Investition in Kneipp-Anlagen

Will Aitrang ein bisschen wie Bad Wörishofen werden?

Kneipp Aitrang

Idyllisch gelegen ist die bestehende (derzeit abgedeckte) Kneipp-Anlage in der Thingauer Straße in Aitrang. Sie soll jetzt aufgewertet werden.

Bild: Heinz Budjarek

Idyllisch gelegen ist die bestehende (derzeit abgedeckte) Kneipp-Anlage in der Thingauer Straße in Aitrang. Sie soll jetzt aufgewertet werden.

Bild: Heinz Budjarek

Wie Aitrang attraktiver werden will: Gemeinde baut Wassertretanlage und wertet idyllisch gelegene Kneippanlage auf. Was neben einem Barfußpfad noch geplant ist.
31.05.2021 | Stand: 04:30 Uhr

Attraktiver für Urlauber wie für die Bevölkerung will die Gemeinde Aitrang den Ort machen und dafür einiges Geld in die Hand nehmen. In der Gemeinderatssitzung beschloss der Gemeinderat einstimmig die Errichtung einer Wassertretanlage am St. Ulrichsbrunnen und eine Aufwertung der Wassertretanlage in der Thingauer Straße in Aitrang.

Von Tret- und Armbecken und Kräuterbeeten

In der Sitzung zeigte Bürgermeister Michael Hailand einen ersten Plan, wie die neue Wassertretanlage am St. Ulrichsbrunnen aussehen könnte. Gemeinderat Bernd Großmann erläuterte das Vorhaben dann näher. Demnach bleibt der Dorfplatz, wie er ist. Im hinteren Bereich soll dagegen ein kleines Tret-Wasserbecken entstehen, davor ein sogenanntes Armbecken. Am gepflasterten Weg soll ein Barfußpfad aus verschiedenen Materialien und nördlich davon ein Kräuterbeet angelegt werden.

Der Standort sei ein idealer Platz für eine derartige Anlage, erklärte Bürgermeister Hailand. Er eigne sich gleichermaßen um sich zu treffen, aber auch um sich zu erholen und neue Kraft zu schöpfen. Deshalb könnten die Ideen von Pfarrer Kneipp dort vielen Menschen vermittelt werden. Durch seine Lage am neuen Wanderweg „Idyllegarten“ sei er für Urlauber, Erholungssuchende und Einheimische gleichermaßen geeignet. (Lesen Sie auch: Unterallgäu: So hilft Kindern Sebastian Kneipps Gesundheitslehre.)

Welche Rolle ein Schluckbrunnen spielen soll

Da sich Aitrang in vielfältiger Weise mit dem Thema Wasser identifizieren könne, sei diese Kneippanlage eine ideale Ergänzung zum bereits vorhandenen Angebot als Genussort. Für die neue Anlage soll über ein Bohrung Grundwasser genutzt werden. Gleichzeitig soll mit dem Wasser auch der St. Ulrichsbrunnen gespeist werden. Das benötigte Wasser wird nach der Nutzung über einen Schluckbrunnen wieder versickert. Damit wird laut Hailand eine nachhaltige Nutzung erreicht.

Derzeit wird für das Brunnenwasser Trinkwasser benötigt, das anschließend dem Abwassernetz Aitrang zugeführt wird. Durch die Grundwassernutzung lassen sich jährlich ungefähr 4500 Euro an Kosten sparen, wenn keine Wasser- und Abwassergebühren mehr zu bezahlen sein werden. Schon im November 2020 hatte deshalb der Gemeinderat Aitrang beschlossen, sich am Förderprogramm Kneippanlagen des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft zu beteiligen.

Wie viel die neue Anlage am Ulrichsbrunnen kosten soll

Lesen Sie auch
##alternative##
Kneipp-Tretbecken werden saniert

Oberallgäuer Gemeinden erhalten Zuschüsse für Sanierung von Kneipp-Tretbecken

Um die weitere Planung durchzuführen, wurde ein Arbeitskreis gegründet. Die Baukosten wurden im Gemeindehaushalt eingestellt. Eine grundsätzliche Zustimmung der Katholischen Frühmessbenefiziumsstiftung St. Ulrich als Grundstückseigentümer liegt vor. Zur Förderung sind die Unterlagen noch bis Ende Mai einzureichen. Die Kostenschätzung für die Anlage liegt bei brutto circa 58 000 Euro. Vorläufig liegt der mögliche Förderbetrag bei 18 000 Euro.

Einstimmig beschlossen die Räte, dass die Wassertretanlage realisiert werden soll. Die Verwaltung wurde beauftragt, das Vorhaben entsprechend umzusetzen und die für die Projektförderung noch benötigten Unterlagen sofort einzureichen.

Idyllisch unter alten Bäumen in Aitrang gelegen

Ebenso einstimmig wurde beschlossen, die seit über 60 Jahren idyllisch unter altem Baumbestand an der Thingauer Straße gelegene Wassertretanlage aufzuwerten. Auch hier erläuterte Gemeinderat Großmann anhand eines Plans, wie die Aufwertung durch einen neuen Barfußpfad, neue Hinweistafeln, eine neue Sitzgruppe und das Fassen des bereits vorhandenen Kräutergartens erreicht werden soll.

Durch eine künftige Grundwassernutzung könnten hier jährlich circa 1500 Euro an Kosten eingespart werden. Die Kostenschätzung liegt hier bei brutto circa 26 000 Euro. Die mögliche staatliche Förderung liegt bei 9000 oder 18 000 Euro. Auch hier wurde die Verwaltung beauftragt, die notwendigen Unterlagen zur Förderung einzureichen.

Bürger sollen Ausbildung in Bad Wörishofen machen

Über ein weiteres Förderprogramm ist außerdem geplant, dass mehrere Aitranger Bürger eine kurze Ausbildung bei der Sebastian-Kneipp-Akademie in Bad Wörishofen erhalten und dann in Aitrang regelmäßig „Kneippen mit Anleitung“ anbieten.

Lesen Sie auch: Wo wir in Marktoberdorf unseren historischen Wurzeln begegnen