Memmingen/Unterallgäu

400 Jugendliche packen drei Tage lang an

Ehrenamt In Memmingen und dem Unterallgäu machen viele Gruppen bei der bundesweiten 72-Stunden-Aktion mit
##alternative##
Von von Anna Reinwand
28.05.2019 | Stand: 15:19 Uhr

Sie waren an diesem Wochenende die Engel, die überall angepackt haben: Unter dem Motto „Uns schickt der Himmel“ nahmen fast 400 Kinder und Jugendliche in Memmingen und dem Unterallgäu an der 72-Stunden-Aktion des Bundes der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) teil. Sie hauchten so manchem Garten neues Leben ein, räumten Müll auf und gestalteten Ortschaften und Kindergärten um.

Verena Beggel ist Jugendreferentin in der katholischen Jugendstelle Memmingen und koordinierte die Aktion. Sie ist zufrieden: „Es ist superschön zu sehen, wie sich die Kinder und Jugendlichen einsetzen und was innerhalb von nur drei Tagen entstehen kann.“ Am Donnerstag um 17.07 Uhr fiel bundesweit der Startschuss zur Aktion. Bis zum Sonntag, also insgesamt 72 Stunden, arbeiteten die beteiligten Gruppen dann an ihren Projekten.

In Markt Rettenbach engagierten sich 67 Mädchen und Buben der Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG) bei der Aktion: Sie bauten Sonnenbänke, legten eine Wildblumenwiese auf dem Friedhof an und malten neue Wegweiser und Schilder für den Ort. Die PSG ist eigentlich ein reiner Mädels- und Frauenverband. Zwar gibt es seit Kurzem auch eine kleine Gruppe für Jungs, doch die Mädchen waren bei der 72-Stunden-Aktion klar in der Überzahl. „Hier herrscht größtenteils Frauenpower“, sagte die Stammesvorsitzende Johanna Pfefferle. Ob beim Zurechtsägen der Einzelteile für die Sonnenbänke oder beim Abschleifen der Holzkanten: Die Mädels schafften alles ganz locker. Manche der Jungs tobten sich derweil kreativ beim Gestalten der bunten Wegweiser aus. „Klischees werden hier also nicht erfüllt“, sagte Pfefferle. Wenn gerade Zeit war, sammelten die Kinder und Jugendlichen noch gemeinsam Müll auf.

In Memmingen gestaltete die KJG Mariä Himmelfahrt den Sonnenschein-Kindergarten um. 16 Kinder und Jugendliche rissen unter anderem die Lagerfeuerstelle ab und bauten neue Sitzbänke, eine Spielzeugküche sowie Blumenkästen. 15 Helfer der katholischen jungen Gemeinde (KJG) und der Ministranten St. Johann Memmingen richteten den Pfarrgarten von St. Johann her und zimmerten dafür Sofas aus Paletten. Memmingens Bürgermeister Hans-Martin Steiger besuchte beide Gruppen und war vom Engagement beeindruckt: „Das ist praktische Nächstenliebe. Ihr zeigt, dass gelebter Glaube auch anpacken bedeutet“, sagte er. Zusätzlich überreichte er den Gruppen je einen Scheck über 300 Euro als Unterstützung seitens der Stadt. Außerdem erhielten die Gruppen Materialspenden heimischer Firmen.

Die Bad Grönenbacher Landjugend hat den Pfarrhof „Stift“ und den Pfarrgarten auf Vordermann gebracht. Die 40-Mann-starke Truppe räumte den Dachboden auf, mähte Rasen, entfernte Unkraut und erneuerte den alten Staketenzaun. Der Bauhof der Marktgemeinde stellte die erforderlichen Werkzeuge und Maschinen zur Verfügung. Am Sonntag veranstalteten sie außerdem einen Kuchenverkauf mit buntem Programm.

Lesen Sie auch
##alternative##
Freizeittipps im Allgäu

Langes Pfingstwochenende: Das ist rund um Kaufbeuren und Buchloe geboten

In Legau informierten 15 Mitglieder der Kolpingjugend über die Europawahl. Sie stellten zum Beispiel die Aufteilung der Sitze im Europaparlament anhand eines Blumenbeets anschaulich dar. Für die Umwelt und die Artenvielfalt setzten sich das Kinderparlament und die Jugend Buxheim ein: 26 Mädchen und Buben bauten zusammen ein Insektenhotel und legten in ihrem Garten ein Beet mit Pflanzen an, die sie selbst herangezüchtet haben.

Für nur 0,99 € einen Monat alle exklusiven AZ Plus-Artikel auf allgaeuer-zeitung.de lesen
Jetzt testen
Ausblenden | Ich habe bereits ein Abo.