Wald/Ostallgäu

Wenn der Wolf näherkommt …

Erst anfang dieses Monats hat ein Wolf im Ostallgäu mehrere Schafe gerissen. Es ist nicht der erste Fall im Landkreis.

Erst anfang dieses Monats hat ein Wolf im Ostallgäu mehrere Schafe gerissen. Es ist nicht der erste Fall im Landkreis.

Bild: Klaus-dietmar Gabbert, dpa

Erst anfang dieses Monats hat ein Wolf im Ostallgäu mehrere Schafe gerissen. Es ist nicht der erste Fall im Landkreis.

Bild: Klaus-dietmar Gabbert, dpa

Als Jägerin, Landwirtin, Vermieterin und Mutter ist die Walderin Barbara Oswald in vielerlei Weise besorgt.
19.08.2020 | Stand: 16:37 Uhr

Sie ist Landwirtin und Jägerin, Vermieterin zweier Ferienwohnungen und Mutter von zwei kleinen Kindern. Und in jeder dieser Rollen macht sich Barbara Oswald aus Wald/Geigers große Sorgen, wenn es um das Thema Wolf geht. Erst Anfang dieses Monats hat ein Wolf mehrere Schafe im südlichen Ostallgäu getötet und verletzt (wir berichteten). Es war nicht der erste Fall im Ostallgäu.

Schon im April vergangenen Jahres hat sie ein Leserbrief besonders aufgewühlt, der mit „Der Wolf als Tourismusmagnet“ überschrieben war. Sie entwarf einen Fragebogen, um die Meinung ihrer Feriengäste zum Thema Wolf im Allgäu herauszufinden. 16 von 18 Befragten meinten, dass für sie ein Wolfsgebiet durchaus kein touristischer Magnet sei. Und acht von 18 – also nahezu jeder Zweite – kreuzten an, dass sie einen Urlaub in einem Wolfsgebiet gar nicht erst angetreten hätten.

Aber nicht nur um den Tourismus im Allgäu ist ihr bange. Als Landwirtin und Jägerin meint sie: „Wo Kulturlandschaft ist, gehört der Wolf nicht hin“. Ihre Jungtiere machen gerade „Sommerurlaub“ auf einer Alpe im Skigebiet Riedberger Horn. Sind sie dort sicher? fragt Barbara Oswald. Und was passiert, wenn die Alpwirtschaft eines Tages wegen des Wolfes aufgegeben würde? Dann gehe das auch zu Lasten der Pflanzen- und Tierwelt im Gebirge, ist sie sich sicher.

Auf einer Weide vor ihrer Tür im heimischen Geigers fühlen sich ihre vier Kälber Pia, Walli, Cicoletta und Bella sehr wohl. „Aber sie sind kein Wolfsfutter“, sagt die Landwirtin. Barbara Oswald sieht ihren Garten in zehn Jahren Wolfssicher eingezäunt. Für sie eine schreckliche Vorstellung. Und sie fordert: Man muss dem Wolf die Scheu vor dem Menschen beibringen – und das geht nur mit der Büchse. Fürsprecherin wolle sie auch sein für die Nutztiere, die großes Leid ertragen müssten, wenn sie von einem Wolf gerissen werden. Und der vermehre sich jedes Jahr um 30 Prozent. Als Jägerin sieht sie auch das bewährte Jagdsystem gefährdet, „wenn der Wolf mitjagt“. Denn der Pächter eines Jagdreviers sei immer mit in der Verantwortung.