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Massentest in Marktoberdorf nach bestätigtem Corona-Fall

Corona Schutz

Wegen eines Corona-Falls in Marktoberdorf wurden 64 Kontaktpersonen getestet.

Bild: Ralf Lienert

Wegen eines Corona-Falls in Marktoberdorf wurden 64 Kontaktpersonen getestet.

Bild: Ralf Lienert

Das Ostallgäuer Gesundheitsamt untersucht 64 Menschen, die mit 43-Jährigem Kontakt hatten. Bei dem Mann war der Erreger festgestellt worden.
24.02.2021 | Stand: 11:56 Uhr

Wegen des jüngsten bestätigten Corona-Falls in Marktoberdorf hat das Gesundheitsamt Ostallgäu am Dienstag 64 Kontaktpersonen des 43-jährigen Erkrankten getestet. Der Marktoberdorfer Rathausmitarbeiter hatte als Jugendtrainer und Hobby-Sportler noch am Wochenende Kontakt zu zahlreichen Menschen aus dem ganzen Ostallgäu. Zudem reiste der 43-Jährige mit einem Fan-Bus noch zum Fußballderby des FC Bayern gegen den FC Augsburg mit.

Mit einer überraschenden Nachricht zu dem 43-Jährigen meldete sich dann gestern Nachmittag der derzeit geschäftsführende Zweite Marktoberdorfer Bürgermeister Wolfgang Hannig zu Wort. „Offenbar fiel der erste Nach-Test bei ihm negativ aus“. Das Ergebnis des entscheidenden zweiten Nachtests stehe aber noch aus. Die Ergebnisse der Massentests, denen sich auch Urlaubsrückkehrer aus Südtirol unterzogen, liegen laut Gesundheitsamt bis Freitag vor.

Nach den Absagen von Veranstaltungen der vergangenen Tage sind auch am Dienstag weitere Ereignisse und Termine gestrichen oder verschoben worden. Eine Auswahl:

Es hätte die Rock-Party des Jahres im Allgäu werden sollen: Etwa 10 000 Besucher hatten die Veranstalter am ersten Aprilwochenende erwartet, acht Bands waren gebucht. Jetzt muss der Rockfrühling im Ostallgäuer Untrasried komplett abgesagt werden: Für 2020 gibt es keinen Ersatztermin. „Wir verschieben den Rockfrühling sozusagen auf den 9. und 10. April 2021“, sagt Organisator Christian Schmölz.

Ludwigs Festspielhaus in Füssen will trotz Corona alle Veranstaltungen stattfinden lassen und die Besucherzahl soweit reduzieren, wie es die Vorgaben der Behörden erlauben.

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Auch die größte Veranstaltungshalle im Allgäu, die Big Box in Kempten, streicht Konzerte und Auftritte, zu denen mehr als 1000 Besucher gekommen wären.(siehe auch Bericht Seite 3).

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Aufgrund der Verbreitung des Coronavirus werden alle Vorstellungen des Landestheaters Schwaben im Stadttheater in Memmingen bis auf Weiteres abgesagt.

Die Stadt in Baden-Württemberg will Veranstaltungen mit über 1000 Besuchern verbieten, sagt Willi Schaugg, Geschäftsführer von „Live in Ravensburg“.

Längere Semesterferien haben die Studenten der Hochschule Kempten. Die Staatsregierung verschob den Beginn der Vorlesungszeit um mehr als einen Monat. Das Sommersemester beginnt nun am 20. April.

„Bei den Gottesdiensten gibt es keine Kelchkommunion mehr, die Hostien werden nur in die Hand gegeben“ erklärt der katholische Memminger Dekan Ludwig Waldmüller. Beim Friedensgruß wird auf das Handgeben verzichtet, die Weihwasserkessel bleiben trocken. Der evangelische Dekan Memmingens Christoph Schieder ergänzt, dass man sich beim Abendmahl eventuell mit Handschuhen und kleinen Tassen behelfe.

Der Betreiber des Kaufbeurer Corona-Kinos, Günter Sobeck, erhält gerade viele Anfragen, darunter auch „spaßige E-Mails“. Ein Münchner Unternehmen für Namensfindung habe ihn sogar schon gefragt, ob er sein Kino nicht umbenennen wolle. Aber: „Wir bleiben bei Corona“, sagt Sobeck. „Es ist ja nur ein Name und hat nichts mit dem Virus zu tun, das wissen die Leute auch.“ Trotz Ansteckungsgefahr gingen die Menschen nach wie vor ins Kino. Panik gebe es keine, die Lage in Kaufbeuren sei noch relativ entspannt.