Bayernpartei

Wer nimmt’s mit dem Amtsinhaber auf?

Kommunalwahl Mit einer Ausnahme wollen die Stadtratsfraktionen im März 2020 einen Kandidaten ins Rennen gegen Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell schicken. Namen von Herausforderern gibt es noch nicht. Die Parteien sind im Grübel-Modus
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Von sg, af, hkw, dam
11.04.2019 | Stand: 15:03 Uhr

Bis zum März 2020 ist es eigentlich noch lange hin. Eigentlich. Doch wenn man weiß, dass im nächsten Frühjahr eine Kommunalwahl stattfindet, dann sind elf Monate plötzlich nicht mehr so viel Zeit. Zumindest für die im Marktoberdorfer Stadtrat vertretenen Parteien – wenn sie nicht gerade CSU heißen. Für die meisten anderen stellt sich nämlich die Frage: Wer tritt gegen Amtsinhaber Dr. Wolfgang Hell an? Die Bayernpartei hat sich bereits entschieden, keinen Bürgermeister-Kandidaten aufzustellen. Die übrigen Stadtratsfraktionen sind noch schwer am Grübeln. Namen von möglichen Herausforderern des Amtsinhabers sind noch nicht gefallen.

Als es noch keine Aussage von Bürgermeister Hell gab, meinte Fraktions-Chef und Ortsvorsitzender Andreas Grieser scherzhaft: „Wir (die Fraktion) dürfen ihn nicht zu arg ärgern, dann wird er es schon wieder machen.“ Und ja, Hell wird wohl wieder antreten. Wenngleich er sich vor der offiziellen Nominierung um ein klares Ja drückt auf die Frage: Kandidieren Sie wieder? Hell sagt: „Ich gehe davon aus. Der Stadtrat hat viel auf den Weg gebracht, das gilt es nun weiter abzuarbeiten.“ Und die Fraktion? „Wir freuen uns sehr darüber“, sagt Andreas Grieser.

Die Freien Wähler haben bereits mit potenziellen Bürgermeister-Kandidaten gesprochen, sagt Dr. Andrea Weinhart, Fraktionsführerin im Stadtrat. „Die haben sich Bedenkzeit erbeten.“ Die möglichen Kandidaten stünden voll im Berufsleben. Und so müsse jeder Einzelne überlegen, wie das funktionieren könne. Denn nicht nur der Wahlkampf sei zeitintensiv, sondern selbstredend auch die Ausübung des Amtes. „Bürgermeister ist kein Beruf, sondern Berufung“, sagt Weinhart. Man gebe den angefragten Kandidaten ausreichend Zeit. Doch Weinhart rechnet bereits in den nächsten Wochen mit Klarheit. Spätestens zu den Sommerferien solle feststehen, wer es macht. Damit der Wahlkampf bestmöglich organisiert und auf den Kandidaten ausgerichtet werden könne. Tatsächlich habe es Überlegungen gegeben, einen Kandidaten von außerhalb ins Rennen zu schicken. Doch das habe sich erledigt. „Die Kandidaten stammen aus der Region“, sagt Weinhart.

Auch SPD-Ortsvorsitzender Christian Wagner geht fest davon aus, dass die Marktoberdorfer Sozialdemokraten wieder einen Bürgermeisterkandidaten aufstellen werden. „Es geht darum, den Wählern eine politische Alternative aufzuzeigen“, sagt Wagner, „selbst wenn die Chancen nicht so groß sind, einen Amtsinhaber zu bezwingen“. Wer SPD-Kandidat wird, sei aber noch ungewiss. „Bei uns kommen mehrere gute Leute in Frage“, sagt Wagner. Er denkt, dass seine Partei ihren Spitzenkandidaten für die Marktoberdorfer Kommunalwahl offiziell im Oktober aufstellen wird. „Spätestens dann ist die Katze aus dem Sack.“

Zur vorigen Wahl schickte die BP mit Peter Fendt einen eigenen Kandidaten ins Rennen. Dass dies im nächsten Jahr auch so sein wird, hält Ortsvorsitzender Dr. Thomas Hilscher nach jetzigem Stand für unwahrscheinlich. Dafür seien die Bewerber, die vom Alter her passen könnten, beruflich zu sehr eingespannt. „Es hat sich zumindest noch keiner geäußert, dass er das Amt anstreben will“, sagt er. Stattdessen konzentriere sich der Ortsverein darauf, eine starke Kandidatenliste für den Stadtrat aufzustellen. Drei Mandate gilt es zu verteidigen. Als größte Konkurrenz sieht er für die BP, aber auch die anderen Parteien im Stadtrat, die AfD – falls sie denn kommunalpolitisch aktiv werden sollte. „Wir sind zwar überhaupt nicht vergleichbar mit der AfD“, betont Hilscher und bezeichnet sich dabei selbst als „weltoffen und liberal“. Doch falls sie antrete, werde es wahrscheinlich die BP am ehesten Stimmen kosten.

Bündnis 90/Die Grünen

Die Marktoberdorfer Grünen wollen einen Kandidaten oder eine Kandidatin für die Bürgermeisterwahl 2020 ins Rennen schicken. Wie Sprecherin Clara Knestel sagt, laufen derzeit Gespräche. Es gebe mehrere Interessenten. Vermutlich falle im Juni eine Entscheidung. „Wir hier in Marktoberdorf merken auch den bundesweiten Aufschwung, den die Grünen genommen haben“, sagt Knestel erfreut. Von Beginn an hätten die Grünen ja den Umgang mit den Ressourcen im Programm.