Ungeahnte Perspektiven für die Feuerwehrleute

Zieht die Feuerwehr ins Günzacher Schloss?

Zieht die Günzacher Feuerwehr (Symbolfoto) bald ins Günzacher Schloss?

Zieht die Günzacher Feuerwehr (Symbolfoto) bald ins Günzacher Schloss?

Zieht die Günzacher Feuerwehr (Symbolfoto) bald ins Günzacher Schloss?

Der Gemeinderat debattiert über das Günzacher Schloss als Standort fürs Feuerwehrhaus. Warum die Feuerwehrschläuche bald in Obergünzburg gewaschen werden.
30.07.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Nach Untrasried beteiligt sich auch Günzach an der zentralen Schlauchpflege und Atemschutzwerkstatt der Feuerwehren der VG Obergünzburg. Die Entscheidung dafür fällte der Gemeinderat nach kurzer Diskussion einstimmig. Zukünftig werden die Schläuche nach Einsätzen oder Übungen in Obergünzburg gewaschen, dort erfolgt auch die vorgeschriebene Druckprüfung sowie die Prüfung der Atemschutzausrüstung.

Damit wird die Feuerwehr zeitlich entlastet, außerdem entfällt das Haftungsrisiko, das bisher entstand, weil eine Druckprüfung in Günzach nicht möglich war. Die Kosten für die Beteiligung an der interkommunalen Zusammenarbeit werden auf etwa 10.000 Euro jährlich veranschlagt, was nicht wesentlich mehr ist als die bisher für die Materialpflege angefallene Summe.

750 Quadratmeter Platz hätte die Feuerwehr Günzach dort

Deutlich intensiver und kontroverser verlief die Debatte über das zukünftige Feuerwehrhaus. Der neue Besitzer des Günzacher Schlosses hatte angeboten, ein Gebäude, das derzeit als Lagerhalle genutzt wird, zu diesem Zweck umzubauen und an die Gemeinde zu vermieten. Dazu liegen nun die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie vor.

800.000 Euro würde der Umbau des Schlosses die Gemeinde kosten

Demnach ist die Halle grundsätzlich geeignet und mit 750 Quadratmetern sogar etwas größer als nötig. Die erforderlichen Umbauten der Außenhülle inklusive Anhebung des Dachs würden etwa 500.000 Euro kosten, der Innenausbau könnte für etwa 300.000 Euro erfolgen, wenn einiges in Eigenleistung erbracht wird. Die Monatsmiete soll nach den Vorstellungen des Eigentümers bei 2000 Euro plus Nebenkosten liegen, zusätzlich soll die Gemeinde die Investitionskosten abzahlen.

Jürgen Wölfle legte eine grobe Berechnung vor, nach der diese Lösung für die Gemeinde deutlich günstiger wäre, als selbst ein neues Feuerwehrhaus zu bauen oder ein passendes Gebäude woanders zu mieten. Feuerwehrkommandant Andreas Weber zeigte sich vom Standort am Schloss sehr angetan, die Zufahrt sei dort viel besser und es gäbe endlich genug Platz innen wie außen.

Ein Gemeinderat fragt: "Muss das wirklich sein?"

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Helmut Waibel fragte, ob das wirklich sein müsse. Der Schlauchturm würde ja ohnehin frei und man könne das vorhandene Gebäude auch durch einen Anbau an der Rückseite erweitern, meinte er. Andreas Egger schlug vor, die Gemeinde sollte nach einem alternativen Standort suchen und selbst bauen, um nicht nach Ablauf des Mietvertrags plötzlich ohne Feuerwehrhaus dazustehen. Stefan Fischer zeigte sich besorgt wegen der hohen jährlichen Kosten, die durch die Investitionen in die Feuerwehr auf die Gemeinde zukommen.

Hübsch, aber zu klein und nicht mehr vorschriftsgemäß: das bisherige Günzacher Feuerwehrhaus im Rathaus.
Hübsch, aber zu klein und nicht mehr vorschriftsgemäß: das bisherige Günzacher Feuerwehrhaus im Rathaus.
Bild: Barbara Kettl-Römer

Schließlich schlug die Bürgermeisterin Wilma Hofer vor, zwei Arbeitsgruppen zu bilden, die bis September weitere Informationen zusammentragen sollen. Gruppe 1 wird unter Leitung von Jürgen Wölfle in Abstimmung mit der Feuerwehr ermitteln, was technisch und baulich genau gebraucht wird. Gruppe 2 leitet Salih Sürer, sie kümmert sich um die rechtlichen und wirtschaftlichen Aspekte. Zur Septembersitzung soll dann auch der Grundstückseigentümer eingeladen werden, um seine Vorstellungen zu erläutern.

Wie drei andere sehr wichtige Bauvorhaben in Günzach vorankommen

Die übrigen gemeindlichen Bauvorhaben kommen voran: Bezüglich der Straßensanierung in Albrechts soll am 4. August. eine Anliegerversammlung (20 Uhr, Gemeindesaal) stattfinden, bei der das Ingenieurbüro Jellen den aktuellen Stand der Planungen vorstellt.

Für die Neugestaltung des Kirchplatzes wird die Vorentwurfsplanung demnächst abgeschlossen. Die weitere Planung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Thomas Lauterbach aus Markt Rettenbach.

Beim Gewerbegebiet Aitranger Straße ist die Beteiligung der Behörden und der Öffentlichkeit abgeschlossen, der Gemeinderat hat sein Einvernehmen erteilt (einstimmig, bei einer Enthaltung). Das bedeutet, dass das Landratsamt als genehmigende Behörde nun den Bauantrag der Firma Streicher prüfen kann.