Der Fußball startet wieder

Was das Erfolgsgeheimnis des FC Thalhofen beim Fußball ist

Schon zum Trainingsauftakt zeigten die Spieler unter den Augen von Florian Niemeyer viel Ehrgeiz. Der Trainer des FC Thalhofen hat mit der Mannschaft in der neuen Saison einiges vor.

Schon zum Trainingsauftakt zeigten die Spieler unter den Augen von Florian Niemeyer viel Ehrgeiz. Der Trainer des FC Thalhofen hat mit der Mannschaft in der neuen Saison einiges vor.

Bild: Heinz Budjarek

Schon zum Trainingsauftakt zeigten die Spieler unter den Augen von Florian Niemeyer viel Ehrgeiz. Der Trainer des FC Thalhofen hat mit der Mannschaft in der neuen Saison einiges vor.

Bild: Heinz Budjarek

Der FC Thalhofen ist der höchstklassigste Verein in Marktoberdorf. Nach Corona-Pause kehrt die Normalität zurück. Wer neu ist und was sich der Trainer vornimmt.
03.07.2021 | Stand: 11:15 Uhr

Irgendwie kennen sie sich alle schon lange. Oft sind sie seit der Jugend zusammen. Oder sie spielten mal im Verein und kehren nun nach der aktiven Zeit wieder zurück. Oder sie pflegen bisher nur außerhalb des Platzes eine Freundschaft. Der FC Thalhofen wirkt wie eine große Familie. Und das ist wahrscheinlich auch sein Erfolgsgeheimnis.

Obwohl die erste Mannschaft noch jung ist, hielt sie in der Fußball-Bezirksliga bis zum coronabedingten Abbruch gut mit und will das auch in der nächsten Saison wieder. Und die zweite Vertretung will sich in der Kreisklasse behaupten. Dabei setzt der Verein auf eine gute Mischung aus erfahrenen Kräften und Neuen, vorwiegend aus dem eigenen Nachwuchs.

Testspielergebnis sind für Trainer von Thalhofen eher zweitrangig

Die Ergebnisse der ersten Testspiele – Erste verliert gegen VfL Denklingen 2:4, Zweite spielt gegen Denklingen II 2:2 – sind durchaus ausbaufähig. Aber darum ging es dem Trainer des Bezirksligisten, Florian Niemeyer, vorrangig überhaupt nicht: „Wir hatten alle Spaß, endlich mal wieder spielen zu können.“ Es fühle sich sehr gut an, im normalen Kreis nach der langen Zwangspause trainieren zu dürfen. Jeder sei mit Eifer auf dem Platz dabei. Gerade die Jüngeren ohne eigene Familie hätten doch sehr viel Frust geschoben. Für sie sei der Sport immens wichtig. Und das hätten sie auch bei den ersten Einheiten mit ihrem Engagement auf dem Platz gezeigt. Insofern: „Ich bin rundum zufrieden“, sagt Niemeyer.

Nico Beutel geht von Marktoberdorf nach Kottern

Nur der Abgang von Nico Beutel, Niemeyers rechter Hand auf dem Platz und Kapitän der Mannschaft, wirkt bei ihm nach: „Das trifft uns schon.“ Beutel nutzte seine persönliche Aufstiegschance, spielt nun in der Bayernliga beim TSV Kottern. „Er hat es sich aber auch verdient“, schiebt Niemeyer sofort nach. Beutel war während der gesamten Jugendzeit und nun auch bei den Erwachsenen einige Jahre beim FC Thalhofen. „Ich gönne ihm das.“

Mit wenigen Ausnahmen bleibt der 20-köpfige Kader der ersten Mannschaft der gleiche. Das erleichtert dem Trainer die Arbeit: „Die Jungs kennen sich. Es bleibt bei den gewohnten Abläufen.“ Das sei auch beim Testspiel zu erkennen gewesen. Thalhofen führte 2:0, verschoss sogar einen Elfmeter, kassierte jedoch vor der Pause den Anschlusstreffer. Die Partie kippte in der zweiten Halbzeit. Niemeyer wechselte fünf Akteure ein, weil jeder einmal spielen sollte.

Nicht nur der neue Trainer ist ein alter Bekannter in Thalhofen

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Welche Baustellen Trainer Niemeyer mit Thalhofen noch bearbeiten muss

Mit einem Unentschieden endete der erste Test für die zweite Vertretung unter ihrem neuen Übungsleiter. Mit Max Steiner habe der Verein einen hochrangigen Trainer verpflichtet, sagt Niemeyer. Steiner war zuletzt Trainer in Jengen, aber kennt auch den FCT in- und auswendig: Er stand dort lange im Tor.

Und noch ein weiterer alter Bekannter kehrt nach Thalhofen zurück: Stephan Dürr. Er war bereits Trainer – unter anderem von Niemeyer – und ist nun Sportlicher Leiter. „Ich habe damals viel von ihm gelernt“, sagt Niemeyer anerkennend. Dürr bringt sehr viel Erfahrung mit und betrachtet das Geschehen von außen. Er folgt auf Florian Sprenzel, der bisher in Doppelfunktion – Funktionär und Spieler – das Amt innehatte.

Niemeyer bleibt länger in Marktoberdorf

Dass der Verein auf Konstanz setzt, zeigt sich auch bei Niemeyer selbst: Er hat seinen Vertrag um weitere drei Jahre verlängert. „Wir wollten damit ein Zeichen setzen“, sagt er. Für den 34-jährigen Trainer, der den FCT von der Kreisliga in die Bezirksliga führte, beginnt nun die fünfte Saison beim Verein.

Wohin sie ihn und die Mannschaft führen wird, ist ungewiss. Die Spielvereinigung Kaufbeuren trete fast komplett neuer Mannschaft an, Mindelheim sei ein wohl starker Aufsteiger, Neugablonz, Erkheim, Bobingen und Königsbrunn kämpfen mit um die Tabellenspitze. Deshalb ist die Vorgabe in Thalhofen klar: „So schnell wie möglich den Klassenerhalt sichern.“ Jedoch fehlen ihm Ende August zwei bis drei Spieler. Sie verabschieden sich in den Urlaub. Niemeyer schiebt deswegen keinen Frust: Nach den ganzen Wirrungen durch Corona habe er für diese Pläne Verständnis. Und wittern die Jungen eine Chance für sich.

Worauf der Trainer hofft

Alles Weitere werde die Saison zeigen. Wobei er wieder mit einem Platz im ersten Drittel liebäugelt. Schritt für Schritt will er die Mannschaft in der Spitzengruppe etablieren. „Wer weiß, was langfristig möglich ist? Vielleicht der Aufstieg?“ Abgeneigt ist Niemeyer nicht.

Die nächsten Vorbereitungsspiele: SV Fuchstal – FC Thalhofen II Samstag, 3. Juli, 16 Uhr; FC Thalhofen II – SV Blonhofen II Sonntag, 4. Juli, 14 Uhr; FC Thalhofen – SV Blonhofen Sonntag, 4. Juli, 16 Uhr.