Fischereiverein Marktoberdorf wird weiter größer. Zum Jahresbeginn wuchs die Mitgliederzahl im Hauptverein auf 214 Mitglieder, die im vergangenen Jahr wieder sehr viele Arbeitsstunden geleistet haben. Vorsitzender Stephan Sohr dankte ihnen bei der Mitgliederversammlung im Festsaal der Walburg in Ruderatshofen für die geleistete Arbeit und berichtete über die zahlreichen Vereinstätigkeiten. Dabei gab er Erfreuliches zu hören, aber auch Probleme traten zutage.

Besonders hob Sohr hervor, dass der Korbsee seit diesem Jahr wieder für die Fischerei freigegeben ist. In diesem Zusammenhang dankte er auch dem Baugeschäft Ernst Höbel dafür, dass diese während der Bauphase an der angrenzenden Umgehungsstraße den Vereinsmitgliedern die Zufahrt zum Gewässer ermöglicht hatte.

Teilweise immer noch abgelassen

Die Gewässerwarte Andreas Tschauner und Mathias Brugger berichteten über die Besatz- und Aufzuchttätigkeiten. Nach ihren Worten litt die Eigenaufzucht des Vereins besonders durch mehrere Gewässerausfälle, die wegen den Hochwasserschutzvorgaben nicht genutzt werden konnten. Stellenweise seien diese Gewässer noch immer abgelassen und für den Verein nicht zu gebrauchen. Mithilfe der Erschließung neuer Aufzuchtgewässer und der Unterstützung von Vereinsmitgliedern, die privat auch Gewässer besitzen und dem Verein kurzfristig zur Verfügung stellten, sei es möglich gewesen, Teile der Ausfälle zu kompensieren.

Im laufenden Jahr war neben den Auswirkungen der Corona-Pandemie, den Terminen zum Abfischen und zu den anstehenden Bauarbeiten an einigen Angelgewässern die Zukunft des Ettwieser Weihers ein großes Thema. Er wird vom Verein seit 1971 bewirtschaftet. Wie berichtet, gibt es einen Runden Tisch, um eine einvernehmliche Lösung zu finden, wie Naturschutz und Nutzung des Gewässers unter einen Hut gebracht werden können.

Eine neue Pacht

Erfreulicher war die Neuanpachtung eines vereinseigenen Angelgewässers mit knapp neun Hektar Fläche. Dieses soll ab nächstem Jahr ausschließlich „den fleißigen Vereinsmitgliedern als Bonus zur Verfügung gestellt, welche sich um den Verein verdient machen“, hieß es. Entsprechend wurden bei den Ehrungen die Verdienste der Auszuzeichnenden besonders hervorgehoben und gewürdigt. Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurden Beate Ackermann, Theodor Csauth, Siegfried Dobrawa, Ruppert Erhart, Manfred Lederle, Ulrich Neher und Christian Schien mit der silbernen Ehrennadel des Vereins ausgezeichnet. Für besondere Verdienste erhielt Ingo Steinsdorfer die Ehrennadel in Silber. Eine Urkunde für 50 Jahre Mitgliedschaft wurde an Ernst Weinhart übergeben.

Ralf Mayr, der als Erster Jugendleiter von 2007 bis 2019 die Jugendarbeit im Verein leitete, wurde für seine Verdienste um die Jugendarbeit gedankt. Als besondere Anerkennung seiner Leistungen wurde Christian Kollmann, der von 1989 bis 2019 im Vorstand mitwirkte, die goldene Ehrennadel verliehen.

Schatzmeister Matthias Modosch stellte den Kassenbericht vor und lobte den Vorstand für ein „trotz dieser Vorkommnisse“ gutes Geschäftsjahr.

Jugend vielseitig aktiv

Die Jugendgruppe des Vereins besteht derzeit aus 21 Jugendlichen. Deren Leiter Martin Fröhlich berichtete von den zahlreichen Aktivitäten seiner Jugendgruppe im vergangenen Jahr. Diese reichten von Abfischen bis zu mehreren Zeltlagern und wurden von reichlich schönen Angeltagen abgerundet.

„Unsere ehrenamtliche Tätigkeit ist keine Floskel und keine Selbstverständlichkeit, sie muss mit Taten eines jeden einzelnen von uns am Leben gehalten werden.“ Mit diesen Worten beendetet der Vorsitzende die Versammlung.