Sportklettern

Martina Demmel: Die Newcomerin der deutschen Kletterszene

In ihrem Element: Martina Demmels große Leidenschaft ist das Klettern am Fels, wie hier auf der Battle Cat-Route im Frankenjura.

In ihrem Element: Martina Demmels große Leidenschaft ist das Klettern am Fels, wie hier auf der Battle Cat-Route im Frankenjura.

Bild: Christian Seitz

In ihrem Element: Martina Demmels große Leidenschaft ist das Klettern am Fels, wie hier auf der Battle Cat-Route im Frankenjura.

Bild: Christian Seitz

Martina Demmel ist frischgebackene deutsche Meisterin im Lead. Warum die Athletin von der DAV Sektion Allgäu-Kempten trotzdem lieber im Freien kraxelt.
06.10.2021 | Stand: 05:45 Uhr

Kempten Sie ist die Newcomerin in der deutschen Kletterszene: Martina Demmel aus Böbing bei Peißenberg klettert erst seit vier Jahren und ist schon jetzt eine der Besten am Seil. Am vergangenen Wochenende feierte die 19-Jährige ihren bislang größten Erfolg im Wettkampfklettern als sie in Augsburg „komplett überraschend“ deutsche Meisterin im Lead wurde (wir berichteten) und damit den Titel für die DAV Sektion Allgäu-Kempten holte.

Erst seit dieser Saison startet Demmel für die Allgäuer Sektion, und das aus einem simplen Grund, wie sie selbst sagt: „Bei mir in der Nähe gibt es keine Kletterhallen. Deshalb habe ich schon vorher oft in Kempten trainiert. Hier werde ich super gefördert.“ Doch Demmels große Leidenschaft ist nicht das Wettkampfklettern in der Halle. Vielmehr liebt es die Oberbayerin, in der Natur an ihre Grenzen zu gehen: „Mich reizen vor allem die immer neuen Herausforderungen. Am Fels ist man viel freier als in der Halle.“ Dabei durchsteigt Demmel auch immer wieder die Allgäuer Felswände, beispielsweise am Rottachberg bei Immenstadt. Aber die 19-Jährige kraxelt mittlerweile in ganz Europa. Im Frühjahr machte die Böbingerin auf sich aufmerksam, als sie in Spanien teils schwierigste Routen meisterte.

Erst mit 16 Jahren mit dem Klettern begonnen

Noch vor vier Jahren war an solche Spitzenleistungen am Seil nicht zu denken. Damals war Demmel eine ambitionierte Nachwuchs-Skifahrerin und trainierte fünf Mal pro Woche. Eine Freundin nahm sie im Alter von 16 erstmals mit zum Klettern. Seitdem ist sie dem Sport treu geblieben. „Klettern wird nie langweilig, es gibt immer neue Routen zu entdecken“, sagt die Sportlerin, die im Winter zum Ausgleich noch immer gerne Ski fährt.

Ihre ersten Kletterwettkämpfe bestritt Demmel erst 2020. „Bei meinem ersten Wettkampf wurde ich direkt Letzte“, erinnert sich Demmel zurück. Doch danach kamen die Erfolge: Im vergangenen Jahr wurde sie bei der „Deutschen“ im Lead Zweite. 2021 folgte Gesamtplatz 15 in ihrer ersten Weltcupsaison und die Teilnahme bei der WM in Moskau vor wenigen Wochen. Für den krönenden Saisonabschluss sorgte der deutschen Meistertitel in Augsburg.

Im Süden Kraft für die neue Saison sammeln

Im Herbst will Demmel ihre Freizeit vor allem am Fels verbringen, aber auch weiter an ihren Fähigkeiten in der Halle arbeiten. Zudem sei Bouldern in Zukunft denkbar. Im Speedklettern hingegen werde sie sich nicht versuchen. „Im Winter habe ich dann vor in den Süden abzuhauen. Spanien, Griechenland und die Türkei sind mögliche Ziele. Dort kann ich Kraft und Motivation für die nächste Saison sammeln, die im Frühjahr beginnt“, sagt Demmel.

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Außerdem beginnt die 19-Jährige, die sich nach ihrem Schulabschluss zwei Jahre voll und ganz aufs Klettern fokussiert hat, im September 2022 mit einer Ausbildung bei der Polizei im Rahmen des Spitzensportprogramms. „Das ist optimal. So habe ich genug Zeit fürs Klettern und die Ausbildung.“

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