Friesenrieder Gemeinderat beschließt Haushalt

Weshalb Friesenried trotz hoher Ausgaben auf Kredite verzichtet

Am höchsten sind in der Gemeinde Friesenried die Ausgaben für den Kindergarten. Auch in andere Bereich wird investiert. Trotzdem will die Kommune keine Darlehen aufnehmen.

Am höchsten sind in der Gemeinde Friesenried die Ausgaben für den Kindergarten. Auch in andere Bereich wird investiert. Trotzdem will die Kommune keine Darlehen aufnehmen.

Bild: Matthias Becker (Symbolfoto)

Am höchsten sind in der Gemeinde Friesenried die Ausgaben für den Kindergarten. Auch in andere Bereich wird investiert. Trotzdem will die Kommune keine Darlehen aufnehmen.

Bild: Matthias Becker (Symbolfoto)

Gemeinde Friesenried verzichtet auf Kredite, obwohl sie viele Projekte anschiebt. Wie Kindergarten, Umlagen und Wasserversorgung im Haushalt zu Buche schlagen.
02.08.2022 | Stand: 15:30 Uhr

Der Gemeindehaushalt war das beherrschende Thema der jüngsten Gemeinderatssitzung in Friesenried. Trotz hoher Investitionen sollen keine Kredite aufgenommen werden. Dazu hatte Bürgermeister Bernhard Huber auch VG-Kämmerer Sebastian Zajicek eingeladen, der Schwerpunkte des Haushaltsplans im Gespräch erläuterte. Zajicek hatte den Mitgliedern des Gemeinderats das vielseitige Gesamtwerk bereits im Vorfeld zugemailt. „Zum Auswendiglernen“, wie der Bürgermeister augenzwinkernd feststellte.

So sieht es bei den Einnahmen in Friesenried aus

Nach einem kurzen Rückblick auf das gute Haushaltsjahr 2021 ging Zajicek auf die Zahlen für das laufende Jahr ein. Der Haushalt 2022 weist ein Gesamtvolumen von 6,67 Millionen Euro auf (Verwaltungshaushalt: 3,58 Millionen Euro, Vermögenshaushalt: 3,09 Millionen Euro). Steuer- und Umlagekraft der Gemeinde steigen heuer wieder (3,5 und 7,9 Prozent). Die größten Posten im Bereich der Einnahmen im Verwaltungshaushalt sind die Einkommensteuerbeteiligung (eine Millionen Euro), Schlüsselzuweisungen (558.000 Euro), Gewerbesteuer (381.000 Euro) und die Personalkostenzuschüsse für die Mitarbeiter des Kindergartens (336.000 Euro).

Welches die höchsten Ausgaben im Haushalt sind

Auf der Ausgabenseite schlagen vor allem die Kosten für den Kindergarten (716.300 Euro), die Umlage an den Landkreis (742.000 Euro) und die Verwaltungsgemeinschaft (219.000 Euro), die Wasserversorgung (197.500 Euro), die Verwaltung (188.000 Euro), Schule (137.000 Euro), Entwässerungsanlage (132.500 Euro) und die Gemeindestraßen (122.900 Euro) zu Buche. Die gemeindlichen Steuereinnahmen steigen aufgrund der Zuwächse bei der Gewerbesteuer um 49.000 Euro und bei den staatlichen Zuweisungsbeträgen um 75.000 Euro.

Trotz eines leichten Rückgangs bei den Einnahmen und gleichzeitigem Zuwachs bei den Ausgaben im Verwaltungshaushalt wird man dem Vermögenshaushalt der Gemeinde in diesem Jahr fast 800.000 Euro zuführen können. Aus dem Vermögenshaushalt ragen die Investitionen in die Wasserversorgung Blöcktach (919.000 Euro), Straßenbau- und Sanierungskosten (767.000 Euro), der Erwerb von Grundstücken (382.000 Euro) und der Breitbandausbau (374.000 Euro) heraus.

Wohin es mit der Pro-Kopf-Verschuldung in Friesenried geht

Trotz der hohen Investitionskosten (2,865 Mio Euro) ist 2022 keine Kreditaufnahme notwendig. Die Pro-Kopf-Verschuldung der knapp 1.600 Friesenrieder soll nach einem Anstieg in 2021 in diesem Jahr wieder sinken und Ende dieses Jahres 967 Euro betragen. „Ich mache mir wenig Sorgen um die finanzielle Situation der Gemeinde“, konstatierte Zajicek, „die Finanzlage ist trotz Investitionen sehr gut!“ Nach dem positiven Bericht des Kämmerers beschlossen die Gemeinderäte, die seinen Vortrag mit großem Interesse und vielen Fragen begleitet hatten, einstimmig sowohl Haushaltsplan und -satzung 2022, als auch Finanzplan und Investitionsprogramm.

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Zum Sitzungsbeginn hatte Bürgermeister Huber den Gemeinderat über die aktuellen Maßnahmen in der Wasserver- und Abwasserentsorgung unterrichtet. Gerade der Starkregen der vergangenen Wochen hatte die Bauarbeiter vor große Herausforderungen gestellt. Dem Antrag auf Anbau eines Einfamilienhauses mit Einliegerwohnung an ein bestehendes Garagengebäude „Am Straßberg“ erteilte das Gremium das gemeindliche Einvernehmen, Belange der Gemeinde seien nicht berührt.

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