Wasserpreis verdoppelt sich

Warum wird das Wasser in Kraftisried mehr als doppelt so teuer?

Verbraucher zahlen in Kraftisried künftig mehr als das Doppelte für ihr Wasser. Die jährliche Grundgebühr ist auf 75 Euro gestiegen.

Verbraucher zahlen in Kraftisried künftig mehr als das Doppelte für ihr Wasser. Die jährliche Grundgebühr ist auf 75 Euro gestiegen.

Bild: Patrick Pleul, dpa

Verbraucher zahlen in Kraftisried künftig mehr als das Doppelte für ihr Wasser. Die jährliche Grundgebühr ist auf 75 Euro gestiegen.

Bild: Patrick Pleul, dpa

Die Gebühr für Wasser steigt von 24 auf 75 Euro. Trotzdem ist der Wasserpreis vergleichsweise niedrig. Zudem gibt es in Kraftisried bald eine Rettungswache.
28.09.2021 | Stand: 09:36 Uhr

Bisher war Wasser in Kraftisried fast konkurrenzlos billig: 24 Euro kostete die jährliche Grundgebühr, 37 Cent der verbrauchte Kubikmeter. Ab 1. Oktober steigen diese Gebühren auf 75 Euro beziehungsweise 77 Cent. Grund dafür ist, dass in der Gemeinde erstmals eine kostendeckende Kalkulation durchgeführt werden konnte.

Zuvor war das nicht möglich, weil es kein Anlagenverzeichnis mit den entsprechenden Daten gab. Ein solches liegt aber nun vor und ist die Basis für die Neukalkulation. Diese wird zukünftig vorschriftsgemäß alle vier Jahre durchgeführt.

Wasserpreis in Kraftisried: "Wir müssen kostendeckend arbeiten"

Dass die Gebührenerhöhung in der Bevölkerung nicht auf Begeisterung treffen wird, ist dem Gemeinderat klar. Aber man war sich einig, dass der Wasserpreis im Vergleich zu anderen Kommunen immer noch niedrig sei. Zudem habe die Gemeinde gerade erst 500 000 Euro ausgegeben, um einen zweiten Brunnen zu bohren und es stünden noch weitere Investitionen an.

Allein die Stromkosten für die Pumpen an den Brunnen betragen jährlich 30 000 Euro. Bürgermeister Michael Abel fasste zusammen: „Wir müssen kostendeckend arbeiten und können das Wasser nicht dauerhaft subventionieren, wie wir es bisher gemacht haben.“ (Lesen Sie auch: „Eine aufstrebende Gemeinde“ - Wie Kraftisried wächst und investiert)

Der Gemeinderat beschloss nach Vortrag von Kämmerer Christian Czap einstimmig die neue Wasserabgabesatzung und die dazugehörige Beitrags- und Gebührensatzung. Beide treten zum 01.10.2021 in Kraft. Beim Abwasser ändert sich zunächst nichts, hier muss erst noch ein Anlagenverzeichnis erstellt werden.

Rettungswache in Kraftisried: Neubau der Wache verzögert sich

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Gebühren neu berechnet

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Wie geplant wird ab 1. Oktober eine BRK-Rettungswache in Kraftisried stationiert, die zukünftig von 8 bis 20 Uhr besetzt ist. Untergebracht wird sie vorerst im Feuerwehrhaus. Der Neubau der eigentlichen Rettungswache samt Bauhof verzögert sich: Eine neue Vorschrift verbietet die Platzierung des Aufenthaltsraums im Obergeschoss, dieser musste daher ins Erdgeschoss verlegt werden, was diverse Änderungen nach sich zog. Der neue Plan ist bereits vom BRK genehmigt und muss noch dem Landratsamt vorgelegt werden. Der Baubeginn verschiebt sich daher auf Anfang 2022. (Lesen Sie auch: Allgäuer Rettungswachen: Wie die Helfer zukünftig schneller ankommen sollen)

Gut und termingerecht kommen dagegen die Arbeiten am Dorfgemeinschaftshaus voran. „Wir bringen das Dach auf jeden Fall vor dem Winter hoch“, sagte der Bürgermeister. Allerdings ist mit diversen Kostensteigerungen zu rechnen. So ergab sich beim Bauen, dass die Decken dicker werden mussten als ursprünglich geplant, um den Vorgaben der Statik zu entsprechen. Auch die Fassade dürfte deutlich teurer werden: Die beauftragte Firma hat wegen der deutlichen Preissteigerung bei Bauholz und Dämmstoffen ein Nachtragsangebot vorgelegt.

Ebenfalls einstimmig beschloss das Gremium, die Markterkundung im Rahmen der Gigabitrichtlinie zu beauftragen. Damit wird zunächst festgestellt, welche Haushalte als Internet-unterversorgt gelten. Erklärtes Ziel des Gemeinderats ist es, dass der gesamte Ort an das Breitbandnetz angeschlossen wird.

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