Freude bei Marktoberdorfer Fischern

Wie 30 Tonnen Spezialbeton den Kögelweiher auf Vordermann bringen

Ein neues Stauwerk sorgt für das reibungslose Aufstauen und Ablaufen des Wassers im Kögelweiher, den der Fischereiverein Marktoberdorf gepachtet hat.

Ein neues Stauwerk sorgt für das reibungslose Aufstauen und Ablaufen des Wassers im Kögelweiher, den der Fischereiverein Marktoberdorf gepachtet hat.

Bild: Stephan Sohr

Ein neues Stauwerk sorgt für das reibungslose Aufstauen und Ablaufen des Wassers im Kögelweiher, den der Fischereiverein Marktoberdorf gepachtet hat.

Bild: Stephan Sohr

Neuer Mönch: Das 150 Jahre alte, marode Stauwerk des Kögelweihers ist saniert worden. Wie Marktoberdorfer Helfer und Sponsoren das Projekt umgesetzt haben.
02.02.2021 | Stand: 17:14 Uhr

Es war zwar ein Mönch, der sich Ende November 2020 auf einem Anhänger auf dem Weg von Marktoberdorf zum Kögelweihe bei Nesselwang befand. Es handelte sich allerdings nicht um ein Mitglied einer Ordensgemeinschaft, sondern dieser Mönch war aus Beton. Es war ein Bauwerk, das in der Teichwirtschaft als Ablaufwerk zur Regulierung des Wasserstandes bis hin zur Trockenlegung des Teiches eingebaut wird – und eben Mönch genannt wird. Eingebaut wurde er am Kögelweiher.

Vandalen richten großen an

Der Fischereiverein Marktoberdorf bewirtschaftet derzeit 21 Gewässer, darunter seit über 50 Jahren den Kögelweiher bei Nesselwang. Das Ablaufwerk des Kögelweihers war technisch veraltet, Teile davon waren über 150 Jahre alt. Im Oktober war durch Vandalismus am alten Ablaufwerk ein größerer Schaden entstanden (wir berichteten).

Schon im April vergangenen Jahres hatte ein Gewässerwart des Vereines, Mathias Brugger, am Sitz des Fischereivereines Marktoberdorf im Gschlatt den neuen Mönch mit dazugehörigem Abfischkasten in Eigenleistung hergestellt. Mit Hilfe des Bauhofes der Stadt Marktoberdorf wurde dieser verladen und von Vereinsmitglied Markus Brugger zum Kögelweiher transportiert. Der Aufbau innerhalb weniger Tage unter der Bauleitung von Mathias Brugger und der Hilfe von zwölf engagierten Helfern aus dem Verein verlief glatt und zügig.

Auch Damm des Kögelweihers verstärkt

Über 30 Tonnen Spezialbeton und zusätzlich mehrere Flussbausteine wurden eingearbeitet, um die Standsicherheit der Anlage zu gewährleisten. Danach wurde auch gleich der Damm des Kögelweihers mit über 200 Meter Maschendrahtschutzmatten verstärkt, um das Bauwerk vor Grabungsarbeiten des Bibers zu schützen. Ebenso wurden die Vorgaben des Wasserwirtschaftsamtes umgesetzt und die wasserseitige Dammseite von Bäumen und Gehölzen befreit. Ob die nächste Sanierung am Kögelweiher erst wieder in über 150 Jahren notwendig sein wird, bleibt abzuwarten.

Solche Baumaßnahmen wie am Kögelweiher seien nur möglich bei sehr aufmerksamen Gewässerwarten, außerordentlich engagierten Vereinsmitgliedern, Unterstützung von Kommunen und Spenden von hilfsbereiten Firmen, bedankt sich der Fischereiverein bei allen, die zu diesem Erfolg beigetragen haben.

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