Beratung für Angehörige

Zentrale Stelle bei Fragen zur Pflege im Ostallgäu

Coronavirus - Häusliche Pflege

Pflege ist für viele Familien ein wichtiges Thema. Eine neue Stelle im Landratsamt soll ab Sommer helfen, sich besser zurechtzufinden.

Bild: Bernd Thiessen/dpa (Symbolfoto)

Pflege ist für viele Familien ein wichtiges Thema. Eine neue Stelle im Landratsamt soll ab Sommer helfen, sich besser zurechtzufinden.

Bild: Bernd Thiessen/dpa (Symbolfoto)

Zur Jahresmitte startet mit dem Pflegestützpunkt Ostallgäu ein unabhängiges Angebot. Vor allem für Angehörige ist das wichtig
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Von Buchloer Zeitung
22.03.2021 | Stand: 08:53 Uhr

Pflege ist ein Thema, das viele Menschen beschäftigt. Pflegebedürftige und vor allem deren Angehörige, die fast 80 Prozent der Versorgung im Landkreis Ostallgäu leisten, benötigen oftmals Orientierung sowie Unterstützung bei Auswahl und Beantragung von Sozialleistungen und anderen Hilfsangeboten bei Pflegebedürftigkeit. Für sie gibt es voraussichtlich ab Mitte des Jahres einen Pflegestützpunkt als zentrale Anlaufstelle im Ostallgäu. Den Startschuss für das neue Angebot im Landratsamt in Marktoberdorf haben Landrätin Maria Rita Zinnecker, Bezirkstagspräsident Martin Sailer und AOK-Direktor Bernd Ruppert nun mit der Unterzeichnung des Stützpunktvertrages gegeben.

Ziel der Kooperation von Pflege- und Krankenkassen, dem Landkreis Ostallgäu sowie dem Bezirk Schwaben sei die flächendeckende, kostenlose und unabhängige Beratung zu allen Pflegethemen. Zudem gehe es um die Vernetzung mit den Einrichtungen und Diensten, um die Angebote vor Ort weiterzuentwickeln. Die Bündelung des Wissens zum Thema Pflege ist für Bürger ein maßgeblicher Mehrwert, heißt es im Landratsamt. Die Kosten übernehmen zu zwei Dritteln die Pflege- und Krankenkassen. Das verbleibende Drittel teilen sich Landkreis und Bezirk. Zudem gewährt der Freistaat eine Anschubfinanzierung.

Die Arbeit der Angehörigen

Landrätin Zinnecker freut sich, dass der Pflegestützpunkt das bereits vorhandene Beratungsnetz im Landkreis ergänzt. „Pflegebedürftigkeit betrifft nicht nur Senioren und älter werdende Menschen, sondern oftmals alle Generationen einer Familie. Denn Angehörige stemmen auch in unserem Landkreis mit Abstand den größten Teil der Pflege und Betreuung“, sagt Zinnecker. Die Mitarbeiter des Pflegestützpunktes geben Information, arbeiten Hand in Hand mit den Fachstellen für pflegende Angehörige und weiteren Kontaktstellen und begleiten bei besonders komplexen Problemlagen über einen längeren Zeitraum. Alle Angebote sind kostenfrei, auch Hausbesuche sind bei Bedarf möglich. Zinnecker stellt heraus, dass der Landkreis damit auch aktiv die Empfehlungen aus der Pflegebedarfsermittlung für den Landkreis Ostallgäu umsetze.

Enorme Nachfrage

AOK-Direktor Bernd Ruppert, der die beteiligten Pflege- und Krankenkassen vertritt, bezeichnet die Einführung als einen „wichtigen Schritt“, zumal der gesamte Landkreis damit abgedeckt werde. „Seit über zehn Jahren unterstützt bereits unsere AOK-Pflegeberaterin Angelika Ulrich tatkräftig die Bewohner des Landkreises Ostallgäu und freut sich, dass durch den Pflegestützpunkt die Beratungsangebote sichtbarer und noch enger vernetzt werden.“ Insbesondere in der Corona-Pandemie zeigt sich laut Ruppert die große Bedeutung der Unterstützung der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen durch die AOK-Pflegeberatung: „Die Nachfrage nach Hilfestellung und Rat ist enorm.“.

Auch Bezirkstagspräsident Martin Sailer befürwortet die neue Anlaufstelle: „Wenn Menschen pflegebedürftig werden, stellen sich ihnen und ihren Angehörigen einige Fragen: An wen kann ich mich wenden? Was bezahlt die Pflegekasse? Und wo finde ich Unterstützung?“ Sailer geht davon aus, dass durch das neue, niederschwellige, zentrale Beratungsangebot im Ostallgäu „die Fragen von Hilfesuchenden künftig umfassend durch eine zentrale Stelle beantwortet werden.“

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