Ehrung

32 Jahre in Memmingen das Wohl der Altstadt im Blick

Günther Bayer

Der langjährige Heimatpfleger Günther Bayer wurde mit dem Stadtsiegel der Stadt Memmingen ausgezeichnet.

Bild: Alexandra Wehr/ Pressestelle Memmingen

Der langjährige Heimatpfleger Günther Bayer wurde mit dem Stadtsiegel der Stadt Memmingen ausgezeichnet.

Bild: Alexandra Wehr/ Pressestelle Memmingen

Oberbürgermeister Manfred Schilder zeichnet den scheidenden Heimatpfleger Günther Bayer mit dem Memminger Stadtsiegel aus. Rückblick auf Verdienste des 84-Jährigen.
02.12.2021 | Stand: 12:48 Uhr

32 Jahre lang hat sich Günther Bayer in der Heimatpflege um das kulturelle Leben in Memmingen verdient gemacht. Bei seinem Abschied aus dem Amt des Heimatpflegers wurde er jetzt von Oberbürgermeister Manfred Schilder mit dem Memminger Stadtsiegel ausgezeichnet. „Es ist mir eine Ehre und Freude, Ihnen diese Auszeichnung zu verleihen. Sie haben sich im Bereich Baudenkmalpflege und Stadtbildgestaltung für einen konsequenten Denkmalschutz zum Erhalt der historischen Altstadt eingesetzt“, betonte der OB bei einer pandemiebedingt kleinen Feierstunde im Rathaus.

1989 begann Bayer sein Engagement in der Heimatpflege – in den ersten Jahren als Stellvertreter von Heimatpfleger Uli Braun, seit 2015 als Heimatpfleger. Im Bereich Baudenkmalpflege und Stadtbildgestaltung erarbeitete er zahlreiche Stellungnahmen zu einzelnen Bauprojekten oder zum Schutz der Altstadt in seiner Gesamtheit. Zu seinen Aufgaben zählte auch die kritische Begleitung von moderner Architektur im historisch gewachsenen Altstadtensemble und von Großprojekten der Gegenwart, berichtete OB Schilder in seiner Laudatio.

Dr. Wolfram Arlart folgt auf Bayer

Als Heimatpfleger folgt Dr. Wolfram Arlart nach, der bereits seit 1986 stellvertretender Heimatpfleger im Bereich Stadtarchäologie und Bauforschung tätig ist. Er übernimmt nun zusätzlich den Aufgabenbereich Baudenkmalpflege und Stadtbildgestaltung von Günther Bayer. Sabine Streck, die seit 2019 zweite stellvertretende Heimatpflegerin war, ist nun erste stellvertretende Heimatpflegerin und verantwortlich für den Bereich Brauchtumspflege und Vertiefung des heimatkundlichen Wissens.

In seiner Laudatio zur Stadtsiegelverleihung an Günther Bayer ließ der Oberbürgermeister einige Eckdaten aus dem Leben des Geehrten Revue passieren. Bayer wurde vor 84 Jahren im Haus Kramerstraße 16 (heute Parfümerie Douglas) geboren. Seine Eltern hatten im Haus ein Pelz- und Lederfachgeschäft, das er in dritter Generation weiterführte. Bayer hat das Weinhaus zum Goldenen Löwen am Schrannenplatz, die älteste Weinstube in Memmingen, erworben und dort einige Jahre parallel zu seinem kaufmännischen Beruf abends die Weinstube geführt. Auch das ehemalige Ökonomiegebäude des Weinhauses, erbaut 1682, konnte er zukaufen und in den Jahren 2011 und 2012 sanieren. Für die Sanierungen des Hauses Kramerstraße 16, des Weinhauses zum Goldenen Löwen und des Ökonomiegebäudes wurde er jeweils mit dem Fassadenpreis der Stadt Memmingen ausgezeichnet.

Die Geschichte Memmingens in Bildern

Bayer baute auch eine rund 200 Werke umfassende Sammlung von historischen Ansichten, Plänen, Karten und Kupferstichen auf, die er mit Exponaten des Stadtmuseums in drei Bänden „Memmingen in alten Ansichten“ veröffentlichte. „Mit der Herausgabe dieser Bände hat Günther Bayer in den 1980er Jahren ein bis heute maßgebliches Nachschlagewerk für die Geschichte Memmingens geschaffen. Gleichartiges gab es vorher nicht und ist auch nachher in dieser opulenten Form nicht mehr aufgelegt worden“, würdigte der Oberbürgermeister.

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Ein Kunstschatz braucht dringend Hilfe

Über 50 Jahre hinweg war Günther Bayer (von 1967 bis 2017) Kirchenführer in St. Martin, er forschte zur Geschichte der Kirche und hatte den Vorsitz im Orgelbauverein.

Die Ausstattung des Kreuzherrnsaals mit großformatigen Gemälden Memminger Barockmaler aus dem Besitz des evangelischen Dekanats war möglich geworden, weil Bayer für die notwendige Restaurierung der fast vergessenen Kunstwerke unermüdlich Geld zusammengetragen hat und für eine sachgerechte Aufbereitung der Arbeiten sorgte, betonte Schilder.

Günther Bayer hat außerdem im Jahr 2003 nach über dreijähriger Forschungsarbeit in Archiven das Buch „Die Malerfamilie Sichelbein 1580-1758“ publiziert. „Damit ist neben Strigel und Heiss dem dritten großen Namen der Memminger Kunstgeschichte ein bis heute aktuell gebliebenes Gedenken gesichert“, würdigte OB Schilder.

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