"Eine stolze Summe"

Neue Wasserpreise in Obergünzburg: Unterm Strich wirds teurer

Ab dem 1. Juli 2021 gelten in Obergünzburg neue Wasserpreise. Für den Durchschnittshaushalt wird es unterm Strich wohl teurer.

Ab dem 1. Juli 2021 gelten in Obergünzburg neue Wasserpreise. Für den Durchschnittshaushalt wird es unterm Strich wohl teurer.

Bild: Marius Becker, dpa (Symbolbild)

Ab dem 1. Juli 2021 gelten in Obergünzburg neue Wasserpreise. Für den Durchschnittshaushalt wird es unterm Strich wohl teurer.

Bild: Marius Becker, dpa (Symbolbild)

Der Marktrat Obergünzburg befasste sich in der Sitzung ausgiebig mit den Wasserpreisen. Ein Teil wird günstiger, der andere jedoch umso teurer.
09.04.2021 | Stand: 04:30 Uhr

Es war laut Bürgermeister Lars Leveringhaus „die möglicherweise zweitwichtigste Sitzung in diesem Kalenderjahr“, in der sich der Marktrat ausgiebig mit den Beiträgen und Gebühren für Wasser und Abwasser befasste. Am Ende stand fest: Der Wasserverbrauchspreis sinkt um acht Cent pro Kubikmeter. Teurer wird das Abwasser. Der Nettopreis steigt um 53 Cent auf 3,85 pro Kubikmeter.

Erforderlich war die Anpassung, weil das Kommunale Abgabengesetz verlangt, dass die Gebühren mindestens alle vier Jahre auf Basis der Kosten neu kalkuliert werden müssen. Dies war in Obergünzburg zuletzt 2017 geschehen, wobei sich die Verbrauchsgebühren für die Frischwasserversorgung damals wegen größerer Investitionen um über ein Drittel verteuert hatten.

Wasserverbrauchspreis fällt leicht

Diesmal fällt das Ergebnis deutlich moderater aus: Der Wasserverbrauchspreis fällt sogar leicht von bisher 1,63 Euro pro Kubikmeter auf 1,55 Euro (jeweils zuzüglich sieben Prozent Mehrwertsteuer). Würden nur die angefallenen Kosten berücksichtigt, lägen die Wassergebühren sogar nur bei 90 Cent. Da aber in den kommenden Jahren weitere Investitionen anstehen (etwa die Erneuerung des Hochbehälters, der Einbau einer UV-Anlage und die Sanierung der Pumpleitung zum Wasserbehälter Eschenloh) werden für die nächsten vier Jahre jeweils 800.000 Euro an Rücklagen einkalkuliert. „Unser Ziel ist es, einen dauerhaft stabilen Preis zu haben“, erklärte Lars Leveringhaus – Preissprünge wie vor vier Jahren sollen vermieden werden. (Lesen Sie auch: Viel Aufwand für das Buchloer Trinkwasser)

Abwasser wird teurer

Teurer wird dagegen das Abwasser: Die Gebühr steigt von bisher 3,32 Euro pro Kubikmeter auf 3,85 Euro netto. Einer der Gründe dafür ist der deutlich gestiegene Preis für die Entsorgung des Klärschlamms, bei der es laut Kämmerer Christoph Brenner derzeit eine Monopolstellung des Abnehmers gibt.

Für einen Vier-Personen-Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 40 Kubikmetern Wasser im Jahr ergibt sich somit beim Verbrauchspreis eine kleine Einsparung von 13 Euro. Da beim Abwasser Mehrkosten von rund 85 Euro entstehen, zahlt der Musterhaushalt damit aber unter dem Strich pro Jahr rund 72 Euro mehr fürs Wasser.

Fünf Euro pro Kubikmeter Wasser

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Marktrat Herbert Heisler nannte die Wassergebühren „eine stolze Summe“, schließlich ergäben beide zusammen einen Preis von über fünf Euro pro Kubikmeter. Günter Räder meinte dazu, aus seiner Sicht sei die komplexe Kalkulation, die der Kämmerer ausführlich vorgestellt hatte, „sehr solide“. Der Bürgermeister ergänzte, dass jeder Bürger seinen Verbrauch selbst in der Hand habe und mit der wichtigen Ressource Wasser möglichst sparsam umgegangen werden solle.

Die neuen Wassergebühren gelten ab 1. Juli 2021, die Abwassergebühren bereits ab 1. Mai. Betroffen sind nur die Verbrauchsgebühren, die Grundgebühren für die Wasserversorgung bleiben unverändert bei 96 Euro netto jährlich für einen normalen Haushalt.

Geschossfläche in Zukunft stärker gewichtet

Änderungen gibt es auch bei den Wasserbeiträgen, die (im Gegensatz zu den Gebühren) einmalig dann fällig werden, wenn ein Haus neu gebaut oder beispielsweise um ein Geschoss aufgestockt wird. Bisher wurden Grundstücksgröße und Geschossfläche jeweils hälftig berücksichtigt. Zukünftig wird die Geschossfläche mit 70 Prozent stärker gewichtet. Dahinter steht die Überlegung, dass auf bebauten Flächen mehr Wasser verbraucht wird als auf unbebauten.

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