Triathlon

Was Athleten aus Günzach bei erstem Nach-Corona-Triathlon erleben

Dominik Renninger und Chris Breitbarth RC Allgäu

Dominik Renninger (links) und Chris Breitbarth beteiligten sich am ersten Triathlon, der trotz Corona wieder erlaubt war.

Bild: Maika Hohlbein

Dominik Renninger (links) und Chris Breitbarth beteiligten sich am ersten Triathlon, der trotz Corona wieder erlaubt war.

Bild: Maika Hohlbein

Zwei RC Allgäu-Sportler sind bei erstem Wettkampf im deutschsprachigen Raum dabei. Warum ihnen Strecke, Wind, Technik und selbst der Magen zu schaffen machen.
06.06.2021 | Stand: 04:30 Uhr

Es war ein kleines Stück der Rückkehr zur Normalität. Mit Dominik Renninger und Chris Breitbarth starteten zwei Athleten des Günzacher RC Allgäu in St. Pölten (Niederösterreich) zum ersten realen Triathlon-Wettkampf im deutschsprachigen Raum seit Beginn der Corona-Pandemie. Über 1500 Sportler, darunter rund 150 Profis, traten bei der Halbdistanz über 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen an. Für Chris war es die erste Mitteldistanz, für Dominik bereits der vierte Start.

Was Athleten aus Günzach bei erstem Nach-Corona-Triathlon erleben

Nach bürokratisch sehr anspruchsvoller, aber erfolgreicher Einreise mit Antigen-Testnachweis und Einreichen diverser Formulare erkundeten die beiden zunächst das EXPO-Gelände und anschließend per Auto die Radstrecke, um auf knifflige Passagen vorbereitet zu sein. Es war ein wundervoller Radkurs, der zunächst über die für den Wettkampf gesperrte Autobahn verlief und nach rund 20 Kilometer über die Querverbindung durch die Weinberge in die Wachau entlang der Donau ging. Die Strecke enthielt drei knackige Anstiege. „Nochmal großen Dank an Jürgen Hanshans für die tollen Räder, die er uns gezaubert hat“, sagten beide.

Der Check-In fand zu im Voraus gebuchten Zeiten statt, um die Hygienemaßnahmen einzuhalten. Im Anschluss bereiteten die beiden ihre Räder vor, checkten sie ein und packten ihre Wechselbeutel. Nach kurzem Selfie von Dominik mit Anne Haug, der Ironman-Siegerin von Hawaii, Weltmeisterin und Olympia-Teilnehmerin, hieß es, sich auszuruhen, Kraft zu tanken und sich mental auf den Wettkampf vorzubereiten. Chris nahm noch seine Eltern in Empfang, die zur Unterstützung extra aus Thüringen angereist waren. (Lesen Sie auch: Günzacher Radler gehen bei virtuellem Duathlon an den Start)

Sportler aus Günzach kämpft gegen Panne am Rad

Der Wettkampftag begann mit einer Panne an Dominiks Rad. Über Nacht hatte sich das Gummi seiner elektronischen Schaltung gelöst. Nun lag die Bedienung unbefestigt vor dem Auflieger auf dem Rahmen. Das Problem konnte zum Glück provisorisch und mithilfe eines Offiziellen gelöst werden.

Der Start der Profi-Männer mit knapp 100 Athleten am Großen Viehofner See erfolgte um 6.30 Uhr, die Profi-Frauen folgten um 6.40 Uhr. Die folgenden Gruppen gingen ebenfalls zu unterschiedlichen Zeiten ins 15 Grad kalte Wasser. Nach der ersten, einen Kilometer langen Runde mussten die Athleten 200 Meter über Land zum zweiten, den Ratzersdorfer See, wo die restliche Distanz geschwommen werden musste.

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Der Landgang verlief nicht für alle reibungslos. Von Krämpfen beim steilen Ausstieg über den Weg auf dem blanken Asphalt bis hin zum sehr abfälligen und rutschigen Einstieg in den zweiten See war alles dabei, was man eigentlich nicht braucht. Einige stolperten und rollten eher in den See, als dass sie hineinsprangen. (Lesen Sie auch: Allgäu Triathlon für 2021 ausgebucht - doch findet das Kult-Rennen in Immenstadt auch statt? Infos im Newsblog)

Fahrt gegen den Wind

Danach ging es durch die lange Wechselzone aufs Rad. Der angekündigte Nordwind bedeutete ausgerechnet auf der Autobahn, gegen den Wind fahren zu müssen. Nach diesem Teil und dem darauffolgenden Anstieg drehte der Wind bei der Einfahrt in die Wachau auf Nord-West, was vielen Probleme bereitete.

Im Anschluss ging es auf einen knapp acht Kilometer langen, bis zu acht Prozent steilen Anstieg. Dort zeigten Dominik und Chris, dass sie gut trainiert haben. Kurz vor Ende dieses Anstiegs gab es einen Motivationsschub durch Chris’ Eltern, die mit Tröten und Jubelrufen die beiden den Berg hinauf trieben. Danach ging es in einige schnelle Abfahrten mit Rücken- und Seitenwind hinab zurück nach St. Pölten.

Günzacher quält sich in Ziel

Nach reibungslosem Wechsel zum Laufen begegneten sich die beiden sogar in Stadionnähe, kurz bevor Dominik auf seine zweite Runde ging und Chris seine erste anlief. Dominik lief sehr gut und gleichmäßig, sodass er auf seiner zweiten Runde sogar noch zulegen konnte und nach etwa 1:35 Stunden ins Ziel lief. Chris hatte hingegen auf der zweiten Laufrunde Magenbeschwerden bekommen und musste sich auf den letzten sechs Kilometern quälen, um das Ziel zu erreichen. Seine Laufzeit betrug 1:42 Stunden. Beide lagen sich am Ende glücklich, erschöpft aber äußerst zufrieden in den Armen und bekamen die Medaillen von ihren Freundinnen überreicht.

Dominik erreichte mit 4:58:14,15 Stunden Gesamtrang 317 von 1100 Teilnehmern und in seiner AK 40-44 den 40. Platz von 179. Chris kam mit 5:21:19,90 Stunden auf Gesamtrang 554 und in seiner AK 30-34 auf Rang 98 von 135 Athleten.

Das Rennen wurde live im ORF sowie als Live-Stream im Internet übertragen. Auch dabei fiel der Kameraschwenk ein paar Mal auf die RC Allgäu-Sportler. Beide zollten dem Veranstalter ein großes Lob. Mit einem solchen Konzept und vor allem der guten Kommunikation sollte dieser Triathlon die richtigen Weichen für Wettkämpfe in Präsenz stellen und den Behörden zeigen, dass solche Veranstaltungen mit Hygienekonzepten wieder möglich sein können, sagten sie. (Lesen Sie auch: Schicksalsmoment in der Schweiz: Wie das Wetter Jan Nekardas Karriere beendete)

Erlebnisse als Podcast

Breitbarth war darüber hinaus Teilnehmer und Gast der Rookie-Serie des Triathlonpodcasts von Marco Sommer. Er sprach dabei über seinen Weg zum Triathlon, seine Vorbereitung, die Erfahrungen auf seiner ersten Mitteldistanz und den RC Allgäu.

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