Abschlussansprachen der Bürgermeister

Zum Jahresende wird es im Marktoberdorfer Stadtrat emotional

Die Tage des alten Hauses sind gezählt: Der Neubau der Grundschule St. Martin ist das nächste Großprojekt der Stadt.

Die Tage des alten Hauses sind gezählt: Der Neubau der Grundschule St. Martin ist das nächste Großprojekt der Stadt.

Bild: Andreas Filke

Die Tage des alten Hauses sind gezählt: Der Neubau der Grundschule St. Martin ist das nächste Großprojekt der Stadt.

Bild: Andreas Filke

Von der Verwaltung über Pflegende bis zum Ehrenamt: Marktoberdorfs Bürgermeister Hell dankt vielen. Was sein Appell für das nächste Jahr an die Bevölkerung ist.
30.12.2020 | Stand: 06:00 Uhr

Vieles war anders in diesem Jahr. Es galt auch im Stadtrat und der Marktoberdorfer Stadtverwaltung, den Spagat zu schaffen zwischen Nötigem und Möglichem. Dabei habe die Corona-Pandemie eines jedem deutlich vor Augen geführt: die eigene Verwundbarkeit und die der Wirtschaft, sagte Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell. Und so fanden sich in seiner Jahresschlussrede und der seines Stellvertreters Wolfgang Hannig ein Stück weit auch emotionale Aussagen.

Deshalb dankte Hell der Belegschaft im Rathaus, im Bauhof und im Wasserwerk, musste sie doch trotz aller Beschränkungen den Betrieb aufrecht erhalten. Er schloss herzlich die Mitarbeiterinnen in den Kindertagesstätten ein, die es wegen ihres Engagements ermöglicht hätten, dass die Eltern weiterhin zur Arbeit gehen konnten. Lob erfuhr auch die Kita-Verwaltung, die die oft kurzfristig eintreffenden Vorschriften schnell umsetzen musste.

Unternehmen investieren trotz Corona in Marktoberdorf

Hell dankte den Ehrenamtlichen bei Feuerwehr, Rettungsdienst, im sozialen Bereich, den Ärzten und Pflegekräften, den Mitarbeitern in den Marktoberdorfer Alten- und Pflegeheimen, die es für sehr lange Zeit geschafft hätten, das Virus aus diesen Einrichtungen fernzuhalten.

Erfreut war er auch von den Unternehmen. Viele hätten trotz Unsicherheiten in Marktoberdorf investiert: Brauhaus in Leuterschach, Hotels und Geschäfte nannte der Bürgermeister als Beispiele. Auch die Stadt selbst war aktiv, was allen voran der Bau des neuen Kindergartens und die Planungen für die neue Grundschule St. Martin belegten.

Der Weg durchs Tal der Tränen

Doch Hell mahnte auch: „Das Tal der Tränen ist noch lange nicht durchschritten. Aber wir wissen, wie wir uns schützen können.“ Große Hoffnung setze er auf die Impfung, um zu einem einigermaßen normalen Leben zurückzukehren. „Es wird – im übertragenen Sinne – wieder Sommer werden“, sagte er. Ein Sommer mit einem neuen Bewusstsein, mit mehr Dankbarkeit für das Leben, „das wir so selbstverständlich führen können“.

Trotz aller Maßnahmen „wird uns die Pandemie noch lange beschäftigen“, sagte auch Hannig – im eigenen Leben wie in der Wirtschaft. Deshalb appellierte er an die Marktoberdorfer: „Haltet durch! Resigniert nicht vor dem Virus!“

Bei all dem sei es beruhigend, ein gutes Team um sich zu wissen. Sei es in der Verwaltung, im trotz mancher Unterschiede in den Ansichten respektvoll agierenden Stadtrat, in den örtlichen Betrieben, in den Vereinen und Verbänden und bei den Marktoberdorfern im Allgemeinen. Die Stadt werde „von Menschen getragen, die sich aktiv am Leben beteiligen.“ Dabei würdigte er Hell als „Initiator und Anschieber vieler Maßnahmen“ und seine „transparente Arbeit“.