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40 Meter hoher Mobilfunkmast stößt in Markt Rettenbach auf Skepsis

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Wenig begeistert waren die Räte in Markt Rettenbach über das Ansinnen von Vodafone, auf einem Acker bei Fechenrieden einen 40 Meter hohen Mobilfunkmast zu errichten.

Bild: stock.adobe.com

Wenig begeistert waren die Räte in Markt Rettenbach über das Ansinnen von Vodafone, auf einem Acker bei Fechenrieden einen 40 Meter hohen Mobilfunkmast zu errichten.

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Eine Bauvoranfrage des Mobilfunkanbieters Vodafone für möglichen Standort bei Frechenrieden sorgt im Markt Rettenbacher Gemeinderat für kontroverse Diskussion.
19.04.2021 | Stand: 11:59 Uhr

Der Mobilfunkanbieter Vodafone will einen Mobilfunkmast im Bereich einer Kiesgrube bei Frechenrieden errichten. Mit einer entsprechenden Bauvoranfrage hat sich der Markt Rettenbacher Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt. Eine Entscheidung fiel dabei noch nicht. Doch gab es mehrere kritische Stimmen. Die Mobilfunkanlage soll rund 40 Meter hoch und für ein 5G-Netz genutzt werden. Die erforderliche Grundfläche beträgt 200 Quadratmeter, teilte Geschäftsstellenleiter Klaus Fröhlich in der Sitzung mit.

Bürgermeister Martin Hatzelmann informierte, dass Vodafone bereits im Februar die Gemeinde davon in Kenntnis gesetzt hatte, dass im Bereich von Frechenrieden ein Standort zur Errichtung einer Hochfrequenzanlage gesucht wird: Im Rahmen der Versorgungsanalyse sei ein Bedarf für den Bereich Frechenrieden ermittelt worden. Der Markt habe hierauf Vodafone gebeten, sich wegen des neuen Kindergartens, der momentan am Ortsrand von Frechenrieden gebaut wird, sich möglichst auf den östlichen Bereich des möglichen Standortes zu konzentrieren. Jürgen Unglert hat nun als Geschäftsführer der Allgäu Kies GmbH eine Bauvoranfrage zur Errichtung der Sendeanlage gestellt. Wie es in der Anfrage heißt, will Allgäu Kies ihren Standort nur an Vodafone final anbieten, wenn auch die Gemeinde mit diesem Standort einverstanden ist, sowie das Landratsamt der geplanten Änderung der bereits erfolgten Kiesabbaugenehmigung zustimmt. Laut dem Gemeindechef wäre der Standort insofern besonders interessant, weil hier direkt ein Hochspannungskabel vorbeiführt. Eventuell könnte zum Betrieb der Sendeanlage sogar regenerativer Strom aus einer benachbarten Photovoltaik-Freiflächenanlage genutzt werden.

Auf dem Acker hinter dem Feldkreuz könnte der Mobilfunkmast enstehen.
Auf dem Acker hinter dem Feldkreuz könnte der Mobilfunkmast enstehen.
Bild: Franz Kustermann

Begeisterung in Markt Rettenbach über Sendemast hält sich in Grenzen

Die Begeisterung der Markträte von dem 40 Meter hohen Mast hielt sich derweil in Grenzen: Der Bürgermeister plädierte dafür: „Wenn schon ein Standort, dann möglichst weit von Kindergarten und Wohnbebauung weg.“ Das Thema werde sehr kontrovers, kritisch und skeptisch, teilweise sogar schizophren diskutiert. Allerdings sei dies ein zweischneidiges Schwert. Keiner könne oder wolle ohne Mobiltelefon leben. Die Bürger würden eine gute Versorgung auch einfordern: „Wenn wir hier Nein sagen, und ein anderer sagt, er macht das mit Vodafone, dann wird das dort errichtet.“

Markt Rettenbach müsste anderen Standort für Mobilfunkmast anbieten

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Roland Enderle fragte an, ob die Gemeinde über keinen Grund verfügt, der dafür eventuell infrage komme: „Jetzt profitiert ein Privater, der den großen Reibach macht.“ Hatzelmann verneinte dies. „Man kann das in dem Sinne nur verhindern, wenn man gleichzeitig einen anderen Standort anbietet, der technisch dem Betreiber zusagt“, ergänzte Geschäftsstellenleiter Fröhlich. Ein anderer möglicher Standort benötige zwingend eine „Sichtbeziehung“ zum Nutzer. Zweiter Bürgermeister Hermann Simon kritisierte das „40 Meter hohe Gerät mitten in der Prärie“ und forderte: „Wenn man das verhindern kann, dann verhindern wir das – jetzt entscheiden und ablehnen.“ Gerhard Basler wollte den Mast lieber hinter einer Böschung wissen, befürchtete gar einen „Mega-Krach“, der von der Anlage ausgehen könnte. Mehrere Markträte wollten den Mast weiter in Richtung Hammerschmiede oder hinter einer hohen Böschung platziert haben. Andere zogen sogar grundsätzlich die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit des Projekts in Zweifel.

Bürgermeister Hatzelmann will nun mit Vodafone in Kontakt treten, um die Diskussion auf eine breitere Basis stellen zu können und eventuell einen geeigneteren Standort zu finden.