Mit der Energie der Sonne

Mit dieser neuen Methode will Kraftisried Strom erzeugen

Mit einer neuartigen Konstruktion soll in Kraftisried bald Solarstrom erzeugt werden.

Mit einer neuartigen Konstruktion soll in Kraftisried bald Solarstrom erzeugt werden.

Bild: Marijan Murat (Symbolfoto)

Mit einer neuartigen Konstruktion soll in Kraftisried bald Solarstrom erzeugt werden.

Bild: Marijan Murat (Symbolfoto)

Mit einer neuartigen Konstruktion soll die in Kraftisried geplante Anlage Solarstrom liefern. Bürgermeister Abel ist sich sicher: „Es gibt nichts Besseres“.
15.06.2021 | Stand: 11:37 Uhr

„Es gibt da nichts Besseres“, beschrieb Bürgermeister Michael Abel die Lösung für die Situation bei der Brunnenanlage Heuwang. Hier soll mittels einer noch weitgehend neuen Konstruktion Solarstrom erzeugt werden. Der Solarzaun, der künftig die Anlage einfassen soll, wird aus senkrecht montierten Solarmodulen bestehen.

Der etwa 1,50 Meter hohe Zaun besteht aus stabilen Pfosten und Riegeln. Die tragen die Glasmodule, die sich in etwa 30 Zentimeter Höhe über dem Boden befinden. Der untere Bereich schließt mit einem Zaunelement ab, das bis zum Boden reicht, um Tiere abzuhalten. Somit verbraucht die Konstruktion im Gegensatz zu Freiflächenanlagen kaum Gelände. Und exaktes Mähen von beiden Seiten ist ebenfalls möglich.

Kosten für die Gemeinde von 66.000 Euro

Ein neuer Zaun war ohnehin notwendig geworden. Damit könne man sich dessen Kosten von rund 10.000 Euro sparen und gleich eine Komplettlösung bauen. „Wir brauchen den Strom hier“, erläuterte Abel den großen Strombedarf der Brunnenanlage. Der neue Zaun verhindere nicht nur Verschmutzung im Brunnengebiet. Er liefere ökologisch erzeugten Strom, der in der Anlage dringend benötigt werde. Eine Einspeisung ins Energienetz würde sich nicht lohnen. Wohl aber erbringt diese Anlage eine jährliche Einsparung von 30.000 Kilogramm CO².

Erfreut zeigten sich die Ratsmitglieder über die kurze Amortisationszeit: Die Anlage rentiere sich innerhalb von fünf bis sechs Jahren. Daher hob das Ratsgremium den alten Beschluss auf, den maroden Zaun lediglich zu erneuern. Das untere Zaunelement wird 11.200 Euro netto kosten, die 40-kWh-Modul-Anlage kostet 66.000 Euro brutto. Der Beschluss fiel einstimmig.

Braucht Kraftisried eine Ortsumfahrung?

Über die Möglichkeit einer Ortsumfahrung Kraftisrieds hatte sich der Gemeinderat bereits in der vergangenen Sitzung unterhalten. (Lesen Sie auch: Braucht Kraftisried eine Umfahrung?) Eine Machbarkeitsstudie sollte erste Erkenntnisse bringen, ein entsprechendes Angebot war aber damals noch nicht vorgelegen. Nun war ein Angebot eingegangen.

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„Nichts zu tun, das geht eigentlich nicht“, begründete Bürgermeister Michael Abel, warum sich der Gemeinderat zumindest grundlegende Gedanken machen müsse. Nicht nur wegen der Entlastung durch eine Umfahrung, sondern auch, falls neue Baugebiete ins Auge gefasst würden, sei eine Machbarkeitsstudie notwendig, unterstützte Zweiter Bürgermeister Bernhard Bader die Argumentation des Gemeindechefs. Solche grundlegenden Gedanken seien auch nötig, ergänzte Bader, um die Straßenneubauplanung der B12 rechtzeitig einbeziehen zu können.

So beschloss das Ratsgremium, die Machbarkeitsstudie für die angebotenen 10.700 Euro brutto zu vergeben. Mit einem fragenden Blick in Richtung der anwesenden Kämmerin der Unterthingauer Verwaltungsgemeinschaft, Stephanie Holzmann, ob der Finanzierung bekräftigte der Bürgermeister, dass man den Auftrag zwar vergeben könne. Aber er werde versuchen, die Arbeiten ins nächste Jahr zu schieben. Dem schloss sich der Gemeinderat einstimmig an.

Kraftisried lehnt Bauantrag ab

Ist ein Maschinenlager auch wirklich ein Maschinenlager? Diese Frage stellten sich die Mitglieder des Kraftisrieder Gemeinderates bei einem entsprechenden Bauantrag. Hier soll an der Dorfstraße in der Ortsmitte, im spitzwinkligen Dreieck zwischen zwei Straßen, dieses Bauwerk entstehen. Bei der Situierung des geplanten Lagers geht es Bürgermeister Michael Abel vor allem um die Sicht und die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. „Wenn man eine Garage als Maschinenlager bezeichnet, dann ist das genehmigungmäßig kein Problem mehr“, wurde allgemein im Rat gemutmaßt, dass hier eine Unterstellmöglichkeit entstehen soll, die so aber nicht genehmigt werden könnte.

Der Bauwerber hatte vorsorglich mit der Baubehörde beim Landratsamt über sein Vorhaben gesprochen. Die Behörde habe ihr O.k. gegeben, informierte Abel die Ratsmitglieder. Zweiter Bürgermeister Bernhard Bader hält den Platz („…radelnde Kinder“), ebenfalls aus Sicherheitsgründen, „für denkbar ungünstig“. Angeregt wurde, dass das Gebäude wenigstens so weit wie möglich zurückgesetzt werden sollte.

Der Rat fasste einhellig den Beschluss: Das gemeindliche Einvernehmen wird nicht erteilt.

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