Justiz

Wegen eines vermeintlichen Schnäppchens landet 26-Jähriger vor Gericht

Weil er Hehler-Ware gekauft hat, musste sich ein junger Mann vor Gericht verantworten.

Weil er Hehler-Ware gekauft hat, musste sich ein junger Mann vor Gericht verantworten.

Bild: stock.adobe.com

Weil er Hehler-Ware gekauft hat, musste sich ein junger Mann vor Gericht verantworten.

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Ein Mann hatte im Ostallgäu Hehler-Ware gekauft - und stand deshalb vor Gericht.

03.09.2020 | Stand: 06:30 Uhr

Ein vermeintliches Schnäppchen brachte einen in der Region lebenden Syrer im Sommer 2019 in große Schwierigkeiten und nun auch auf die Anklagebank des Amtsgerichts: Der 26-Jährige, der damals ein Gewerbe zum An- und Verkauf von technischen Geräten angemeldet hatte, bekam auf einer Verkaufsplattform im Internet ein Notebook angeboten, das nur 500 Euro kosten sollte – die Hälfte des üblichen Kaufpreises.

PC wurde mit gestohlener EC-Karte bezahlt

Bei der Übergabe in Kaufbeuren wurde der äußerst niedrige Preis damit erklärt, dass der Verkäufer angeblich dringend Geld für den Besuch einer Spielhalle benötigte. Kurz darauf folgte das böse Erwachen: Wie sich herausstellte, war der PC in einem örtlichen Fachgeschäft gekauft und mit einer zuvor in Kempten gestohlenen EC-Karte bezahlt worden.

Der bislang unbescholtene Angeklagte hatte zunächst einen Strafbefehl wegen Hehlerei erhalten, der auf 50 Tagessätze zu je 40 Euro lautete, insgesamt also auf eine Geldstrafe in Höhe von 2000 Euro. Dagegen legte er Einspruch ein, sodass es jetzt zur Verhandlung vor dem Amtsgericht kam. Hier wurde das Verfahren schließlich gegen eine Geldbuße von 500 Euro eingestellt.

Aktenvermerk kam dem Angeklagten zugute

Ein entscheidender Punkt war dabei ein Aktenvermerk des zuständigen Ermittlers. Der Polizist hatte den jungen Mann damals vernommen und war zu der Einschätzung gelangt, dass dieser zwar „leichtfertig“, aber offenbar ohne Bereicherungsabsicht gehandelt hatte. Der Verteidiger legte in diesem Zusammenhang vor Gericht ein Schriftstück vor, laut dem sein Mandant dem Fachgeschäft nach Bekanntwerden des kriminellen Hintergrunds den vollen Kaufpreis in Höhe von knapp 1.000 Euro bezahlt hat.

Dies spielte bei der Entscheidung für die Verfahrenseinstellung ebenso eine Rolle wie der Umstand, dass der junge Mann sein Gewerbe nach dem Vorfall aufgegeben hat. Der Richter ging in der Verhandlung davon aus, dass der Angeklagte aus dem Ganzen gelernt hat und nunmehr „deutlich vorsichtiger“ geworden ist.